Der ZehntagekriegBad Radkersburg und Gornja Radgona: Eine Stadt und ihre Grenze

Nicht nur die Mur trennt die Städte Bad Radkersburg und Gornja Radgona, sondern auch eine Staatsgrenze. Dabei floriert das Leben auf der Grenzbrücke. Eine Spurensuche.

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Die Brücke verbindet Bad Radkersburg (rechts hinten) und Gornja Radgona. Im täglichen Leben wird sie viel passiert © Katharina Siuka
 

Das Einschussloch ist nie verarztet worden. Es klafft in Gornja Radgona an einer grauen Hausfassade nahe der Grenze und ist Zeuge des Zehntagekrieges. So wie Marjan Gavez und Matjaž Perša. Die Freunde stehen am slowenischen Murufer und schauen auf die Grenzbrücke. Nur ein paar Meter trennen sie von Bad Radkersburg im Südosten der Steiermark. „Die Grenze ist eigentlich keine“, findet der 52-jährige Gavez und erinnert sich: „Wir waren die zehn Tage damals in Gornja Radgona.“ Damals, vor 30 Jahren. „Die Österreicher waren die zehn Tage auch da, gleich über der Grenze.“

Kommentare (4)
zweigerl
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Sprache trennt

Diese Umarmungsbekundungen sind unglaubwürdig, weil das Slowenische kaum jemals zur Verkehrssprache tauglich sein wird. Die BORG-Matura auf Slowenisch für eine Handvoll Gastschüler ist Augenauswischerei. Habe noch nie in Bad Radkersburg, wo ich ein ganzes Jahr beruflich tätig war und noch heute regelmäßig die Therme aufsuche, einen slowenischen Dialog gehört. Umgekehrt sprechen viele Slowenen nahezu akzentfrei Deutsch, und wer in "Oberradkersburg" flaniert, trifft auf eine Stadt ohne urbanes Leben. Die Provinz "Stajerska" samt Zugsanbindung ein Stückweit zu austrifizieren, dürfte a la longue unvermeidlich sein, da ja tatsächlich diese Region durch eine jahrhundertelange gemeinsame Geschichte verbunden ist. Eine attraktive ZUgs- und Radstrecke nach Marburg könnte ein erster Schritt sein, dass da wieder eine Region, nachdem sie blutig auseinandergerissen wurde, über das "Pavelhaus" hinaus zusammenfindet.

Dr.B.Sonnenfreund
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Sowohl Bad Radkersburg

Als auch Gornja Radgona (= auf deutsch Oberradkersburg) waren vor den Kriegen zweisprachig. Das sieht man an vielen slowenischen Familiennamen auch auf der österreichischen Seite. Die gemischte Bevölkerung hat gut miteinander gelebt. Die Trennung fand durch die Politik statt. Warum also trennen was eigentlich zusammen gehört ? Imate lep vecer dragi slovenski prijatelji, avstrijski in slovenski Stajerci. Lahko noc in dobro spavate ,lep vikend vase Sonnenfreund, soncno prijatelj.

zweigerl
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Slowenisch kein Thema

Das meinte ich: Verstehe kein Wort von Ihrem slowenischen Text, obwohl ich einmal "Serbokroatisch" im Gymnasium als Freifach belegt hatte und meine Großmutter eine "Windische" war. Lachen musste ich, als die preiskrönte zweisprachige Kärntner Autorin Haderlap dringend verlangt hat, damit man die Schönheit der slowenischen Lyrik (!) genießen kann, die Gedichte auf Slowenisch zu lesen. Die Jugend von Leibnitz bis Marburg wird ca. im Jahr 2150 sich mit Englisch und Deutsch verständigen. Ich kenne ein Dutzend slowenischer Jugendlicher, die bei uns Jobs haben und über deutsche Fernsehsender das unumgängliche Deutsch so lernen, dass man glaubt, sie stammen aus Deutschland.

DieGrazerFamilie
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Eisenbahnbrücke wieder aufbauen

Wenn man nur wollte, könnten die 2 Regionen rechts und links der Mur natürlich noch viel besser verbinden/anbinden!
Ich kann da Hr. Schuster (vom BORG Bad Radkersburg) vollkommen zustimmen: Ein wiederaufbau der Eisenbahnbrücke mit einer entsprechendenen S-Bahn-Haltestelle in BORG-Nähe wäre sehr wünschenswert! Das wäre ein sehr deutliches Zeichen an unsere Jugend, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen würden, nämlich aufeinander zu. Würde man es dann zusätzlich auch noch schaffen den Güterverkehr von der Straße weg wieder mehr auf die Schiene zu verlagern, wäre das auch ein wichtiger Beitrag für den besseren Schutz unserer Umwelt.
Die Realität sieht aber leider ganz anders aus und geht in die komplett falsche Richtung. Man wird die Murtalbahn demnächst einstellen und durch Busverkehr ersetzen. Da kann man sich nur auf den Kopf greifen!