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Gasse wird umbenannt

Mürzzuschlag verbannt Kernstock aus der Stadt

Die Kernstockgasse wird umbenannt. Sie wird den Namen der NS-Opfer Karoline und Franz Haas tragen, die deportiert und ermordet wurden.

Ottokar Kernstock. Das Foto entstammt dem Ueberreuter-Buch „Steiermark in alten Ansichten“ von Hans Petschar und Herbert Friedlsmeier
Ottokar Kernstock. Das Foto entstammt dem Ueberreuter-Buch „Steiermark in alten Ansichten“ von Hans Petschar und Herbert Friedlsmeier © Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
 

Die beiden Mürzzuschlager Karoline und Franz Haas wurden im Jahr 1942 von den Nazis enteignet, deportiert und nahe der weißrussischen Stadt Minsk ermordet. Ihnen zu Ehren wird nun die Kernstockgasse in Mürzzuschlag in Haasgasse umbenannt. Das hat der Mürzzuschlager Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend beschlossen.

Vorausgegangen waren der Umbenennung zwei Schreiben an Bürgermeister Karl Rudischer. Das erste kam von Elie Rosen, dem Leiter der Jüdischen Gemeinde Graz, das zweite von NS-Opfer-, Vertriebenen- und Widerstandskämpferverbänden. Sie ersuchten um Umbenennung der Kernstockgasse, sei der 1928 verstorbene „Dichterpriester“ doch ein geistiger Wegbereiter des Nationasozialismus gewesen. Und Grünen-Gemeinderätin Ilse Schmalix erinnerte daran, dass auch sie schon einen Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat auf Umbenennung der Kernstockgasse gestellt hatte.
Auch wenn grundsätzlich alle Gemeinderatsfraktionen mit dieser Umbenennung leben können, entbrannte doch eine hitzige Debatte zum Thema. So erinnerte ÖVP-Mandatar Alfred Lukas an den DDr.-Schachner-Platz in Mürzzuschlag, der nach dem früheren Bezirkshauptmann und SPÖ-Landesparteichef Alfred Schachner-Blazizek benannt ist. Schachner war NSDAP-Mitglied und NS-Gaurichter „Wie geht man damit um?“, fragte Lukas. Könnte Schachner-Blazizek doch in seiner Funktion als Gaurichter schuld an der Deportation der Familie Haas gewesen sein.

Hier knüpfte auch FPÖ-Vizebürgermeister Arnd Meißl an. Er forderte, nicht die Kernstockgasse, sondern den Schachnerplatz nach der Familie Haas zu benennen und stellte einen entsprechenden Gegenantrag. Auch forderte er, man sollte sich dem Thema NS-Vergangenheit ganzheitlich widmen, was ihm die Zustimmung von Schmalix eintrug.

Auch Franz Rosenblattl (KPÖ) sprach sich für eine Aufarbeitung der Vita Schachner-Blazizeks aus, war Bürgermeister Rudischer durchaus bejahte. Darüber hinaus meinte er zu Kernstock, dieser habe keinerlei Verdienste um die Stadt Mürzzuschlag erworben. Bei der Abstimmung enthielten sich FPÖ und ÖVP.

Kommentare (4)

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Hohenwanger
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Die Strasse des 26. Oktober wäre bestimmt

gut.
Warum immer Nazi- Geschädigte, sich was holen können.
Es leben schon viele in Mürzzuschlag, die keine Österreicher mehr sind.

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fredfred321
0
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?????

Hätten wir nicht ander Probleme als eine Gasse unzubennen, in ganz Österreich gibt es Straßen Gassen Plätze die nach Deutsch Nationalisten benannt sind und wer bezahlt den Bewohnern dieser Straßen, Gasen die Neuaustellung von Dokumenten die Gemeinde??? kleiner Tipp Otto Kernstock Spö Poltiker *14.09.1952 in Lilienfeld Abgeordneter Lantag von NÖ der würde sich sicher freuen das nach seinen Namen eine Gasse in MZ. benannt ist !

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musikant
3
6
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Trauerspiel

Was können anerkannte Autoren dafür, dass sie von Regimen instrumentalisiert werden? Wird Rosegger's Waldheimat auch bald in "Schrittwieser-Land" umbenannt?

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georgfuchs
5
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Der Vergeich passt einfach nicht

Rosegger konnte sich gegen eine Instrumentalisierung nicht wehren, er starb 1918. Kernstock ist unter anderem Verfasser des "Hakenkreuzliedes" und hat sonst auch wenig Zweifel daran gelassen, mit welchen Ideen er sympathisiert.

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