AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Steirer des Tags

Der Mann, der in der Formel 1 die Flitzer stoppt

Christoph Ammann verkauft im Jahr rund 200.000 Motorsport-Tickets. Vorwiegend an Formel-1-Fans. Und sein Sicherheitsdienst macht den Flitzern das Leben schwer.

© Richard Purgstaller
 

Seit die Rückkehr der Formel 1 nach Spielberg verkündet worden ist, geht's auch im Büro von Christoph Ammann rund. Sein Arbeitsplatz liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Red Bull Ring, nur wenige Meter vom Haupteingang entfernt. "Wir haben bereits Hunderte Anfragen von Fans, die sich ein Ticket für den Comeback- Grand-Prix wünschen", bleibt der 52-jährige Knittelfelder aber gelassen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass Ammanns Firma "Grand Prix Tickets" jährlich rund 200.000 Eintrittskarten weltweit an den Fan bringt. Die Formel 1 dominiert das Geschehen, aber auch Tickets für die Motorrad-WM und die DTM sind sehr gefragt.

Ein Urgestein

Seit 1987, seit nunmehr 26 Jahren, arbeitet Christoph Ammann in und für die Formel 1. So erfolgreich und vertrauensvoll, dass er den großen Mr. Ecclestone "Bernie" nennen darf. Sein Aufstieg war aber nicht gerade einfach. "Ich habe 1987 erstmals für den Österreich-Grand-Prix Karten verkauft und einen Sicherheitsdienst organisiert. Im Rennen gab es zwei gewaltige Startkollisionen - und der GP von Österreich war für zehn Jahre weg. Ich hatte damals einen mehrjährigen Vertrag, aber plötzlich keine Veranstaltung mehr. . .", erinnert sich Ammann zurück.

Ersatz war gefragt. "So bin ich zum GP von Belgien nach Spa gefahren und habe gesehen, dass dort einiges schiefläuft. Dort wurden, zum Beispiel, 20 Prozent der Karten für eine bestimmte Tribüne verkauft, aber die Sitze waren nahezu alle belegt. Ich habe den Belgiern dann ein Karten- und Kontroll-Konzept geliefert, ein Jahr später war ich in Spa im Geschäft", erzählt der Murtaler und lässt dabei nicht unerwähnt, dass auch er bzw. seine Firma kontrolliert worden ist. "In Belgien haben die Veranstalter Luftbilder vom Ringgelände gemacht. Daraus wurden die Zuschauerzahlen errechnet - und man hat gesehen, dass mein System funktioniert."

Bis zu 150 Mann

Der Sicherheitsdienst wurde für Ammann neben dem Kartengeschäft zum zweiten Standbein. Noch heute sind bis zu 150 Mann seiner "CAM-Security"-Firma weltweit bei Formel-1-Rennen im Einsatz. Und machen den Flitzern das Leben mehr als nur schwer. "Wir bemühen uns", schmunzelt Ammann und kann so manch heitere Anekdote erzählen.

Der Scheich ohne Macht

"Beim GP in Bahrain kam vor Jahren ein Scheich mit einer VIP-Karte zum Rennen. Im Schlepptau hatte er seine 20-köpfige Familie - die hatten allerdings keine Karten. Bei uns war die Befehlsgewalt des Scheichs ohne Wirkung. Kein Ticket, kein Einlass - das ist ein Grund, warum man uns gerne bucht", fährt Ammann fort.

Seine Lieblingsgeschichte ereignete sich aber auf dem Nürburgring. "Der damahlige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl hatte sich angesagt. Mit dem Bundeskriminalamt wurden die Sicherheitsvorkehrungen genau besprochen. Doch als Kohl kam, war er plötzlich in einem Shuttle-bus verschwunden. Ich musste an seiner Stelle in der gepanzerten Limousine Platz nehmen - und wurde von Bernie Ecclestone freudigst begrüßt. . ."

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren