Europäische Einsatzübung am ErzbergInternationale Einsatzkräfte sind in Modulistan angekommen

Bei einer internationalen EU-Zivilschutz-Großübung wird aus dem Gebiet zwischen St. Michael und Eisenerz von Donnerstag bis Sonntag das Land „Modulistan“. Donnerstag Nachmittag sind die internationalen Spezialisten im Katastrophengebiet angekommen.

In der Halle 11 der Kaserne St. Michael wurde der fiktive Grenzübergang nach Modulistan mit realen Beamten der Zollwache und der Polizei "durchgespielt". © Johanna Birnbaum
 

Donnerstag Nachmittag reisten die Teilnehmer an der großen EU-Katastrophen-Einsatzübung in das fiktive Land Modulistan an. Ein Spezialisten-Team aus Griechenland war beispielsweise zwei Tage lang von Athen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, um nach einem schweren Erdbeben in Modulistan - Übungsschauplatz  ist der Erzberg - unter realen Bedingungen zu helfen.

Nach den Kontrollen der Reisedokumente wurden von den Zollwachebeamten und Schäfer Arthus die Gepäckstücke und die Ausrüstung der Helferinnen und Helfer unter die Lupe genommen.

Die Polizeibeamten kontrollierten die Reisedokumente der einsatzkräfte Foto © Johanna Birnbaum

 "Es ist wichtig, schon von Beginn an auch dieses Prozedere zu üben, denn es kommt schon vor, dass von einem Team nicht jeder einen Reisepass mit hat, sondern nur einen Personalausweis. Das ist der in EU kein Problem, aber nicht in Ländern außerhalb der Europäischen Union. Modulistan ist ein solches Land", erklärt Brigadier Alois Hirschmugl, der viel Erfahrungen bei UNO- und EU-Einsätzen mitbringt.

Schäfer Arthus war bei der Zollkontrolle ein große Hilfe Foto © Johanna Birnbaum
 

"Damit Zivilschutz in allen Facetten – von der Überprüfung der Sirenen bis hin zum Einsatz nach Katastrophen – reibungslos funktioniert, müssen Katastrophenszenarien realitätsnah beübt werden", erklärten die Verantwortlichen vom Land Steiermark im Vorfeld.

Damit das auch länderübergreifend möglich ist und eine internationale Zusammenarbeit verschiedener Experten und Expertengruppen reibungslos funktioniert, gibt es in Brüssel die Europäische Koordinationszentrale, die Einsätze wie auch Großübungen koordiniert und auf die spezifischen Expertenteams der Länder zurückgreifen kann.

„Ein solches Team kommt beispielsweise von der Berufsfeuerwehr Graz gemeinsam mit Kollegen aus Slowenien. Sie sind auf Waldbrände spezialisiert“, erklärt Helmut Kreuzwirth, Leiter des Referates für Katastrophenschutz beim Land Steiermark.

Zwei Tage lang waren das griechische Team mit ihren Einsatzfahrzeugen unterwegs in die Steiermark Foto © Johanna Birnbaum
 

Er ist federführend für die Großübung verantwortlich, die ab Donnerstag am Erzberg, in St. Michael und in Eisenerz stattfindet. Eines von fünf internationalen Übungsmodulen der sogenannten „ModEX 17/18“ wird in diesem Gebiet durchgeführt, das in der Übung den Namen „Modulistan“ trägt. Dort hat ein Erdbeben schwere Schäden mit vielen Verletzten und auch Toten angerichtet. „Von den eigenen Kräften kann das nicht bewältigt werden, deshalb wird die EU-Koordinationszentrale verständigt, um Hilfe anzufordern“, erzählt Kreuzwirth

Die alten Gebäudekomplexe am Erzberg eignen sich für die ModEX Foto © Land Steiermark

Es werde alles realitätsnah durchgespielt. So werden zwei Hallen der Landwehrkaserne St. Michael kurzerhand zur Grenze nach Modulistan. „Echte Zollbeamte und Polizisten führen dort Einreisekontrollen durch.

Die Einsatzkräfte erhalten weitere Instruktionen und werden nach Eisenerz ins Katastrophengebiet geschickt“, erklärt der Katastrophenschutzexperte. Im Einsatzübungszentrum des Roten Kreuzes am Erzberg liegt das Katastrophengebiet, wobei die Einsatzzentrale im JUFA in der Eisenerzer Ramsau liegt.

„Wir arbeiten sehr gut mit dem Roten Kreuz zusammen. Von uns beziehungsweise aus dem Ressort von Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer, hat es eine Förderung für die Adaptierung des Geländes gegeben“, so Kreuzwirth.

Bei den „Opfern“, die bei der kommenden Übung gebraucht werden, sei das Rote Kreuz des Bezirkes Leoben sehr hilfreich. „Josef Himsl hat gleich signalisiert, dass seine Bezirksstelle das übernehmen wird“, erzählt Kreuzwirth. Das Areal am Erzberg biete breit gefächerte Möglichkeiten, Übungsszenarien durchzuspielen.

Eines merkt der Referatsleiter auch noch an: „Bei den Zivilschutz-Einsatzkräften, die EU-weit eingesetzt werden, ist es wichtig, dass sie großes Spezialwissen in ihren Bereichen haben, innerhalb von zwölf Stunden einsatzbereit sind und 96 Stunden autark in Katastrophengebieten wirken können. Auch das wird bei der Übung kommende Woche genauso durchgeführt“, schließt er ab.

Europäische Großübung EU-ModEx

Wann: 24. bis 27. Mai 2018

Wo: St. Michael, RK-Einsatztrainingszentrum Erzberg, JUFA Eisenerzer Ramsau.

ModEx: European Module Field Exercises, um für den Ernstfall gerüstet zu sein, finden europaweit regelmäßig Einsatzübungen statt.

Europäischer Zivilschutzmechanismus: Koordinierte Unterstützung nach Katastrophen.

Mitgliedsstaaten: 28 EU-Mitgliedsstaaten, Island, Norwegen, Serbien, Mazedonien, Montenegro, Türkei

Konsortium: Plant, führt durch und evaluiert gemeinsam Modulübungen.

Leitung: Die Johanniter, Hamburg

Teilnehmer am Erzberg: Johanniter-Unfall-Hilfe (Deutschland), Such- und Rettungsteams im städtischen Bereich (Griechenland und Litauen), Höhlensuch- und Rettungsteam (Slowenien), Unionszivilschutzteam, Drohnenteam (Frankreich), EU-Journalistenteam

Absolvierte Übungen: England, Dänemark und Bulgarien

Ausstehende Übungen: Erzberg und Frankreich

Kommentare (1)

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erzberg2
3
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Würde es das

Erzbergrodeo mit Karl Katoch und Erwin Schume nicht geben, gebe es hier im Dorf keine Europäische Einsatzübung, das ist fix.

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