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Obwohl kein Fall in ÖsterreichSchweinepest lässt auch hierzulande Schweinepreis abstürzen

Afrikanische Schweinepest in Belgien, Osteuropa und China lässt Weltmarkt verrückt spielen – und steirische Bauern verzweifeln.

Die Afrikanische Schweinepest trat bisher hauptsächlich bei Wildschweinen auf - sie sorgt aber am bäuerlichen Schweinemarkt für enorme Preisstürze © APA
 

Nach Hoch kommt Tief. So weit, so klar – so bitter für die Kassa. „Wir kennen Preisschwankungen seit vielen Jahren und haben uns so gut es geht darauf eingestellt“, sagt Gabriele Stranzl. Doch der Preisabsturz beim Schweinefleisch in den letzten Wochen ist sogar für die grundoptimistische Bäuerin aus Großhartmannsdorf „erschütternd“. Der Ferkelpreis liegt aktuell fast nur noch bei der Hälfte im Vergleich zum Frühjahr 2017.

Wie kam es dazu? Neben einer verhaltenen Nachfrage (der Schweinefleischkonsum der Österreicher sank 2017 um 2,8 Prozent) lässt die Afrikanische Schweinepest, die in immer mehr Ländern vorwiegend bei Wildschweinen auftritt, die Märkte verrückt spielen, sagt Raimund Tschiggerl von der Erzeugorganisation „Styriabrid“. Schon im Frühjahr war die für Menschen ungefährliche Viruserkrankung zwischen Polen und Ungarn aufgetaucht und sorgte für nervöse Märkte.

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„Wirklich brisant ist es aber, seit die Afrikanische Schweinepest im September in Belgien aufgetreten ist“. Das Land weise einen 250-prozentige Eigenversorgungsgrad auf und exportiert pro Jahr um 50 Prozent mehr Schweinefleisch, als in ganz Österreich verbraucht wird. „Viele Drittstaaten, vor allem am Hauptmarkt Asien, sperren betroffene Länder sofort nach Auftreten der Schweinepest für Importe. Seither versucht Belgien, das Fleisch zu Dumpingpreisen in der EU loszuwerden“, erklärt Tschiggerl.

Bitter: Just zum Zeitpunkt, als heuer nach jahrelanger Vorarbeit die Exporttür nach China für heimisches Schweinefleisch aufging, ließ dort der Appetit nach. China ist aktuell selbst von Schweinepest betroffen und sehr zurückhaltend mit Importen.

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Dass es aufgrund internationaler Verflechtungen auch die 6000 steirischen Schweinehalter trifft, wenn in Belgien eine Seuche auftritt, ist vielen Produzenten wie Gabriele Stranzl ein Dorn im Auge: „Wir produzieren völlig regional, sind aber stark vom globalen Preis abhängig.“ Aufzugeben kommt für die Mittvierzigerin und ihren Mann Herbert aber nicht in Frage: „Dazu machen wir die Arbeit zu gern, auch die Söhne wollen weitermachen.“ Das sehen laut Tschiggerl viele anders: „Es steigen derzeit reihenweise kleinere Familienbetriebe aus. Also die, die wir eigentlich schützen wollen.“

Apropos schützen: Heimische Agrar- und Gesundheitsbehörden versichern, man arbeite mit Hochdruck daran, ein Auftreten der Schweinepest in Österreich zu verhindern. Und einen Plan B zu haben, falls doch der Tag kommen sollte, an dem diesseits der Grenze Wildschweine mit dem Virus gefunden werden.