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Mariazell"Alles, was vier Räder hat, ist im Einsatz"

In Mariazell schneit es seit Neujahr fast ohne Unterbrechung. Die Stadt braucht mehr Fahrzeuge, um die Schneemassen hinauszubringen.

Mehrere tausend Lkw-Ladungen Schnee wurden schon abtransportiert
Mehrere tausend Lkw-Ladungen Schnee wurden schon abtransportiert © Fred Lindmoser
 

Der Mariazeller Bürgermeister Manfred Seebacher (SPÖ) bringt die Lage auf den Punkt: "Alles, was vier Räder hat, ist gegen den Schnee im Einsatz, aber das ist immer noch zuwenig." Alle verfügbaren Fahrer haben in den letzten zehn Tagen nur wenig geschlafen und sehnen sich nach einem Ende der Schneefälle. Die Stadt Graz hat bereits drei Lkw geschickt, einige Frächter fahren für Mariazell und auch die Bauern sind mit ihren Traktoren unermüdlich im Einsatz.

Schneeräumung in Mariazell

Mehrere tausend Lkw-Ladungen voll Schnee wurden laut Seebacher schon aus der Stadt gebracht: "Neben dem Friedhof ist ein Graben, da geht noch viel hinein." Trotzdem sucht man nach weiteren Lastwagen und vor allem nach einer starken, leistungsfähigen Schneefräse.

Die Bezirkshauptmannschaft Bruck-Mürzzuschlag hilft bei der Suche, die Koordination wird aber erst dann Aufgabe der BH, wenn Katastropehalarm ausgerufen wird, erläutert Bezirkshauptmann Bernhard Preiner: "Es gibt heute Nachmittag in Mariazell eine Krisensitzung mit allen Einsatzorganisationen und betroffenen Einrichtungen, bei der wir die weitere Vorgangsweise besprechen."

Fast alle Zufahrten gesperrt

Preiner wird über Mürzzuschlag und den Lahnsattel in den Gnadenort fahren. Das ist die einzige Strecke, über die Mariazell auf steirischer Seite noch erreichbar ist. Sonst bleibt nur noch die Strecke über Annaberg und Josefsberg nach Lilienfeld. Das ist auch jene Route, die am wenigsten von Lawinen bedroht ist, beim Lahnsattel kann man nie wissen, sollten die Schneefälle anhalten.

Und diese Gefahr besteht: Nach einer Beruhigung am Freitag sind für  Samstag und Sonntag neuerlich massive Schneefälle angekündigt. Weil die Gefahr besteht, dass das Mariazellerland komplett von der Außenwelt abgeschnitten wird, wurden am Mittwoch noch 50.000 Liter Diesel in den Ort gebracht und von den Tankstellen gebunkert.

"Das war unbedingt nötig, denn wenn der Diesel ausgeht, steht hier alles", sagt Bürgermeister Seebacher, der mit der Koordination der Arbeiten alle Hände voll zu tun hat. Ob Katastrophenalarm ausgerufen wird, entscheiden die Experten des Landes, Seebacher wagt dafür keine Prognose: "Wenn es jetzt zu schneien aufhören würde, könnten wir das bewältigen. Aber wenn es am Wochende so kommt wie die Meteorologen sagen, dann ist alles möglich."

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