NachrufSportpionier Karl Schelch unerwartet verstorben

Karl Schelch (77) ist überraschend am 12. Mai in Ungarn verstorben, wie erst jetzt bekannt wurde. Er galt als visionärer Sportpionier in vielen Belangen.

Sportpionier Karl Schelch (77) verstarb unterwartet © Behounek
 

Die Bezeichnung "sportlicher Tausendsassa" war bei Karl Schelch (77) wohl eine Untertreibung. Überraschend ist der Trofaiacher in Ungarn verstorben und hinterlässt, wie seine Freunde bemerken, eine sehr große Lücke - menschlich und fachlich.

Als Spitzensportler im Zehnkampf, Hoch- und Stabhochsprung und Skifahren machte sich der heimatverbundene und traditionsbewusste Familienvater schon in jungen Jahren einen Namen in Österreich und über die Grenzen hinweg.

Nach der staatlichen Alpin-Skitrainer-Ausbildung, die er beim legendären Franz Hoppichler absolvierte, wurde er von diesem als Trainer der Ski-Nationalmannschaft geholt. Nach vielen Jahren als ÖSV-Trainer gab er sein Wissen auch als Coach in Japan, England und Korea weiter.

Technikaffin und visionär, wie er Zeit seines Lebens war, fand er sich bald in der Entwicklungsabteilung einer Skifirma und schnupperte erfolgreich auch in die Bereiche Marketing. Schon damals war er auch im Tennis ein Vorreiter und gründete 1982 sein eigenes Unternehmen "Lob Sport Schelch", das sich auf den Bau vor Tennisanlagen spezialisierte.

Vielfach aktiv

Dabei war er beim blitzschnellen Umbau von Sport- zu Tennisanlagen für den Tennis-Daviscup genauso im Einsatz wie bei der Planung einer Anlage im Moskauer Olympiastadion, um nur einige seiner Projekte zu nennen. Seine Erfahrungen brachte er auch bei der Ausstattung von Golf- und Freizeitanlagen, Kindersportspielplätzen und Multisportanlagen ein.

Trofaiachs Bürgermeister Mario Abl bezeichnet Schelch auch als Pionier vom Präbichl. "Nicht nur beim Polster-Einser-Sessellift war er maßgeblich beteiligt, auch bei dessen Rettung, sondern auch bei uns in Trofaiach war er mit Ideen für ein traditionelles Tennisturnier im Stadtpark voller Pläne. Er wird uns allen sehr fehlen", erklärte Abl Mittwoch Vormittag im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Bis zuletzt war Schelch, in seiner Freizeit ein begeisterter Schwammerlsucher, auch als Gerichtssachverständiger tätig.

Kommende Woche wird Schelch in Trofaiach bei einer Urnenbestattung verabschiedet.

 

Kommentieren