LeobenGünther Freitag präsentiert seinen neuesten Roman

Günther Freitag (65), Schriftsteller aus Leoben, veröffentlichte seinen neuesten Roman „Melancholische Billeteure“ im Wieser Verlag.

Günther Freitag, Autor aus Leoben, arbeitet gerne in Griechenland © Andreas Schöberl-Negishi
 

In meinen Texten geht es oft ins Absurde, Skurrile. Solange die Freude am Erfinden bleibt, werde ich die mühevolle Arbeit des Schreibens niemals aufgeben“, meint Schriftsteller Günther Freitag aus Leoben. In erster Linie schreibe er für sich selbst. Etwa alle zwei Jahre aber teilt Freitag die Ergebnisse des literarischen Schaffens mit den geneigten Lesern: „Melancholische Billeteure“ heißt sein neuer Roman, der im Wieser Verlag erschienen ist.

Freitag rollt dabei keine herkömmliche Dreiecksgeschichte aus: Eine Frau, zwei Männer. So weit, so klassisch. Mit einem ihrer Kollegen teilt die Frau die Leidenschaft für Kunst und Kultur. Ihre Liaison mit einem Versicherungsvertreter wird allerdings von Liebe und Sexualität befeuert. Die Geschichte entwickelt Freitag vor der Kulisse der Wiener Theater – diese haben ihn auch ausdrücklich zu seiner Geschichte inspiriert. „Ich bin oft im Burgtheater und auch im Akademietheater. Dort gibt es zwei Mitarbeiter, die mir im Gedächtnis geblieben sind“, sagt Freitag. Bei allen Hauptcharakteren stehe eine autoritäre und gleichzeitig lächerliche Vaterfigur im Hintergrund. Die problematische Jugend sei die einzig echte Gemeinsamkeit zwischen den Protagonisten.

Am Parkett links

Am Parkett links im Burgtheater haben sich die beiden Billeteure eine eigene Traumwelt geschaffen, wo sie die Gäste nicht nur zu den Plätzen bringen, sondern ihnen die Stücke erläutern. Die Besucher: eine illustre Schar an skurrilen Typen. Freitag offenbart einmal mehr seinen Hang für das absurde Element. „Die Realität ist skurril. Aber ich glaube, ich kann mit meiner Fantasie eigentlich immer etwas drauf legen“, meint Freitag. Seiner Fantasie lässt er gerne freien Lauf. Ganz besonders gut gelinge ihm das im sonnigen Griechenland, für das er einen ganz besonders kritischen Blick entwickelt hat. In der touristisch geprägten Inselwelt Griechenlands sei alles auf Hochglanz lackiert. Dort sei einem das oft gnadenlose Elend am Festland nicht bewusst, dass in Athen und in den nordgriechischen Städten vorherrsche. Seit Jahren verbringt er viel Zeit auf der Insel Korfu, wo er nicht nur ausspannt, sondern sich auf das Arbeiten an seinen Texten konzentriert.

Weiten und Tiefen

Seine Arbeit bedeute, dass er aus den Weiten und Tiefen der Fantasie schöpfe: „Schriftstellerei ist nicht Abschreiben der Wirklichkeit. Man muss nicht alles selbst erlebt und erlitten haben, um darüber zu schreiben. Auch ein Arzt muss nicht krank sein, um Leute behandeln zu können“, meint Freitag. In „Melancholische Billeteure“ greift er auf die Ich-Perspektive zurück. „Dadurch wird für den Leser noch greifbarer, was die Personen antreibt. Es gibt keine erzählerische Instanz, die den Zugang abblockt. Die Distanz zum Leser wird geringer“, so Freitag. In die Gedanken- und Gefühlswelt der Frau einzutauchen, sei eine Herausforderung gewesen.

Nun zieht es ihn erneut ans Meer. Er geht wieder auf Reise – und das gleich im doppelten Sinn: Während er es sich auf der Insel Korfu in einem Liegestuhl im Schatten bequem macht, beschäftigt er sich in Gedanken schon mit seinem nächsten Buch. „Ich arbeite an dem ersten Rohentwurf. Es wird um einen allergiegeplagten Dirigenten gehen, der bei einem Geschäft für Tiernahrung als Regalbetreuer arbeitet“, verrät Freitag. Wie bei praktisch all seinen Werken und in seinem Leben ist es die Musik, die die erste Geige spielt.

ZUR PERSON UND MEHR

Günther Freitag ist Jahrgang 1952 und wurde in Feldkirch geboren.

Er lebt seit 42 Jahren in Leoben.

Sein Hauptberuf war Lehrer, er unterrichtete bis zu seiner Pension am BG/BRG Leoben Neu.

Für den ORF schrieb er Hörspiele, sowie die Theaterstücke „Drei Traumkongruenzen“ (Uraufführung im Jahr 1990 im Forum Stadtpark Theater Graz) und „Rost“ (Uraufführung im Jahr 2010 im Stadttheater Leoben).

Außerdem veröffentlichte er zahlreiche Romane.

Zuletzt im Wieser Verlag „Piazza.Trieste“ (2006), „Bienenkrieg“ (2008), „Café Olympia“ (2013), „Die Entführung der Anna Netrebko“ (2015).

Mit „Brendels Fantasie“ (2009) eröffnete Elke Heidenreich ihre Edition bei C. Bertelsmann.

Der neue Roman „Melancholische Billeteure“ ist ebenfalls im Wieser Verlag erschienen.

Das Buch ist im Buchhandel und über Amazon erhältlich.

Am Dienstag, dem 24. Oktober, liest Freitag im Literaturhaus in Graz aus seinem Buch.

Seit Jahrzehnten verbringt Freitag viel Zeit auf der griechischen Insel Korfu.

Die Zeit in Griechenland nützt Freitag stets zum Arbeiten an seinen Texten.

Derzeit hat der Leobener Autor bereits den nächsten Roman in Arbeit.

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