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EisenerzSchloss Leopoldstein: Gespräche um Verkauf in der Endphase

Gerüchte brodeln um den Verkauf von Schloss Leopoldstein in Eisenerz. WAG Linz-Chef Wolfgang Schön bestätigt Verhandlungen.

Schloss Leopoldstein in Eisenerz © Johanna Birnbaum
 

Schloss Leopoldstein im Eisenerzer Ortsteil Münichtal ist ein echter Blickfang. Herrlich gelegen in der Nähe des Leopoldsteinersees, im Hintergrund die mächtige Seemauer und rundherum Wiesen und Wälder.
Seit dem Besitzerwechsel im Jahr 1938, wo die Wohnungsaktiengesellschaft der damaligen Reichswerke „Hermann Göring“ das Schloss von Fürstenfamilie Liechtenstein übernommen hat, diente das Schloss der Unterbringung. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Wohnungs-AG Linz neu gegründet und das Schloss gehörte neben Siedlungen mit 1600 Wohungen im Münichtal und Trofeng der WAG Linz.

Bald darauf wurde das Schloss samt Nebengebäuden an das Land Steiermark verpachtet, das ein Landesschülerheim daraus machte, erst für Schülerinnen und Schüler der Höheren Schulen in Eisenerz, später kamen auch die Sportlerlinnen und Sportler des Nordischen Ausbildungszentrums dazu.

Möglicher Verkauf

Seit ein paar Jahren grassieren nun immer wieder Gerüchte um einen möglichen Verkauf des Schlosses in Eisenerz. Vor einigen Wochen hieß es, dass eine Bietergruppe um einen ehemaligen steirischen Landesrat das Schloss mit etwa 20 Hektar Grund gekauft habe. Einige Zeit später war ein Rechtsanwalt aus Wien oder Graz als möglicher Käufer Mittelpunkt der Gerüchteküche.

Wolfgang Schön, Vorstand der WAG Linz, bringt Licht in die Sache und bestätigt Verkaufsgespräche. „Die Verhandlungen laufen, und wir sind auf einem guten Weg, aber es ist noch nichts unterzeichnet. Auch die möglichen Käufer werden wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Ich kann aber bestätigen, dass es sich um inländische Interessenten handelt, die auch einen regionalen Bezug haben. Keinesfalls handelt es sich um Spekulanten“, erklärte er auf Nachfrage der Kleinen Zeitung. Auf jeden Fall würden die Gespräche sehr konstruktiv verlaufen. „Wir rechnen mit einem Abschluss im ersten Halbjahr dieses Jahres“, sagt Schön.

Aufrechter Pachtvertrag

Bis 2022 gebe es mit dem Land Steiermark für die Liegenschaft noch einen aufrechten Pachtvertrag. „Das wissen auch die Interessenten. Von unserer Seite gibt es da keine Änderung. Das Land hat, so weit ich weiß, eine Kündigungsfrist von einem Jahr. So steht es im Vertrag, aber das ist noch nie zur Sprache gekommen“, so Schön.

Bereits im Vorjahr sei der umliegende Forst im Ausmaß von 300 Hektar an einen Tiroler Unternehmer verkauft worden, der das Areal auch bewirtschafte. „Schloss Leopoldstein und der Forst waren eigentlich kein betriebsnotwendiges Vermögen. Es passt jetzt, auch das Schloss zu verkaufen. Ich kann sagen, dass wir als WAG aber immer offen waren, wenn das Land oder die Stadt etwas gebraucht haben“, erklärt Schön bestimmt.

INFOSPLITTER ZU SCHLOSS LEOPOLDSTEIN

Im 15. Jahrhundert: Bäuerliche Anwesen auf dem Areal.

1665: Kammergraf Leopold Freiherr von Neidthardt zu Spathenbrunn baut das Gut zu einem Schloss aus.

Zu Ehren Kaiser Leopolds gab er dem Gut den Namen „Schloss
Leopoldstein“.

1880: Prinz Arnulf von Bayern wird Besitzer, später die Fürstenfamilie Liechtenstein.

1938: Wohnungsaktiengesellschaft der Reichswerke Hermann Göring wird Besitzer.

Seit 1945 ist die WAG Linz Besitzerin des Schlosses und des 2017 verkauften Forstes.

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