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Der Bergbau in FohnsdorfGeschichte(n) eines Lebens unter Tag

Die Schließung des geschichtsträchtigen Fohnsdorfer Bergbaus jährt sich bald zum 40. Mal. Die Kleine Zeitung widmet dem Bergwerk eine fünfteilige Serie.

Auch auf historischen Aufnahmen (hier ein Bild aus 1942) ist zu sehen, wie stark der Bergbau die Region prägt © kk
 

Keine andere Industrie prägte die historische Entwicklung des Aichfelds so nachhaltig wie der Fohnsdorfer Bergbau. Noch heute sind die Spuren des Kohlebergwerkes allerorts in den Fohnsdorfer Ortsteilen zu finden, Geschichten aus der „Gruabn“ kursieren zu Hunderten in der Region.
Die Schließung des Bergwerks stellte eine Zäsur in der Geschichte des Ortes dar. Heuer vor 40 Jahren ereilte die Kumpel der Schließungsbefehl, im Jahr 1978 wurde das traditionsreiche Bergwerk für immer geschlossen. In einer fünfteiligen Serie möchten wir der Geschichte des Bergbaus, dem Leben unter Tag, der Welt der Kumpel, den großen Grubenunglücken und den bis heute sichtbaren Folgen des Bergbaus nachspüren. Auch Zeitzeugen sollen mit ihren Fotos und Geschichten Platz finden.

Zeitzeugen gesucht

Ewige Finsternis, Hitze und Lärm, dazu schwere körperliche Arbeit und die ständige Gefahr von Unfällen – das Leben unter Tag ist für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Vielleicht herrschte deshalb unter den Kumpel ein ganz besonderer Gemeinschaftssinn.
Wir suchen nach Zeitzeugen, die den Fohnsdorfer Bergbau noch aktiv miterlebt haben und ihre Geschichten oder Fotos mit den Lesern der Kleinen Zeitung teilen möchten. Alle Bilder werden in einer Online-Fotogalerie gesammelt, eine Auswahl davon erscheint in der Kleinen Zeitung. So können Sie mitmachen: Schicken Sie Ihre Fotos oder Erlebnisse per Mail an judred@kleinezeitung.at oder per Post an Kleine Zeitung, Herrengasse 8 in 8750 Judenburg. Selbstverständlich können Sie Unterlagen auch persönlich im Büro vorbei bringen. Wir freuen uns auf Ihre Geschichten!

Die Geschichte des Bergbaus beginnt früh – sehr früh. Vor rund 17 Millionen Jahren bildet sich die Fohnsdorfer Kohlenmulde, das bis zu 15 Meter dicke Flöz, die Kohleschicht, erstreckt sich zwischen Maria Buch und dem Fohnsdorfer Ortsteil Lorenzi. Entdeckt wurde die Braunkohle 1670 westlich von Dietersdorf, fünf Jahre später initiierte Fürst Johann Adolf I von Schwarzenberg den Abbau. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wird im Tagbau gearbeitet, erst dann beginnt der Stollenbau. Die Fördermengen steigen: 1875 werden bereits 263.000 Tonnen gewonnen, erstmals auch Pferde eingesetzt. Mit der Gründung der Österreichisch-Alpinen Montangesellschaft 1881 beginnt die große Zeit des Kohlebergbaus. Die Alpine ist zur damaligen Zeit das größte Kohleunternehmen in Österreich, Fohnsdorf der wichtigste Einzelbetrieb. Stollen bis zu 1155 Meter unter der Erde machen Fohnsdorf zum tiefesten Braunkohlebergbau der Welt.

1908 finden über 2600 Menschen Arbeit in der „Grube“, Fohnsdorf wird zum wichtigsten Bergwerk der Zwischenkriegszeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg steigt die Fördermenge auf einen historischen Höchststand.
Ein kurzes Hoch: Mit dem Auftauchen von Erdöl und Erdgas rutscht die Kohle in die Krise – der Anfang eines für die gesamte Region schmerzvollen und verhängnisvollen Endes.

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