Zum Anschluss 1938Das Jahr, in dem Judenburg "judenfrei" wurde

Wehende Fahnen und „Heil Hitler“-Rufe am Judenburger Hauptplatz zum Anschluss 1938. Der Name der Stadt war vielen ein Dorn im Auge.

Über den Landtorberg kam der Zug in die Stadt © Stadtmuseum Judenburg
 

Es war kein überraschendes Ereignis. Nichts, das Erstaunen oder gar Ablehnung hervorgerufen hätte: Als Anfang März 1938 Österreich an das nationalsozialistische Deutsche Reich angeschlossen wurde, war das bald in jedem noch so kleinen Dorf spürbar. Eine der größten Kundgebungen anlässlich des „Anschlusses“ fand am Hauptplatz von Judenburg statt: Das Kreuz des Stadtturms war durch ein Hakenkreuz ersetzt worden, rund um den „Adolf Hitler-Platz“ wehten Fahnen. Kreisleiter Hans Kotz und Amtswalter Rudolf Bauernberger hielten Reden vor angeblich 4000 Judenburgern, eine Polizeiabordnung aus Frankfurt überwachte das Geschehen. Festlich mutetet der Zug an, der über den Landtorberg in die Stadt führte. Noch ahnte niemand, wer da so euphorisch in Judenburg willkommen geheißen wurde.

Judenburg: Bilder vom Anschluss 1938

Anschluss 1938

Bilder aus dem Judenburger Stadtmuseum. Zu sehen ist Judenburg im Jahr 1938. Klicken Sie sich durch die Galerie!

Stadtmuseum Judenburg

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„Die Arbeitslosigkeit war zu diesem Zeitpunkt ein riesiges Problem. Der Nationalsozialismus verhieß Änderung, Arbeit, Besserung“, erklärt Michael Schiestl, Leiter des Judenburger Stadtmuseums und Kenner der Regionalgeschichte. Der Anschluss war bestens vorbereitet und durchchoreografiert, Fackelzüge und Märsche stimmten die Bevölkerung auf das Kommende ein – die Volksabstimmung am 10. April 1938, wo 99,9 Prozent aller Judenburger für den Anschluss stimmen würden. Wer die lebensgefährliche einzige Gegenstimme abgab, ist bis heute nicht bekannt.

Adolfsburg oder Zirbenstadt?

Zu Beginn des Jahres 1938 lebte in Judenburg eine gut integrierte jüdische Gemeinde. Wer die Gefahr erkannte, der flüchtete in diesen Tagen des März. Der Großteil aber blieb – und wurde noch im Frühling seines Eigentums beraubt. Penibel sind Plünderungen durch Einheimische dokumentiert, ein Gutteil des Bürgertums nahm an der „wilden Ariesierung“ teil. Sogar den Nationalsozialisten wurde das zu viel, sie pochten auf eine systematische Enteignung. Die jüdischen Familien wurden nach Wien deportiert, kaum 9 Monate nach dem Anschluss war Judenburg „judenfrei“. Blieb der problematische Stadtname. Adolfsburg, Waldburg, Zirbenstadt – der Umbennenung kamen die Wirren des Kriegs zuvor.

Auf den Anschluss folgten in Judenburg Straßenumbenennungen, Umerziehung durch systemtreue Lehrer, die Militarisierung der Gesellschaft. Und doch gab es leisen Widerstand: Gerade am Land bissen sich die Nazis oft die Zähne aus an der Bevölkerung, die ihren christlichen Werten treu blieb. Ein kleiner Funken, der im Flächenbrand des Zweiten Weltkrieges die Menschlichkeit hochhielt.

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