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Steirer des TagesFünf Mal steirische Kirche

In fünf Ausstellungen von stellt sich die Diözese Graz-Seckau künstlerisch ihrer 800-jährigen Geschichte – umgesetzt von sieben Kuratoren.

Die Schau im Kunsthaus Graz steht unter dem Motto "Glaube Liebe Hoffnung"
Die Schau im Kunsthaus Graz steht unter dem Motto "Glaube Liebe Hoffnung" © Universalmuseum Joanneum
 

Kunsthaus Graz & Kulturzentrum bei den Minoriten, Diözesanmuseum, Stift Admont, Abtei Seckau und Schloss Seggau: Mit Ausstellungen geht die katholische Kirche in der Steiermark an diesen fünf Orten der Frage nach, woher sie kommt, wer sie heute ist und wohin sie geht. Die einzelnen Objekte ins rechte Licht gerückt und zu einem großen Ganzen zusammengefügt haben sieben Kuratoren.

Die fünf Ausstellungen

Glaube Liebe Hoffnung, Kunsthaus Graz und Kultum/Kulturzentrum bei den Minoriten, bis 26. Oktober
Last & Inspiration, Diözesanmuseum, bis 14. Oktober
Umbruch, Geist & Erneuerung, Abtei Seckau,
bis 28. Oktober
Grenze Öffnung & Heimat, Schloss Seggau,
bis 26. Oktober
Schönheit & Anspruch, Stift Admont, bis 4. November
Kombikarte: 24 Euro (ermäßigt: 18 Euro)

Weitere Infos: www.800-jahre-graz-seckau.at

 

Johannes Rauchenberger

„Gott hat kein Museum“ – so lautet das dreibändige Werk, in dem sich Johannes Rauchenberger mit Religion in der Kunst des beginnenden 21. Jahrhunderts beschäftigt – und das zuhauf mit positiven Rezensionen bedacht wurde. Initialzündung für sein Interesse an Religion und Kunst war ein Besuch bei Josef Fink, dem damaligen Rektor des (schon damals innovativen) Kulturzentrums bei den Minoriten – angestoßen durch seinen Kunstlehrer (und ebenso Künstler) Luis Sammer. „Damals habe ich mir gedacht, das Verhältnis Religion/Kunst könnte zu meiner Lebensaufgabe werden.“ Der heute 49-Jährige studierte dann auch Theologie und Kunstgeschichte in Graz, Tübingen und Köln. Seit 2000 leitet nun er das Kulturzentrum bei den Minoriten mit den Schwerpunkten zeitgenössische Kunst, Gegenwartskultur und Religion in Graz.

Zum 800er hat Rauchenberger dieses Jahr der Diözese Graz-Seckau ein besonderes Geschenk gemacht: Fünf Ausstellungen, die die steirische Kirche aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten. „Wir wollen Wunderbares zeigen, beispielsweise das Barock als sinnliche Form des Glaubens, aber auch Wunden, wie die Gegenreformation.“ Wobei dem Hauptkurator dabei eines besonders wichtig ist: „Es ist eine klare Absage an die Musealisierung von Religion.“

Hauptkurator Johannes Rauchenberger
Hauptkurator Johannes Rauchenberger Foto © Marija Kanizaj

Alois Kölbl

Ein Mensch mit vielen Facetten – das ist Alois Kölbl. Der gebürtige Grazer studierte Theologie und Kunstgeschichte. Bei einem Aufenthalt in der Wüste von Judäa erhielt er den Ruf, Priester zu werden. 2004 wurde er dann Grazer Hochschulseelsorger. Als solcher verantwortet er etwa die Umgestaltung des Gebäudekomplexes in der Leechgasse mit. Seit Herbst ist er Pfarrer von Graz-St. Andrä, jener Pfarre, in der zuvor „Kunstpfarrer“ Hermann Glettler fast zwei Jahrzehnte arbeitete. Und: Der 50-Jährige kuratierte die Schauen im Diözesanmuseum, in Seckau und Seggau mit. Kölbl dazu: „Der Blick nach vorne ist ohne die Vergewisserung auf ein identitätsstiftendes Woher nicht möglich, das der Adaptierung für den aktuellen Gesellschaftshorizont bedarf.“

Theologe, Kunsthistoriker und Seelsorger Alois Kölbl
Theologe, Kunsthistoriker und Seelsorger Alois Kölbl Foto © Gernot Eder

Barbara Steiner

Die Leiterin des Kunsthauses in Graz ist in der Kunstszene weitum bekannt: Mit einem Kunstgeschichte-Abschluss und einer Kuratorenausbildung in der Tasche leitete Barbara Steiner unter anderem Kunstvereine in Ludwigsburg und Wolfsburg, die Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig oder das transnationale Projekt Europe. Hinzu kommen Lehraufträge an Hochschulen in Leipzig, Linz, Braunschweig, Kopenhagen und Wien. Über die Ausstellung im Kunsthaus sagt die 54-Jährige: „Es geht um eine kritische Bestandsaufnahme, wie es heute um das Verhältnis Religion/Gegenwartskunst steht. Das Projekt ist zuletzt eine Chance, Menschen zu erreichen, die der Kunst ansonsten skeptisch gegenüberstehen.“

Kunsthaus-Chefin Barbara Steiner
Kunsthaus-Chefin Barbara Steiner Foto © KK

Katrin Bucher Trantow

Die gebürtige Schweizerin hat Kunstgeschichte und Geschichte studiert. Nach drei Jahren an der Kunsthalle Basel wechselte sie 2003 ins Kunsthaus Graz. Das besondere Interesse Katrin Bucher Trantows gilt den Schnittstellen zwischen Kultur- und Kunstgeschichte sowie bildender Kunst. Über die Schau im Kunsthaus sagt die 47-Jährige: „In einer Zeit, in der politische und gesellschaftliche Diskussionen von Angst um den Verlust heimatlichen Erbes geprägt sind, erscheint es mir wichtig, sich aus der Perspektive der heutigen Alltags- und Bilderwelt mit dem ,katholischen Erbe‘ unserer Bildkultur auseinanderzusetzen.“

Katrin Bucher Trantow, Chefkuratorin im Kunsthaus Graz
Katrin Bucher Trantow, Chefkuratorin im Kunsthaus Graz Foto © Susanne Hassler

Heimo Kaindl

Kunst und Kirche – das gehört für Heimo Kaindl beruflich schon seit 1991 zusammen: Seit damals leitet der Kunsthistoriker, Kulturwissenschaftler und Volkskundler das Diözesanmuseum in Graz. Der 53-Jährige ist auch Diözesankonservator und Mitglied einiger Kunstvereinigungen. Über „Last und Inspiration“ sagt er: „Wir wollen mit der Schau markante Punkte der Kirchengeschichte anhand alter und neuer Kunst aufzeigen. Erreicht haben wir unser Ziel, wenn wir die Besucher in Staunen versetzen und sie aus der Vergangenheit heraus die Gegenwart besser begreifen können, um damit in die Zukunft zu gehen.“

Der Leiter des Diözesanmuseums Heimo Kaindl
Der Leiter des Diözesanmuseums Heimo Kaindl Foto © Sonntagsblatt/Gerd Neuhold

 

Bettina Oberrainer Elke El Sayed, Kuratorin in der Abtei Seckau
Elke El Sayed, Kuratorin in der Abtei Seckau © Bettina Oberrainer

 

Sonja Haider-Krätschmer Michael Braunsteiner, Kurator für Gegenwartskunst im Stift Admont
Michael Braunsteiner, Kurator für Gegenwartskunst im Stift Admont © Sonja Haider-Krätschmer

 

 

 

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