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Steirer des TagesEin Künstler nicht nur am Herd

Eine Woche lang war der Grazer Philipp Grein als Hobbykoch in dem deutschen TV-Format „Das perfekte Dinner“ zu sehen. Doch Kochen ist nur eine seiner Leidenschaften.

Philipp Grein will als Künstler und Weinhändler durchstarten
Philipp Grein will als Künstler und Weinhändler durchstarten © Fuchs
 

Philipp Grein ist für Überraschungen gut, wohl nicht erst seit Montag weiß das auch seine Freundin. „Lisa, willst du mich heiraten?“ stand auf dem Bild, auf das die Kamera am Schluss jener Szene schwenkte, bei der normalerweise über den Dinnerabend resümiert wird.

Schon Mitte Februar stellte er bei den Dreharbeiten die Frage, dann hieß es wochenlang dichthalten. Ausgestrahlt wurde die Szene letzten Montag – vor einem Millionenpublikum. Die Antwort: „Ja!“

Mit einer vegetarischen Eigenkreation und als hervorragender Gastgeber konnte er sich gegen die anderen fünf Teilnehmer durchsetzen. Auf die Idee, bei der Show mitzumachen, hat ihn die Schwester seiner Freundin gebracht: „Sie hat mich auf Facebook markiert. Ich koche ja im Urlaub auch immer für meine Freunde. Da hat sie sich gedacht, ich sollte mitmachen.“ Für den jungen Grazer dient die Zeit in seiner Küche auch der Entspannung: „Ich koche jeden Abend, egal wie anstrengend mein Tag war.“

Wenn die Dreharbeiten auch anstrengend gewesen sein mögen, der Auftritt hat sich ausgezahlt – nicht nur wegen des Preisgeldes von 3000 Euro: „Gleich am Montag habe ich so viele Bilder verkauft wie in den letzten zwei Jahren insgesamt“, freut sich Grein.

Der Künstler

Seit zwei Jahren ist er als Künstler selbstständig. Seine Tusche-Aquarelle zeigen meist eindrucksvolle und farbenfrohe Tierdarstellungen. Bis zu zwei Tage sitzt er an so einem Werk. Auf die akribisch genaue Vorarbeit mit dem Tuschestift folgen Wasserfarben: „Dann muss es schnell gehen“, sollen doch bestimmete Effekte durch das Verrinnen der Farbe erreicht werden.

Sein zweites Standbein neben der Kunst ist der Handel mit Wein, sein Konzept ist die Vielfältigkeit: „In Österreich haben wir ungefähr 35 Rebsorten. Die meisten erhältlichen Weine werden aber aus denselben zehn davon gemacht. Wir wollen die übrigen 25 in den Mittelpunkt stellen.“ Gemeinsam mit Lucia Laggner hat er die Onlinevinothek „G’schickter Wein“ gegründet.

Die Grundidee: Mit Weinabos will man drei neue oder unbekannte österreichische Weine pro Monat vorstellen. Inzwischen wurde das Angebot um einzelne Weine aus biologisch nachhaltigem Anbau erweitert.

Wer denkt, Grein sei mit Weinhandel, Kunst und Kochen ausgelastet, irrt: Diese Woche veröffentlichte er einen Rapsong auf Youtube (MC Fipsi – „Poseidon“), außerdem arbeitet er an einem Kinderbuch.

Zur Person

Philipp Grein wurde 1988 in Graz geboren und studierte Architektur, bevor er als Künstler selbstständig wurde.

Mit Lucia Laggner gründete er außerdem die Onlinevinothek „G’schickter Wein“.

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