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100 Jahre Deutschlandsberg„Es gibt bei uns viele Menschen mit Talent“

Barbara Faulend-Klauser sowie Gerd Wilfing und Lena Truppe prägen seit vielen Jahren das kulturelle Geschehen in der Stadt Deutschlandsberg. Wofür sind sie dankbar? Und was treibt sie an?

Kulturell engagiert. Gerd Wilfing, Barbara Faulend-Klauser und Lena Truppe (von links) © (c) FINEART PHOTOS
 

Frau Faulend-Klauser, Sie sind agil und voller Tatendrang im Bereich der klassischen Musik – und das, obwohl sie jenseits der 90 sind. Auch Sie, Herr Wilfing, beleben mit dem Theaterzentrum seit vielen Jahren das kulturelle Geschehen in der Stadt? Was treibt Sie an?
Barbara Faulend-Klauser: Es ist die Beschäftigung mit der Musik. In der seriösen Musik ist man sehr gefordert. Man hat viele perfekte Vorbilder, man braucht viel Disziplin und Fleiß. Am Anfang ist es sicher leichter, Theaterspielen als Musik zu lernen.


Ist das so?
WILFING: Der Einstieg im Theater ist vielleicht leichter. Man braucht keine Noten, die Hemmschwelle ist vielleicht geringer.


Mit dem Theaterzentrum in der Stadt gibt es ja eine Art kulturelle Hochburg in der Weststeiermark?
WILFING: Das ist übertrieben. Das Theaterzentrum wird aber gut angenommen. Es gibt ein Stammpublikum. Es wissen aber auch etliche Deutschlandsberger nicht, wo das Theaterzentrum ist.
FAULEND-KLAUSER: Aber nur wenige.
WILFING: Ja.
FAULEND-KLAUSER: Das Theaterzentrum ist ein offenes Haus. WILFING: Das ist es tatsächlich. Es gibt keinen Monat, wo nicht etwas passiert. Manchmal trifft man sich dort auch nur so.


Ist das auch bei Ihnen so, Frau Truppe?
LENA TRUPPE: Ich engagiere mich seit 15 Jahren im Theaterzentrum. Ich habe mit sechs bei Kinderworkshops begonnen. Mit 13 habe ich bei der ersten großen Produktion mitgemacht. Wir haben viele Kontakte zu professionellen Regisseuren. Da kann man viel lernen.
FAULEND-KLAUSER: Es gibt in unserer Region viele junge Leute, die sich künstlerischen Berufen zugewandt haben. Das ist sehr schön.


Ist Deutschlandsberg ein guter Boden für anspruchsvolle Kultur?
FAULEND-KLAUSER: Das traue ich mich nicht zu sagen. Aber es gibt viele Menschen mit Talent. Olga Neuwirth ist ein Paradebeispiel. Sie hat sich fast 20 Jahre an unserem Jugendmusikfest beteiligt. Heute ist sie europaweit als Komponistin bekannt.
WILFING: Der Schauspieler Andreas Kiendl ist inzwischen ja sehr bekannt. Er hat bei uns mit dem Schauspielen begonnen. Auch auf Nestroy-Preisträger Felix Hafner sind wir stolz. Er ist in Deutschlandsberg zur Schule gegangen, hat bei uns viel gemacht.
TRUPPE: Bei uns kann man im Theater viel ausprobieren.


Wie sehr werden sie von der Stadtgemeinde gefördert?
FAULEND-KLAUSER: Nach Möglichkeiten. Ich bin dankbar, dass man mich vor allem moralisch unterstützt hat, dass man mir freie Hand gelassen hat.


Und Sie haben ja sogar ein eigenes Büro im Rathaus?
FAULEND-KLAUSER: Ja, mit zwei Räumen und einer Mitarbeiterin, die den Computer bedient.

WILFING: Auch wir sind dankbar für die Subventionen der Stadt, etwa für das Jugendfestival und das Theaterzentrum. Das funktioniert recht unkompliziert und unbürokratisch.


Haben Sie schon Produktionen im Theaterzentrum besucht?
FAULEND-KLAUSER: Was heißt? Ich habe eine Dauerkarte.
WILFING: Die hat sie zum Achtziger bekommen.


Und umgekehrt?
WILFING: Ich würde gerne öfter zu Veranstaltungen des Kulturkreises kommen. Aber das überschneidet sich leider oft mit unseren eigenen Produktionen.
TRUPPE: Ich war schon bei Konzerten. Aber das ist schon eine Zeit lang her.


Abschließend: Was können Sie voneinander abschauen?
WILFING: Mit welcher Leidenschaft sie den Kulturkreis betreut, welche Energie sie reinsteckt und wieder rauskriegt. Sie ist ein großes Vorbild.
FAULEND-KLAUSER: Es ist beachtlich, wie Gerd arbeitet. Er ist ein Gewinn für die Stadt.

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