Steirerin des Tages „Vom Guten etwas zurückgeben“

Nina Egger ist als Hebamme für „Ärzte ohne Grenzen“ im Einsatz. Nächste Woche hebt sie nach Bangladesch ab. Morgen Abend berichtet sie im Grazer Schauspielhaus von ihren Einsätzen.

Nina Egger © Stefan Pajman
 

"Ja, es sind schon alle wieder froh, wenn ich wieder gesund daheim bin“, sagt Nina Egger und lächelt. Die 31-jährige Hebamme aus Graz war in ihrem Beruf für „Ärzte ohne Grenzen“ bereits mehrere Monate in der Zentralafrikanischen Republik, im Kongo und in Haiti im Einsatz.


Am 21. Februar hebt sie für drei Monate ab nach Bangladesch, wo „Ärzte ohne Grenzen“ eine medizinische Station für die Rohingya-Flüchtlinge im Distrikt Cox’s Bazar im Grenzgebiet zu Myanmar betreibt. Nina Egger wird voraussichtlich in Jamtoli stationiert und einerseits als klassische Hebamme arbeiten, aber auch als Coach für eine Kollegin, die zum ersten Mal mit der internationalen, privaten Hilfsorganisation im Einsatz ist.

Stimme aus dem Einsatz

Nina Egger berichtet im Gespräch mit der Schauspielerin Susanne Konstanze Weber von ihren Hilfseinsätzen für Ärzte ohne Grenzen in vergessenen Krisengebieten.
Donnerstag, 15. Februar, 18 Uhr, Schauspielhaus Graz, Redoutensaal, Eintritt frei. Anmeldung erbeten unter: veranstaltung@aerzte-ohne-grenzen.at


„Wenn man wie ich in einer so friedlichen Umgebung wie in Graz aufgewachsen ist, dann möchte man von dem Guten, das man erfahren hat, auch etwas zurückgeben“, sagt die Tochter eines pensionierten Architekten und einer Kindergärtnerin, die mit drei Geschwistern aufgewachsen ist.


Nach der Matura am BG Dreihackengasse und nach Abschluss der Hebammenakademie in Graz pendelte sie ein Jahr ins LKH Leoben. Am LKH Graz, wo sie zuletzt arbeitete, ließ sie sich nun für ein Jahr karenzieren. Die Einsätze für „Ärzte ohne Grenzen“ möchte sie nicht mehr missen.


„Bei uns in Österreich, bei unserer Top-Versorgung, geht es oft darum, dass die Geburt ein Erlebnis ist“, sagt Egger. „In Krisengebieten geht es darum, beide am Leben zu haben: Mutter und Kind.“ Wenn man die Lebensumstände in wenig begüterten Regionen der Welt mitbekomme, relativiere sich das Leben hier. „Bei uns gibt es zuviel von allem, dort mangelt es an allem.“ Sie habe gelernt, mit weniger auszukommen, auch ohne richtiges Bad und Dusche: „Aber das ist das geringste Problem: Ich bin in einer Camper-Familie aufgewachsen.“

Wenn sie von ihren Reisen zurückkommt, fremdle sie anfangs immer ein wenig, dann müsse sie sich erst wieder an die Überfluss- und Glitzerwelt gewöhnen. Von der Idee, die Welt zu retten, wurde sie durch ihre Auslandseinsätze „unsanft herausgeholt. Aber man sieht, dass man in einem kleinen Bereich viel verbessern kann.“


Pro Tag sterben 800 Frauen weltweit an den Komplikationen der Geburt. Nina Egger, die mittlerweile „so um die 1000 Babys“ auf die Welt gebracht hat, hilft dabei, dass Mütter und Kinder überleben.

Ärzte ohne Grenzen

Ärzte ohne Grenzen ist die deutsche Übersetzung des Namens der am 21. Dezember 1971 gegründeten größten internationalen Organisation für medizinische Nothilfe Médecins Sans Frontières.

Die private Hilfsorganisation leistet medizinische Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten. Hierfür wurde ihr 1999 der Friedensnobelpreis verliehen.

 

"Ich liebe meinen Beruf!" Foto ©

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