AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Bergbau-Serie: Teil 2Die unsichtbare Gefahr lauert unter der Erde

Teil zwei der Serie zum Fohnsdorfer Bergbau: Immer wieder fordern schwere Unfälle Todesopfer, gefürchtet ist vor allem das Methangas.

Eine Lampenkammer um 1900. In gefährdeten Gebieten mussten Sicherheitslampen mitgeführt werden © Bergbaumuseum Fohnsdorf
 

Die Rauch- und Staubwolke ist kilometerweit zu sehen. Verhängnisvoll hängt sie über dem Karl Augustschacht, ein weithin sichtbares Zeichen für das größte Unglück in der Geschichte des Fohnsdorfer Bergbaus. Es ist der 6. August 1943. Um 7.35 Uhr kommt es im sogenannten „Zweierfeld“ zu einer verheerenden Schlagwetterexplosion. Von den 123 Arbeitern, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Grube befinden, verlieren 100 ihr Leben.
Die Arbeit in den verzweigten Schächten unter der Erde gehört bis heute zu den gefährlichsten der Welt. Die Fohnsdorfer Bergmänner wissen viele Geschichten zu erzählen, wie der Berg immer wieder Opfer forderte. Einer, der zwei der gefürchteten Schlagwetterexplosionen hautnah miterlebt hat, ist der ehemalige Obersteiger Franz Hager. „Wir kamen am 2. Jänner 1950 nach Fohnsdorf. Uns war bekannt, dass in den Fohnsdorfer Braunkohlenflözen Methangas vorhanden ist“, berichtet er. Kommt das Gas mit Sauerstoff in Kontakt, führt das zu heftigen Explosionen.

Lampen als Warnung

In von sogenannten „Schlagwetter“ gefährdeten Gebieten mussten daher stets Gassicherheitslampen mitgenommen werden. Übersteigt die Flamme der Lampe den oberen Zylinderrand, galt der Raum als explosiv. Mit Wasserschleiern versuchte man dann, den Explosivstoff für wenige Minuten unter Kontrolle zu bringen, um den Bergleuten die Flucht zu ermöglichen. Nicht immer gelang das: „Am ersten Tag meiner Schicht kam es in der Früh vor Schichtbeginn zu einer Schlagwetterexplosion. Es war nicht nur eine Gasexplosion, sondern auch eine Kohlenstaubexplosion. Mehr als zehn Kumpel waren tot, weitere hatten ganz arge Verbrennungen und kämpften im Werksspital ums Überleben. Die Förderhunte lagen kreuz und quer verbeult in der Strecke.“
Hager erlebte acht Jahre später eine weitere Explosion, zwei Steiger und sieben Kumpel kamen dabei ums Leben.

Insgesamt fordert der Bergbau seit 1910 über 270 Todesopfer. Im Fohnsdorfer Bergbaumuseum sind Listen zu finden, in denen Namen, Todesursache und Verletzungen in grausamer Korrektheit festgehalten sind. Man liest von Brandwunden, Ersticken, Verschüttungen, Explosionen und Abstürzen. Es sind Beweise dafür, wie hoch der Preis für die Gewinnung von Kohle war – und heute noch ist.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.