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Steirer des Tages

Im Alleingang ein Drittel der Sitze erobert

Karl Habisch aus Arnfels trat nach einem Streit gegen die eigene Partei an. Und schaffte eine politische Sensation. Von Wilfried Rombold

Berufsschullehrer Karl Habisch will jetzt auch Bürgermeister von Arnfels werden
Berufsschullehrer Karl Habisch will jetzt auch Bürgermeister von Arnfels werden © Wilfried Rombold
 

Mit nur 847 Wahlberechtigten ist die Marktgemeinde Arnfels einer der kleinsten Flecken auf der neuen politischen Landkarte der Steiermark. Aber genau dort gab es am Sonntag eine der größten Sensationen. Die Ein-Mann-Liste von Karl Habisch holte vom Stand weg fünf Mandate und damit gleich viel wie die Bürgermeisterpartei ÖVP.


Der 42-jährige Berufsschullehrer ist zwar ebenfalls ÖVP-Mitglied, nach einem Zerwürfnis mit der Ortspartei kurz vor der Wahl trat der Gemeindekassier aber auf einer eigenen Liste an und machte den Wahlgang zu seiner persönlichen Beliebtheits-Umfrage. „Meine optimistischeren Erwartungen lagen bei drei bis vier Mandaten, fünf sind doch eine große Überraschung“, ist der Südsteirer baff. Da er aber nur eines besetzen kann, bleiben im Arnfelser Gemeinderat künftig vier der 15 Sitze leer. Jetzt will Habisch mithilfe der Opposition Bürgermeister werden.


Das biedere Bankbeamten-Image, das dem 42-Jährigen ein wenig anhaftet, kommt nicht von ungefähr. 18 Jahre lang hatte Habisch in einem Geldinstitut gearbeitet, war Prokurist und Bankstellenleiter. Vor sechs Jahren wechselte er das Fach und unterrichtet seitdem kaufmännische Fächer in der Landesberufsschule Arnfels. „Ja, die Schüler haben mir heute auch schon gratuliert. Wie viele andere auch“, lächelt der 42-Jährige einen Tag nach seinem Wahltriumph. Den er übrigens ganz ohne Plakate, Broschüren und Inserate einfuhr. Arnfels ist klein genug, um auch als „Alleinunterhalter“ von Tür zu Tür zu marschieren und seine Botschaften unters Volk zu bringen. Immerhin gab’s ein Glas Imkerhonig als Wahlgeschenk.


Politisch aktiv ist der verheiratete Vater zweier Söhne (16 und 17 Jahre) seit zehn Jahren, ebenso lange sitzt er schon im Gemeinderat. Abseits von Beruf und Politik widmet er seine Zeit der Familie und der Musik: Habisch spielt leidenschaftlich gern die Steirische Harmonika.

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Er will Bürgermeister werden?

Eine tolle Ausgangslage: Nicht einmal fähig ein paar Mitstreiter zu gewinnen - und dann das Amt des Bürgermeisters anstreben. Viel Weitblick hat der Mann nicht. Im Gegensatz zu den anderen, die ihn jetzt unterstützen: Einen Dümmeren können wir uns nicht wünschen!

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Das ... "biedere Bankbeamten-Image" - Wohl eher "Giebelkreuzler"?

Und daher noch "betroffener" für die OeVP.

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