Das Einschussloch ist nie verarztet worden. Es klafft in Gornja Radgona an einer grauen Hausfassade nahe der Grenze und ist Zeuge des Zehntagekrieges. So wie Marjan Gavez und Matjaž Perša. Die Freunde stehen am slowenischen Murufer und schauen auf die Grenzbrücke. Nur ein paar Meter trennen sie von Bad Radkersburg im Südosten der Steiermark. „Die Grenze ist eigentlich keine“, findet der 52-jährige Gavez und erinnert sich: „Wir waren die zehn Tage damals in Gornja Radgona.“ Damals, vor 30 Jahren. „Die Österreicher waren die zehn Tage auch da, gleich über der Grenze.“