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Waldschädling

Beste Bedingungen für den Borkenkäfer

Fichtenbestände im Bezirk Südoststeiermark sind heuer stark geschwächt und damit sehr anfällig für den Borkenkäfer. Die Forstinspektion fordert die rasche Entfernung befallener Bäume. Von Helmut Steiner

Viele geschwächte Fichten bieten dem Borkenkäfer heuer besonders gute Bedingungen © Harald Hofer
 

Auf Hitze und Trockenheit reagiert die Fichte generell relativ empfindlich. Das ist für Forstfachleute kein Geheimnis. „Heuer ist sie großflächig sehr stark geschwächt. Waldbesitzer stehen nun vor der Situation, dass aufgrund dieser Primärschädigung andere Schädlinge leichtes Spiel haben“, schildert Bezirksforstinspektor Ulrich Arzberger die aktuelle Lage in den Wäldern des Bezirks. Da findet der Borkenkäfer beste Bedingungen vor. Gab es in den vergangenen Jahren rund um dürre Kronen, die Indikator für Käfernester sind, nur einige wenige ebenfalls befallene Fichten, ist das heuer anders. Arzberger: „Es sind jetzt fast ausschließlich ganze Gruppen von Fichten betroffen, und zwar relativ große.“ Da handelt es sich dann gleich um 50 bis 60 Bäume – oder zwei Lkw-Züge mit Holz, damit man sich eine Vorstellung machen kann. Betroffen ist der gesamte Bezirk Südoststeiermark. Bis zu einem halben Hektar große Käfernester sind aufgetaucht.

Rasch aufarbeiten

Die Windwurfschäden im Raum Riegersburg-Kornberg durch den Sturm vor knapp einem Monat hatten darauf keinen Einfluss, betonen die Experten von der Bezirksforstinspektion. Dort geht der Käfer erst jetzt hinein. So sind diese Bäume quasi Fangbäume. „Es hilft, die Käferpopulation abzuschöpfen, wenn diese geschädigten Bäume rasch weggeschafft werden. Aber die Aufarbeitung muss innerhalb der nächsten drei Wochen erfolgen“, unterstreicht der Bezirksforstinspektor.
Wichtig ist es, dass die Waldbesitzer jetzt in ihren Beständen nachschauen, ob sie Wipfelbrüche oder schiefstehende Fichten entdecken. Das muss dann bald aufgearbeitet werden, fordert Arzberger und warnt: „Sonst wird es nächsten Jahr wirklich schlimm mit dem Käfer.“
Immer mehr zum Problem werden auch Energieholzhaufen. Die können zum Paradies für den Borkenkäfer werden. „Man sollte diese Haufen von Haus aus nach Baumarten trennen“, rät Arzberger. „Damit man dann rasch häckseln kann, wenn es notwendig wird

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