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ReportageAbenteuerlicher Lebensmittel-Transport nach Hohentauern

Durch meterhohen Schnee, über Forstwege und mitten durch einen Bach führt der Notweg nach Hohentauern. Am Donnerstag gelang ein erster Lebensmittel- und Diesel-Transport.

Die Bundesheer-Fahrzeuge mussten sogar einen Bach queren © Sarah Ruckhofer
 

Der Weg nach Hohentauern, er gleicht einem unfreiwilligen Abenteuertrip. Seit Samstag ist niemand mehr nach Hohentauern hineingekommen – aber ein Erkundungsflug am Mittwoch hat gezeigt, dass es eine Möglichkeit gibt: einen improvisierten Notweg von St. Johann in die eingeschlossene Gemeinde, über den an diesem Donnerstag Lebensmittel und Diesel vom Bundesheer (Jägerbataillon 18) gebracht werden. Mit dabei: Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer und Katastrophenschutz-Experte Walter Kreutzwiesner, die sich selbst ein Bild machen wollen und von der Feuerwehr hineingefahren werden. Vorbei an meterhohen Schneewechten, quer durch die Pampa mit schwerem Gerät. Wir dürfen mit.
An der schwierigsten Stelle gilt es, einen mehrere Meter breiten Bach zu überqueren – per Bundesheer-Unimog oder Traktor, in gefährlicher Schieflage, über eisiges Gestein. Aber: Der Konvoi schafft es.

 

Schnee in Hohentauern: Auf dem Weg in das Sperrgebiet

Am Donnerstag startete das Bundesheer Versorgungsfahrten mit Lebensmitteln und Dieseln über den Notweg nach Hohentauern.

Sarah Ruckhofer

Ebenfalls auf den Weg dorthin machte sich Landeshauptmannstellvertreter Michael Schickhofer, um sich persönlich ein Bild der Lage machen zu können ...

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Der Notweg führt unter anderem durch einen Bach und über sehr unwegsames Gelände ...

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Weitere Bilder des ersten Transportes!

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Else Kolland (94), Kauffrau mit Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer

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Schickhofer zu Besuch bei der Bergrettung

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Als der erste Bundesheer-Transporter eintrifft, ist es beinahe finster. Die Erleichterung im Ort ist mit Händen greifbar. Klopapier, Mehl, Kindernahrung – die Regale des Kaufmanns füllen sich. Es ist der Höhepunkt eines Tages voller Höhen und Tiefen für den kleinen Ort, gute und schlechte Nachrichten wechselten sich im Stundentakt ab.
Bereits am Vormittag trafen sich Lawinenkommissionen, Behörden und Institutionen in St. Johann zur Lagebesprechung. Diskutiert wurden verschiedene Optionen, wie es für Hohentauern weiter geht. Im Gespräch: Lawinensprengungen, kurzfristige Aufhebungen der Sperren, eine groß angelegte Evakuierung der Urlauber. Klar ist: „Hinter jeder Entscheidung steckt eine riesengroße Verantwortung“, so Bürgermeister Heinz Wilding. Sprengungen wären höchstens im Bereich Triebenstein möglich, auch da muss das Wetter mitspielen. „Und selbst nach einer Sprengung wäre die Straße nach tagelang gesperrt.“

Schneemassen: Bundesheer liefert Lebensmittel

Lagebesprechung für die abgeschlossenen Gemeinden Hohentauern und St. Johann.

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Es gibt einen befahrbaren Weg, er führt unter anderem durch Bäche, zwar nur für Geländefahrzeuge des Bundesheers, aber somit ist die Versorgung der eingeschlossenen Menschen gewährleistet.

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Am Donnerstag ab 13 Uhr werden frische Lebensmittel und Diesel in die Murtaler Gemeinde geliefert.

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Weitere Bilder!

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Schickhofer mit Else Kolland, Kauffrau, 94 Jahre

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Schickhofer mit Else Kolland (94)

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Eine Öffnung der Straße Richtung Judenburg, und sei es nur für wenige Minuten, um Urlauber durchzulassen, verwerfen die Experten als zu gefährlich. „Es braucht Stunden, um den Schnee wegzuräumen. Wenn wirklich eine Lawine runter kommt, ist das lebensgefährlich. Wir versuchen eh alles Menschenmögliche“, bestätigt Pölstals Bürgermeister Alois Mayer. Markus Ernst, Lawinen-Experte, verdeutlicht: „Bei der Schneesituation am Geierkogel sehen wir uns alle nicht mehr hinaus. Das ist unberechenbar.“ Geht die Lawine ab, wird eine ganze (evakuierte) Siedlung verschüttet.

Bleibt Plan C: Freitag beginnt die Evakuierung der fast 300 Touristen, sie werden mit Bundesheer-Lastwagen über den Notweg bis St. Johann gebracht, dort von Bussen zum nächsten Bahnhof transportiert. Ihre Autos freilich müssen in Hohentauern bleiben. „Wenn zumindest die Touristen abreisen können, nimmt das viel Druck weg“, so Wilding. Für die Einheimischen heißt es weiterhin – abwarten, geduldig sein, auf besseres Wetter hoffen.

 Meterhoher Schnee

"Es ist ein Wahnsinn, man kann es sich von Graz aus nicht vorstellen, bis man wirklich da ist“, staunte auch Schickhofer bei der langen Fahrt über verlassene Straßen. Starker Schneefall und Stürme erwarteten den Landes-Vize, an manchen Stellen in Hohentauern türmt sich der Schnee vier Meter hoch. Autos sind kaum mehr zu sehen, Gärten und Einfahrten im Schnee nicht mehr zu erkennen. Sein erster Weg führte Schickhofer zu Bergrettung und Feuerwehr: „Ihr leistet großartige Arbeit, ich kann mich nur bei jedem Einzelnen bedanken.“

Die Hohentauerner sehen den kommenden Tagen trotz schlechter Wetterprognosen gelassen entgegen. Wilding betont einmal mehr, wie gut der Zusammenhalt ist: „Jeder hat eine Aufgabe.“ Auf den tief verschneiten Straßen wandert Sabine Kalb mit ihrem Sohn Lennard dahin. „Viel gibt es nicht zu tun“, schmunzelt die Touristin aus Fulda. „Es ist ein merkwürdiges Gefühl, völlig eingeschlossen zu sein.“ Umso größer die Freude, als das Jägerbataillon 18 mit Nachschub eintrifft. „Verhungern werden wir nicht“, bringt es der Kaufmann trocken auf den Punkt.

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