Steirerin des TagesTausendsasserin komponierte Luther-Musical

Barbara Lazar führt gemeinsam mit 45 Schülern des BG/BRG Oeverseegasse in Graz ein ein Musical über den deutschen Reformator auf.

Pädagogin, Musikerin und Pfarrerin: Barbara Lazar
Pädagogin, Musikerin und Pfarrerin: Barbara Lazar © KK
 

500 Jahre sind vergangen, seit Martin Luther seine 95 Thesen formulierte – und damit die Reformation auslöste. Dass seine Person und seine Lebensgeschichte bis heute gerade auch junge Menschen ansprechen können, davon ist Barbara Lazar überzeugt. So schrieb die Religionspädagogin und Pfarrerin das Musical „Martin Luther“, das nun von 45 Schülern des BG/BRG Oeverseegasse aufgeführt wird.

Vorstellungen

18. Mai, 17 Uhr Augustinum, Graz
20. Mai, 17 Uhr, Kreuzkirche, Volksgarten
Am 15. Juni gibt es beim evangelischen Kirchentag auf dem Mariahilferplatz eine Kurzfassung zu sehen.

Vom barmherzigen Gott bis zur Heirat mit Katharina


„Zum Komponieren habe ich mich ans Klavier gesetzt, ich habe ich aber schon die meisten Melodien vorher im Kopf gehabt“, erzählt die 49-Jährige. „Beim Text war es mir hingegen wichtig, dass die Sprache auch von Kindern und Jugendlichen verstanden wird.“ Daher hat sich Lazar auch auf sechs Episoden aus dem Leben des deutschen Reformators beschränkt: seine Erkenntnis, dass Gott barmherzig und gnädig ist, seine Abwehrhaltung gegenüber dem Ablasshandel, das Formulieren der 95 Thesen, den Reichstag von Worms, auf dem Luther für vogelfrei erklärt wurde, das Übersetzen der Bibel ins Deutsche während seiner Zeit auf der Wartburg und seine Heirat mit Katharina von Bora. Im Herbst war es schließlich soweit: Lazar setzte den Schlusspunkt hinter das Stück. Es folgten Sänger- und Instrumentenauswahl, Bühnenbildgestaltung und ab Jänner dann die Proben.

Gemeinsames Kraft schöpfen


Der evangelische Glaube, aber auch das musikalische Talent wurden der gebürtigen Wienerin in die Wiege gelegt: „Der Großvater hat Orgel gespielt, der Vater Klavier.“ Gewidmet hat die Tausendsasserin das Musical aber ihrem Mann Reinhold: „Er hat mich immer wieder motiviert und mir fürs Arbeiten auch den Rücken freigehalten.“ Wobei sich Lazar vor allem abends ans Klavier oder an den Schreibtisch setzte und damit dann, wenn ihre dreieinhalbjährigen Zwillinge Melanie und Elias schliefen. Die Familie ist es auch, der Lazar einen Großteil der Freizeit widmet: „Wir singen oft miteinander, gehen wandern, schwimmen oder radfahren oder Tiere füttern.“ Darüber hinaus engagiert sich die Pfarrerin im Ehrenamt in der evangelischen Kreuzkirche in Graz. Hin und wieder nimmt sie sich jedoch auch eine Auszeit – gemeinsam mit ihrem Mann, um „Kraft für das gemeinsame Leben zu schöpfen“.

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