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Hofübergabe

Mehr diskutieren als führen

Jörg Leichtfried ist neuer Chef der SPÖ Bruck-Mürzzuschlag. Er will die Partei zu alter Stärke führen und über Inhalte und Personen diskutieren.Von Franz Pototschnig

Herzliche Umarmung: Leichtfried (vorne) und Schrittwieser
Herzliche Umarmung: Leichtfried (vorne) und Schrittwieser © Franz Pototschnig
 

Am Montagabend wählte der Regionalvorstand der SPÖ Bruck-Mürzzuschlag den neuen Landesrat Jörg Leichtfried einstimmig zum geschäftsführenden Vorsitzenden. Damit tritt er in die Fußstapfen von Siegfried Schrittwieser, der diese Funktion 17 Jahre lang innehatte.

In einem Pressegespräch betonte Leichtfried (48) gestern, dass die SPÖ derzeit „keine besonders leichte Zeiten“ durchlebe: „Die Zeiten, wo die Menschen uns wählten, weil wir die SPÖ sind, sind vorbei. Wir werden verstärkt über Inhalte, aber auch über Personen diskutieren müssen.“ Ziel müsse es sein, die SPÖ wieder zu alter Stärke zu führen: „Unser Ziel ist es, dass es den Menschen immer besser geht. Wir haben aber nicht mehr die Mehrheiten, um unsere Politik auch umzusetzen.“

Kritik an rechten Parteien

Leichtfried kritisierte Koalitionen der Sozialdemokraten mit rechten und EU-feindlichen Parteien, die in ganz Europa im Vormarsch sind – und damit auch das Liebäugeln der SPÖ mit der FPÖ, das zunehmend salonfähig wird. Es müsse wieder mehr diskutiert werden, und nicht einer vorne stehen, der die Richtung vorgibt: „Wenn wir diese Diskussionen gut führen, werden wir auch wieder Wahlen gewinnen.“

Elf Jahre lang war Leichtfried in Brüssel, bevor er über Nacht zum Landesrat berufen wurde: „Ich habe mich nach kurzem Nachdenken dafür entschieden“, sagt er gestern, Druck von der Partei habe es keinen gegeben.

Neue Verantwortung

Ist steirischer Landesrat für einen, der im EU-Parlament stellvertretender Vorsitzender der Sozialdemokraten war, ein Abstieg, ein Aufstieg oder einfach ein Umstieg? „Das ist etwas völlig anderes. Dort habe ich als Abgeordneter die EU-Kommission quasi kontrolliert und hinterfragt, hier aber trage ich Regierungsverantwortung. Und es war nach elf Jahren der richtige Zeitpunkt, etwas anderes zu tun.“

Als Landesrat für Verkehr will Leichtfried den Ausbau der S-Bahn in der Obersteiermark möglichst zügig vorantreiben. Und im Sport, der ebenfalls zu seinem Ressort gehört, möchte er dem Breitensport besonderes Augenmerk widmen.

Dank an einen Freund

Leichtfried dankte seinem Vorgänger Siegfried Schrittwieser und bezeichnete ihn als einen der wenigen echten Freunde, die er in der Politik gewonnen hat. Schrittwieser ist jetzt endgültig Privatmann. Er betonte: „Ich habe in meinen 47 Jahren in der Politik immer alles mit Freude und Begeisterung gemacht. Wäre ich noch einmal jung, ich würde alles wieder so machen.“

Kommentare (2)

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Hohenwanger
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Was der SPÖ helfen kann

macht sie ja nicht, weil es ihr fremd ist.
Koalition mit den Bürgern.

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Esteke
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Kann sie doch nicht!

Si ist, wie auch die Grünen, eine Partei der Bevormundung der Bürger. Das leitet sich von ihren marxistischen Wurzeln ab, wonach "die Partei" immer im Allbesitz jeglicher Weisheit ist.
Und in den vergangenen Jahrzehnten eine "Baddei", die immr genau weiß, was ihre FührungsgenossInnen mit dem fremden Geld alles anfangen könnten und können.

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