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Schüler machen Zeitung

Paul Pizzera: "Es muaß glei einifoahn"

Er gehört zu den Shootingstars der Kabarettszene: Der gebürtige Weststeirer Paul Pizzera. Im Rahmen von "Schüler machen Zeitung" traf er Schülerinnen aus der HLW Deutschlandsberg, um mit ihnen über Tradition zu sprechen.

Paul Pizzera
Paul Pizzera © Julia Koch
 

Im schummrigen Grazer Theatercafè mit schweren roten Vorhängen, in denen der Rauch vom Vortag schlummert, treffen wir Paul Pizzera vor seinem ausverkauften Auftritt.
Ein besonderer Ort für den Weststeirer, hier hat er als Kellner gejobbt, die ersten Kontakte zur Kabarettszene geknüpft und hier ist er mit seinem ersten Programm 2011 stürmisch gefeiert worden. Noch im selben Jahr regnete es für den Senkrechtstarter mehrere Kabarettpreise.


Seither ist er ständig unterwegs und meistert 150 Auftritte pro Jahr, die stets restlos ausverkauft sind, da bleibe die Freizeit auf der Strecke, bedauert er. Das Markenzeichen des Kabarett-Phänomens sind das schnelle Reden und der Dialekt. Letzterer sei keine Geschäftsidee: „Ich habe in der Volksschulzeit fast nur bei den Großeltern gelebt und die haben mit mir rustikal geredet.“ „I mochs, wals afoch steirisch ist“, gibt Pizzera eine Kostprobe.


Seine Tourneen führen ihn bis an die Weißwurstgrenze, im übrigen Deutschland wird sein „Bölln“ nicht verstanden. Ziel seines Mundwerks sind die Jungen, denn „wos will ma an 50-Jährigen über sei Leben erzählen?‘‘ Diese seien durch YouTube gewohnt, schnellen Schrittes zu folgen. ,,Es muaß glei einifoahn‘‘, weiß der junge „Stadionrocker“.
Der gebürtige Deutschlandsberger verzichtet bei seinen Auftritten auf die Lederhose – aus Bequemlichkeitsgründen: Sie ist zu warm. Generell hat er eine kritische Einstellung zu Traditionen: ,,Sie sind dann gut, wenn sie keinen ausgrenzen und keinen verletzen.‘‘

Für Paul Pizzera – das ist übrigens kein Künstlername, sondern kommt vom spanischen Urahn, den es über Italien in die Weststeiermark verschlagen hat – zählen die Familienfeste wie Ostern und Weihnachten. Eine besondere Beziehung besteht zwischen ihm und seiner Mama: „Sie ist glücklich, wenn ich glücklich bin.“

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