AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Drohnen im Wald

Lufteinsatz gegen Borkenkäfer

Um seinen Wald gegen Borkenkäfer zu schützen, hat Kurt Wöls eine Drohne entwickelt. Diese arbeitet mit einer speziellen Kamera und sieht mehr als das menschliche Auge.

Kurt Wöls, Daniel Lercher, Jochen Ringswirth und Bernd Cresnar (von links) von „Festmeter“ mit einer Drohne, die zur Überwachung des Waldes eingesetzt wird
Kurt Wöls, Daniel Lercher, Jochen Ringswirth und Bernd Cresnar (von links) von „Festmeter“ mit einer Drohne, die zur Überwachung des Waldes eingesetzt wird © Marco Mitterböck
 

Die einen verbringen ihre Freizeit gerne in den eigenen vier Wänden, Kurt Wöls zieht es hingegen in den elterlichen Wald nach Etmißl. Dort sieht der promovierte Maschinenbauer regelmäßig nach dem Rechten, um das Duell mit einem speziellen Gegner nicht zu verlieren: dem Borkenkäfer. Dieser breitet sich rasant aus und ist mit einem Vermehrungszyklus von nur acht Wochen zudem irrsinnig aggressiv. „Am Wochenende stand ich immer vor der Entscheidung: Ausflug oder Wald?“ Bei einem gemeinsamen Ausflug mit seiner Frau kam dieser schließlich eine zündende Idee: Man könnte den Wald doch mit einer Drohne von oben überwachen, immerhin zeigt sich der Schädlingsbefall durch Verfärbungen in der Baumkrone.

Blattgrün entscheidet

Daraufhin tat sich der bei Siemens beschäftigte Wöls mit dem Physiker Jochen Ringswirth zusammen und legte vor etwas mehr als zwei Jahren den Grundstein für die Firma „Festmeter“. Angesiedelt im Zentrum für angewandte Technologie Leoben (ZAT), hat man sich dort dem aufwendigen Monitoringverfahren verschrieben. In erster Linie basiert die Technik auf dem Blattgrün: Ist dieses etwa durch den Borkenkäferbefall beschädigt, reflektiert es Sonnenlicht anders als gesunde Bäume. „Das machen wir uns zunutze“, erklärt Wöls.

Mittels einer an der Drohne befestigten Spezialkamera werden diese Strahlen eingefangen und ausgewertet – noch bevor sie für den Menschen sichtbar sind: „Während das menschliche Auge nicht alle Teile dieses Lichtspektrums wahrnehmen kann, ist das für die optoelektronischen Sensoren der Spezialkamera durchaus möglich.“ Ein speziell entwickelter Algorithmus wandelt diese Daten in Grafiken um.

Die Drohne, übrigens von der Austro Control zugelassen, wiederum orientiert sich an einem Raster, welcher sich aus erfassten 3D-Daten zusammensetzt. In 20 Minuten können auf diese Weise 50 Hektar gescannt werden. Basierend auf diesem Raster kann der Förster den Hotspot mittels GPS aufsuchen und geeignete Maßnahmen setzen.
Entsprechend früh werden Schädlinge erkannt, was mehrere Vorteile hat. Zum einen kann man die Bäume fällen, bevor die Verblauung ihren Wert schmälert. Zum anderen lässt sich die Ausbreitung des Schädlings verhindern. „Je früher man den gestressten Baum findet, desto eher kann der wirtschaftliche Schaden gering gehalten werden.“

Prävention ist Thema

Schließlich möchte Wöls den Wald nicht nur erhalten, sondern diesen auch an die nächste Generation in einem möglichst guten Zustand weitergeben. Aus diesem Grund arbeitet „Festmeter“ intensiv an der Weiterentwicklung des Produkts. Denn während der derzeitige Stand Schäden früher anzeigt, soll sich der nächste Schritt der Prävention widmen. „Wenn ich weiß, dass der Baum kaputt ist, habe ich nur noch zwei Wochen Zeit. Das bedeutet Stress. Anders schaut es aus, wenn ich sechs Wochen vorher weiß, dass die Käfer da sind“, sagt Wöls.

Läuft alles nach Plan, steht Ende 2017 die schwarze Null. Bis Ende Juni ist man noch am ZAT tätig, danach geht es in die freie Wildbahn. Dort scheint der Bedarf ohnehin gegeben, so hebt die Drohne bereits jetzt auch außerhalb des eigenen Walds – wie beispielsweise für Mayr-Melnhof – ab. Zudem ist diese Technologie auch für andere Einsatzgebiete wie etwa Maisfelder interessant. „Es gibt auch andere Länder mit viel Wald“, meint Wöls und schmunzelt.

Unabhängig davon hat „Festmeter“ zwei Arbeitsplätze geschaffen: Jenen von Daniel Lercher, der an Forschung und Entwicklung sowie an der Projektabwicklung arbeitet, und zum anderen hat man mit Marlies Schaffenberger eine Biologin an Bord, die als Bindeglied zu „Tec4Data“ fungiert.

Kommentare (3)

Kommentieren
Kberger
1
0
Lesenswert?

Ois gute Jungs..

..nur was tätet ihr ohne Hosentaschen/säcke ??

Antworten
office1
0
3
Lesenswert?

Borkenkäfer

In den Wäldern der PVA bleiben vom Sturm und Schneedruck gefällte Bäume liegen, diese sind die sog. Käferbäume. Dem Pächter ist das egal. Die Nachbarwälder werden ebenfalls betroffen sein.

Antworten
office1
0
3
Lesenswert?

Borkenkäfer

entstehen, wenn lebende Bäume liegenbleiben, anstatt sie nach Sturmbruch oder Schneebruch sofort aufzuarbeiten. Das kann man in den Wäldern der PVA beobachten, in denen Pächter Auer-von-Welsbach diese Bäume liegen lässt. Das wird Nachbarwäldern ebenfalls schaden. Warum unternimmt die Forstbehörde nichts??

Antworten