LeobenMinigolfanlage: Würfel sind noch nicht gefallen

Nach Anrainer-Widerstand gegen geplante Minigolfanlage im Pestalozzipark in Leoben-Donawitz zögert nun der Projektbetreiber.

Der Pestalozzipark in Leoben-Donawitz © KK
 

Mehr als 520 Personen hätten bis jetzt die Online-Petition für den Erhalt des Pestalozziparks in Donawitz in seiner momentanen Form unterzeichnet, teilt Katrin Fladischer mit. Mit der Bürgerinitiative „Rettet den Pestalozzipark“ stellt man sich gegen das geplante Projekt einer Minigolfanlage samt Restaurant. Ein privater Betreiber möchte, wie bereits berichtet, in einem Teilbereich des Pestalozziparks einen Minigolfplatz bauen und betreiben. Für den Bau eines kleinen Restaurants allerdings braucht es eine Änderung des Flächenwidmungsplans. Das wiederum ist nur möglich mit einer Zweidrittelmehrheit im Gemeinderat.

„Wir sind voller Hoffnung, den Pestalozzipark auch für zukünftige Generationen zu erhalten“, meint Fladischer. Unter den Unterstützern der Petition herrsche „großes Unverständnis“ über den Plan, den Pestalozzipark in Bauland umzuwidmen. Einwendungen gegen die Umwidmung werde man fristgerecht über einen Anwalt einbringen, so Fladischer.

Mehrere Unterstützer

Gegen die Umwidmung des Pestalozziparks spricht sich bekanntermaßen die Bürgerliste Walter Reiter aus. Und auch die Leobener Grünen gehören zu den Unterstützern der Online-Petition. FP-Vizebürgermeister Daniel Geiger wiederum hatte eine verbindliche Ortsteilbefragung in Donawitz gefordert. Im Vorfeld einer derartigen Befragung hatte er sich „Aufklärung und Infoveranstaltungen für die Bevölkerung“ gewünscht. „Eine Ortsteilbefragung ist allerdings anscheinend nicht gewünscht“, so Geiger am Donnerstag.

Projektbetreiber verunsichert

„Der Projektbetreiber zeigt sich verunsichert und überlegt noch“, erzählt Gerhard Lukasiewicz, Pressechef der Stadt Leoben. Und Bürgermeister Kurt Wallner appelliert an die Oppositionsparteien im Gemeinderat, sich in dieser Frage ihr Abstimmungsverhalten zu überlegen: „Es geht darum, dass man mit einer Umwidmung Gestaltungsspielräume eröffnet“, sagt Wallner. Zum Thema Online-Petition habe er eine kritische Haltung: Da könnten Menschen mitreden, die weit weg wohnen und überhaupt nicht betroffen seien: „Zum Beispiel Leute aus Hamburg. Das ist so, wie wenn ich mitstimmen würde, ob etwas in Wiener Neustadt gebaut werden soll oder nicht“, meint Wallner.

Deutliche Aufwertung

Ursprünglich habe der Projektbetreiber für einen Minigolf-Standort im Glacispark angefragt: „Das haben wir aber abgelehnt. Der Glacispark soll auf jeden Fall eine einheitliche Parkfläche bleiben“, so Wallner. Der Pestalozzipark werde aber seiner Meinung nach nur von ganz wenigen Leuten wirklich genützt. Wallner sieht in einer Errichtung einer Minigolfanlage in einem Teil des Parks eine deutliche Aufwertung, von der Stadtteil Donawitz und die ganze Stadt Leoben profitiere.

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