AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Gesund ErnährungFoodblogs bringen Würze in die Küche

Zwei Foodbloggerinnen aus dem Bezirk kochen in ihren Küchen gesund und regional auf.

Sarah Hofer aus Ebersdorf verzichtet auf Zucker und Weizen © KK
 

Gesunde Ernährung ist mittlerweile in aller Munde. Das zeigen viele Post auf den sozialen Plattformen wie Instagram oder Pinterest. Obst und Gemüse sind der natürliche Weg für einen gesunden Körper und Geist. Doch viele, die sich im Jahr 2018 und speziell in den Wintermonaten November und Dezember damit beschäftigen, haben schier den Überblick verloren, was man jetzt eigentlich essen soll und was nicht. Dabei ist es gar nicht so schwer, gesund zu kochen und vitale Lebensmittel zu beziehen. 

Die Blogger Sarah Hofer aus Ebersdorf (24) und Anja Sammer aus Fürstenfeld (36) haben sich mit der Thematik ausgiebig beschäftigt. Auf ihren Blogs sowie Instagram und Pinterest tischen sich köstliche Gerichte zum Nachkochen auf. Im Topf der beiden landen ausschließlich regionale und saisonale Produkte. Es wird dabei vegan, vegetarisch, aber auch glutenfrei und Fleisch aus artgerechter Tierhaltung gekocht. Dabei enstehen köstliche Rezepte. 

Sarah Hofer: Von der Tiefkühlpizza zur vegetarischen Lasagne 

Am Anfang war die Torte. Bevor Sarah Hofer begonnen hat, sich mit der schmackhaften Verarbeitung regionaler und saisonaler Produkte zu beschäftigen, wirbelte sie im zarten Alter von 16 Jahren mit Backform und Schneebesen durch die Küche. Damals standen viel Zucker und eine ebenso große Portion Neugierde auf der Zutatenliste der aufwendig hergestellten süßen Nachspeisen.

„Ich war mehr am Prozess des Backens interessiert und weniger am Verkosten danach“, erklärt Hofer, die meist als Ausgleich nach einem stressigen Tag zum Kochlöffel griff. An dieser Einstellung hat sich im Wesentlichen bis heute nichts geändert. An den Zutaten hingegen schon.

Auf ihrem Blog „freie stücke“ bereitet die Ebersdorferin Gerichte zu, deren Ingredienzien im ersten Moment im Widerspruch zueinander stehen, nur um später im Kochtopf vereint zu werden. Einzig: Weizen, raffinierter Zucker und ungesunde Fette müssen draußen bleiben. Im November stellte Hofer etwa ihr zuckerfreies Apfelbrot online. 

freie stücke

Sarah Hofer betreibt seit 2016 den Foodblog „freie stücke“.

In ihren Rezepten verzichtet sie auf Weizen, raffinierten Zucker und ungesunde Fette.

Auf der Webseite werden traditionelle Gerichte neu
interpretiert.

„In den vergangenen Jahren habe ich gelernt, mehr auf die Wirkung von Zutaten auf den Körper sowie auf deren Qualität und Herkunft zu achten“, sagt die 24-Jährige. Statt Tiefkühlpizza nach einem anstregenden Uni-Tag in Wien wird etwa „Hasselback-Zucchini in Tomatensoße“ oder „Erdbeertorte mit Dinkel-Mandel-Boden und Topfencreme“ aufgetischt. Bis ein Rezept jedoch auf „freie stücke“ landet, muss es den Gaumentest von Hofer und ihrer Familie bestehen.

 

Manchmal schmeckt es gleich beim ersten Mal, wenn nicht, wird die Rezeptidee wieder verschmissen.

Sarah Hofer

Mittlerweile kocht und bäckt die Ebersdorferin ganz ohne Rezeptvorlage. Packt sie die Experimentierlust, liegt sicherheitshalber in ihrer Küche stets ein Block und ein Stift parat: Alles, was im Kochtopf oder der Backform landet, wird von der 24-Jährigen akribisch dokumentiert. „Manchmal schmeckt es gleich beim ersten Mal, wenn nicht, wird die Rezeptidee wieder verschmissen.“ Quasi Fusionsküche auf regionaler Ebene.

Lieblingsgericht

 

Besteht das Gekochte indes den Geschmackstest, dann wird der Kochprozess noch einmal mit der Kamera und textlicher „Amore“ festgehalten. Und bei welchem Gericht schlägt das Herz der Köchin höher? „Bei vegetarischer Lasagne mit Linsen, Gemüse und Ziegenfrischkäse.“ Das Rezept dazu gibt es auf Hofers Blog.

Anja Sammer: Wenn die Rezeptsammlung zum Blog wird

Eigentlich hatte Anja Sammer nie einen Foodblog im Sinn. Als ihr jedoch die fein säuberlich niedergeschriebenen Rezepte beim Öffnen der Küchenlade entgegen flatterten, wurde es der Fürstenfelderin zu bunt: Inspiriert von ihrem Freund Aiman, wurde „Food Freshion“ ins Leben gerufen.

„Er hat zu mir gesagt: ,Du redest und fotografierst gerne, mach doch einen Blog‘“, erinnert sich Sammer. Mittlerweile ist die Webseite eine geschlossene Rezeptsammlung, auf der sich vegetarische, vegane und glutenfreie Gerichte finden. Gesammelt und digitalisiert hat sie die Fürstenfelderin, nachdem sie vor ein paar Jahren wegen schlimmer Magenprobleme ihre Ernährung umstellen musste. Ganz nach der Prämisse „frische Ideen und frische Produkte“ interpretiert die 36-Jährige seither in ihrer Küche Speisen aus aller Welt neu.

Food Freshion

Anja Sammer verfolgt auf „Food Freshion“  ähnliche Ansätze.

Mittlerweile ist der Blog eine geschlossene Sammlung von veganen, vegetarischen und glutenfreien Rezepten.

Erfolge: 2. Platz beim „Austria Food Blog Award“.

Für die Rezepte kommen in ihren Kochtopf ausschließlich saisonale und regionale Zutaten. Den Fokus hat sie dabei auf die österreichische und orientalische Küche gelegt. „Mich interessiert vor allem, wie man bestehende, traditionelle Rezepte für sich selbst wieder interessant machen kann.“ So werden etwa die Krautfleckerl von Mama mit einer asiatischen Würzweise verfeinert. Die Füllung der selbst gemachten Falafel wird von Sammer, passend zum Herbst, aus Kürbis zubereitet.

Food Blog-Gewinnerin

Ein Blick auf „Food Freshion“ lässt das Genussherz dabei höherschlagen: Zu „Ofenkartoffeln mit Dukkah“ gesellt sich etwa „Persischer Spinatsalat mit Mandeln“. Eine lukullische Liaison von Weltformat auf dem Esstisch, wenn man so will.

Anzutreffen ist Sammer am ehesten am Frühstückstisch. Die Tageszeit spielt für sie dabei keine Rolle. „Am liebsten frühstücke ich drei Mal am Tag.“ Da passt es auch, dass sie für ihren Porridge mit Kurkuma und Birne beim „Austria Food Blog Award 2017“ den zweiten Preis in der Kategorie „Frühstück“ einheimste.

Interpretiert Gerichte gerne auf ihre Art neu: Anja Sammer Foto © KK

 

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren