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BruckVon Tür zu Tür in Sachen Ottokar-Kernstock-Straße

Wie sieht die Zukunft der Brucker Ottokar-Kernstock-Straße aus? Soll man sie belassen, ergänzen oder umbenennen?

Brauen sich dunkle Wolken über der Ottokar-Kernstock-Straße zusammen? (Symbolfoto)
Brauen sich dunkle Wolken über der Ottokar-Kernstock-Straße zusammen? (Symbolfoto) © Helge Bauer)
 

Wenn die Bewohner der Ottokar-Kernstock-Straße in Bruck demnächst Besuch von ihrem Bürgermeister bekommen, steht keine politische Wahl ins Haus. Vielmehr ist Peter Koch in einer „Fact-finding-Mission“ unterwegs. Er will von den Bürgern hören, wie sie zum Namensgeber ihrer Straße stehen. Denn geht es nach Koch, soll die Straße umbenannt oder zumindest auf einer neuen Zusatztafel auf Kernstocks Rolle als einer der Wegbereiter des Nationalsozialismus hingewiesen werden.

Der Bürgermeister hatte Montag Abend zu einem Informationsabend über „problematische“ Namensgeber von Straßen geladen. Neben Ottokar Kernstock sind dies – in abnehmender „Problematik“ – der Wiener Bürgermeister Karl Lueger wegen seines Antisemitismus, der Dichter Max Mell wegen seiner Nähe zum nationalen Lager und teilweise zum Nationalsozialismus sowie „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn als überzeugter Deutschnationaler. Apropos: Dass der Informationsabend ausgerechnet im Brucker Jahnhaus stattfand, habe nur mit dem dortigen Platzangebot und der Nähe zur Ottokar-Kernstock-Straße zu tun, versicherte Koch.

Die Informationen zu den vier Personen gab der Historiker und Jurist Werner Anzenberger, auch Landesvorsitzender des Bundes sozialdemokratischer Freiheitskämpfer. Oder konkreter: Es blieb bei Kernstock, weiter kam man an diesem Abend nicht. Anzenberger skizzierte Leben und Werk des Priesters und Dichters (1848 bis 1928), der vor allem wegen seines Slawenhasses und des „Hakenkreuzliedes“ auf einer Liste aufscheint, die von einer Historikerkommission gemeinsam mit Opferverbänden und der Jüdischen Gemeinde Graz erstellt worden ist.

Zwischen Status quo und Umbenennung

Die Diskussion ließ nicht lange auf sich warten. Der Meinungsbogen der Bewohner der Ottokar-Kernstock-Straße reichte dabei vom Belassen des Status quo über das Anbringen einer umfangreicheren Informationstafel zu Kernstock bis zur Umbenennung. Während die einen die Geschichte nicht verleugnen wollen, sehen andere durch Zusatztafeln nur ein „Supperlaufwärmen“ und wollen eine Namensänderung – die wiederum bereitet manch einem Anrainer Sorgen: durch Kosten und Zeitaufwand bei Adressänderung.

Koch jedenfalls sprach sich für eine Umbenennung aus und nannte gleich eine Alternative: die langjährige Musikschuldirektorin Lieselotte Zechner. FPÖ-Stadtrat Raphael Pensl wiederum sieht durch Umbenennung und Zusatztafeln „mehr Kosten als Nutzen“.

 

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