Bezirk Leoben

Urlauber aus der Region zieht es nun nach Kuba

Abwartend und vorsichtig reagieren Reiselustige heuer bei Destinationen wie Ägypten, Tunesien und Türkei. Hoch im Kurs steht Kuba.Von Astrid Höbenreich

Kuba heißt das neue Traumziel vieler Reisewütiger aus dem Bezirk Leoben © Sonja Berger
 

Dass Unsicherheit und Angst vor möglichen Terroranschlägen heuer groß sind, zeigt die Buchungslage in den Leobener Reisebüros ganz deutlich. „Die Leute sind zurückhaltend. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage nach Destinationen wie Ägypten und Tunesien sehr schlecht, eigentlich gleich Null. Aber auch die Türkei erlebt einen Einbruch bei den Buchungen. Man merkt, dass die Kunden abwarten, wie sich die Lage entwickelt“, berichtet Thomas Wolfesberger, Leiter des Reisebüros Springer in Leoben.

Umdisponiert

Dass man deshalb zu Hause bleibe, davon könne keine Rede sein. Es werde umdisponiert nach Griechenland, Spanien, Italien oder Kroatien. Kuba erlebe einen richtigen Boom als Reiseziel 2016. „Für viele unserer Kunden ist es wichtig, dass die Destinationen vom Flughafen Graz aus erreichbar sind. Hier spielt die Nähe eine Rolle und dass Graz ein kleiner, überschaubarer Flughafen ist“, so Wolfesberger.

Über einen 50-prozentigen Einbruch bei Buchungen in muslimische Länder seit 2015 berichtet Birgit Sellner, Reisebürofachkraft der Restplatzbörse der Kuonigruppe in Leoben: „Trotz guter Angebote gibt es heuer nur vereinzelt Buchungen für Ägypten, für Tunesien noch gar keine. Der Großteil hat Bedenken, diese Länder zu bereisen.“ Die Türkei werde zwar nachgefragt, aber nur sporadisch gebucht. Beliebt seien hingegen Griechenland, Spanien, aber auch Fernreisen nach Thailand oder in die Dominikanische Republik.

Kultur

Mitten in der Hochsaison der Sommerurlaubsbuchungen befindet sich das Reisebüro Kurta in Leoben. Während viele Kunden ihre Ferien in Griechenland, Spanien, Italien oder Kroatien fixieren, aber auch sehr gerne Kreuzfahrten oder Fernreisen nach Kuba, die USA oder Asien buchen, erleben auch hier Ägypten, Tunesien und die Türkei einen groben Einbruch. „Es gibt zwar Kunden, die Ägypten buchen, der Kulturtourismus fällt aufgrund der unsicheren Lage aber komplett aus.“

Kunden gäbe es jedoch nicht weniger. „Es wird einfach ausgewichen anstatt darauf zu verzichten. Urlaub ist ein Grundbedürfnis des Menschen geworden“, so Kurta, der weiß, dass mit der Planung und Vorfreude auf den Urlaub für viele die schönste Zeit beginnt. Und: „Das Reiseverhalten hat sich grundsätzlich verändert auf öfters, aber kürzer. In den letzten zwei Jahren sind auch nördliche Reiseziele interessanter geworden“, so Kurta.

Beratung

Andreas Hödl vom Reisebüro am Bahnhof Leoben berichtet von vorsichtigen, eher unschlüssigen Kunden. „Die Leute wollen weg, aber wohin? Hier ist unsere Beratung besonders gefragt“, sagt Hödl. Minimal seien die Buchungen für Ägypten, nicht vorhanden jene für Tunesien. „Heuer sind Fernreisen nach Kuba immens gefragt, aber auch nach Australien oder Thailand sowie Kreuzfahrten, die teilweise sogar bis 2017 vorausgebucht sind. Und die klassischen Ziele wie Griechenland und Spanien, Italien oder Kroatien“, so Hödl.

Sensibilisiert, aber dennoch urlaubsfreudig, beschreibt Nadja Bauer, Reiseberaterin bei Tui in Leoben, ihre Kunden. „Die Hauptnachfrage besteht für Pauschalreisen nach Griechenland, Spanien und auch die Türkei. Ägypten wird zwar gebucht, aber zurückhaltend. Sehr beliebt sind nach wie vor Kreuzfahrten, Kuba ist begehrtes Reiseziel 2016, genau wie Thailand“, so Bauer.

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