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Sommergespräch aus WeizWrestler Maximilian Bajlitz: "Jeder der will, kann Wrestling ausprobieren"

Der 32-jährige Maximilian Bajlitz verdient sein Geld als Wrestler. Wie es ist, unsanft auf die Matte zu fallen und was er jenen sagt, die Wrestling als reine Show bezeichnen, erzählt er im Gespräch.

Bajlitz spielte auch Fußball, konzentriert sich aber auf Wrestling und seinen Job als Fitnesstrainer © Wittig
 

Wie kommt man auf die Idee, Wrestler beziehungsweise Catcher zu werden?

Maximilian Bajlitz: Mein Vater hat mir Wrestling in jungen Jahren im Fernsehen gezeigt. Ich war dann gleich total verliebt in den Sport. Am Beginn haben wir die Sachen unter Freunden nachgemacht, irgendwann bin ich dann aber auf Chris Raaber in Leoben gestoßen, der dort eine Wrestling-Schule betreibt. Und dann bin ich dort einmal hingefahren. Der Vater eines guten Freundes hat dann im Keller einen Ring zusammengeschweißt. Das war aber zum Teil sicher gefährlich, was wir da ohne Trainer gemacht haben. Das empfehle ich niemandem. Das Risiko für Verletzungen war zu hoch.

Aber warum gefährlich und Verletzungen? Wrestling ist doch nur Show, oder?

Klar, Wrestling in den Vereinigten Staaten ist sehr viel Show, sehr viel Unterhaltung, auch in Europa gehört die Show dazu. Aber der, der glaubt, dass Wrestling gänzlich Show ist, kann sich gerne einmal mit mir in einen Ring stellen und auf die Matte fallen lassen. Ich bin mir sicher, dass er das dann nie mehr sagt.

Was machen Sie beruflich? Oder kann man in Europa von Wrestling leben? Regelmäßig hört man von den unglaublichen Summen, die in Amerika für den Sport bezahlt werden.

Ich bin Fitnesstrainer. Es ist schwer in Europa, vom Wrestling zu leben. Da muss man schon jedes Wochenende unterwegs sein.

Nachdem es ein Sommergespräch ist: Wann wird Ihnen zu heiß? Beziehungsweise womit kann man Sie ärgern?

Das ist ganz schnell erklärt. Ich ärgere mich, wenn jemand sagt, dass Wrestling nur Show ist.

Zur Person

Maximilian Bajlitz kommt aus Anger bei Weiz. Der 32-Jährige ist – seit er denken kann – Wrestling-Fan. Im Jugendalter erfüllte er sich den Traum, von einem Profi Wrestling zu erlernen.

Inzwischen bestritt Mexxberg – so sein Wrestlername – unzählige Kämpfe in Österreich und dem Ausland.

Am 20. Oktober findet im Volkshaus Weiz die Wrestling-Veranstaltung Final Play Off statt. Tickets sind bereits unter der Nummer 0676-31 08 535 erhältlich.

Sie sagen, dass man viel unterwegs sein muss, wenn man mit Wrestling Geld verdienen will. Das heißt, man kommt viel herum. Wie wichtig ist Ihnen Heimat und das Nachhausekommen?

Heimat ist schon wichtig für mich. Ich tanke daheim Kraft und es ist auch etwas ganz Besonderes, in Weiz zu wrestlen.

Apropos: Es steht ja eine Wrestling-Veranstaltung in Weiz bevor. Was darf man sich erwarten?

Am 20. Oktober im Volkshaus in Weiz gebe ich mein Comeback in Österreich nach einer schweren Verletzung. Ich hoffe, dass ich bis dahin 100 Prozent fit bin. Erwarten kann man sich Wrestling auf Top-Niveau mit einigen internationalen Catchern.

Wie kann man sich das Training eines Wrestlers vorstellen?

Ich trainiere fünf Mal die Woche im Fitnessstudio und am Wochenende stehe ich dann selber im Ring, entweder für ein Match oder ein Training. Ein Wrestlingtraining ist sehr hart, aber da zum Beispiel das Fallen zur Routine wird, ist es natürlich für uns Wrestler nicht mehr so schlimm, auf den Ringboden geschleudert zu werden. Jemand, der das erste Mal Wrestling trainiert, hat aber sicher einige Tage Schmerzen. Das kann ich versprechen (lacht). Da tut der ganze Körper weh.

Minimiert Training das Risiko für schwere Verletzungen? Gibt es Ausgleich zum Catchen?

Natürlich minimiert es das Risiko, aber Wrestling bleibt eine der gefährlichste Sportarten überhaupt. Ja, es gibt Ausgleich – Kickboxen (grinst).

Sie treten mit dem Wrestler-Namen „Mexxberg“ auf. Woher kommt der Name?

Es gab einen Wrestler, der Goldberg geheißen hat. Ich war großer Fan von ihm. Und der Name setzt sich aus meinem Vornamen und zur Hälfte aus dem Namen von Goldberg zusammen.

So hat es damals im Keller angefangen Foto © Mandl

Was hat Mexxberg in den nächsten Jahren vor?

Ich will natürlich verletzungsfrei bleiben und jede Möglichkeit nutzen, um zu wrestlen. Ewig kannst du den Sport nicht betreiben. So realistisch muss man sein. Ich möchte als Catcher viele Länder besuchen.

Macht sich Ihre Mama eigentlich Sorgen, wenn sie in den Ring steigen und sich prügeln lassen?

Natürlich machen sich meine Oma und meine Mutter Sorgen, aber ich passe auf mich auf. Und Wrestling ist meine Leidenschaft. Da lässt man vieles hinten anstehen.

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