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ForschungenWie aus einem Turm ein Schloss wurde

Schloss Hanfelden in Pölstal, Gegenstand archäologischer Untersuchungen, bietet einige Gustostückerl – und öffnet die Türen.

Schlossführungen gibt es am 1. August © Michaela Egger
 

Übermuett Der Laider Ja nie thuett kain guett.“ Dass Übermut keinem gut tut, wusste man schon vor Jahrhunderten. Diese Zeilen stehen in einer Inschrift in der sogenannten Königsstube des Schlosses Hanfelden geschrieben, dem einst der damalige König Maximilian einen Besuch abgestattet haben soll. Die Inschrift handelt von dieser hoheitlichen Visite im Jahr 1506 und des Königs (gescheiterten) Versuch, das überflutete Bergwerk Zeiring zu retten. Grund für die Wassermassen im Silberberg: der Übermut der Knappen, der Gottes Zorn auf sich zog.

Diese Inschrift ist nur ein Gustostückerl im Unterzeiringer Schloss, das für historisch Interessierte wohl in die Kategorie märchenhaft fällt. Denn: Große Modernisierungsarbeiten wurden zwar durchgeführt, aber zuletzt um 1650. Seither hat sich bis auf kleinere Veränderungen nicht viel getan, und so verbirgt sich hinter der Barockfassade ein fast vollständig erhaltenes mittelalterliches Schloss, wie es Robert Fürhacker ausdrückt. Er ist Restaurator für archäologische Funde und Mitglied des Arbeitskreises Schloss Hanfelden.

Die Authentizität und das Ursprüngliche faszinieren auch die meisten Besucher, die Tage der offenen Türen nutzen oder ab und an vorbeischauen, wenn „das Tor offen ist“, berichtet die örtliche Grabungsleiterin Iris Winkelbauer. Seit dem Vorjahr wird das Schloss vom Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie Wien unter der Leitung von Claudia Theune untersucht, auch in diesem Sommer finden Forschungen statt. Durchleuchtet werden aktuell die Eingangssituation und die Erdgeschossräume des Nebengebäudes.

„Freiwillige, die uns helfen wollen, sind jederzeit willkommen“, schmunzelt Winkelbauer. Sanfte Restaurierungen werden vorgenommen, grundsätzlich geht es aber um die Konservierung des Bestehenden und um Forschungsarbeiten.

Erste Ergebnisse werden am 1. August präsentiert (Details siehe Information unten). An diesem Tag können die Besucher auch die spätmittelalterlichen Blockwerkkammern – wohl die repräsentativen Wohnräume der einstigen Schlossbesitzer – besichtigen: wahrscheinlich die einzigen, die in der Steiermark in voller Pracht bewundert werden können. „Österreichweit sind vielleicht noch zehn derartige Kammern erhalten“, so Fürhacker – das Besondere: Die tragende Holzkonstruktion wurde erst nach ihrer Errichtung eingemauert.

Hanfelden: "Rundgang" durchs Schloss

Schloss Hanfelden

Das Schloss in Unterzeiring wird sanft restauriert, grundsätzlich werden Konservierungsarbeiten durchgeführt.

Michaela Egger

Schloss Hanfelden

An der Ringmauer werden ebenfalls Maßnahmen vorgenommen.

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Schloss Hanfelden

Es wird aber auch geforscht.

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Schloss Hanfelden

Am 1. August 2017 findet ein Tag der offenen Tür statt.

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Das Schloss selbst wurde Ende des 15. Jahrhunderts von Hans Han errichtet, allerdings dürfte es damals kein Neubau gewesen sein: „Es war schon ein Wohnturm da, der um 1400 gebaut wurde“, so Fürhacker. Dieser Turm wurde erweitert und ist ebenfalls noch vollständig erhalten. Die Eigentümer wechselten oft, aktuell befindet sich die historisch wertvolle Stätte in Besitz von Georg Neuper.

Dass das Schloss schon seit vielen Jahrzehnten Interesse weckt, beweisen Schriftzüge, die sich unter anderem neben eingangs erwähnter Inschrift befinden: Besucher hinterließen dort ihre Namen mit einer Jahreszahl auf den Wänden – so wird sogar Graffitiforschung in Unterzeiring betrieben.

Offene Türen

Das bis 1972 (von einer Frau) bewohnte Schloss Hanfelden in Unterzeiring (Gemeinde Pölstal) öffnet am Dienstag, 1. August, seine Pforten: Besucher können an Führungen teilnehmen, Forschungsergebnisse werden präsentiert. Der Eintritt ist frei, 9 bis 18 Uhr.

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