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Offener BriefSteirischer Star-Winzer legt sich mit Kirche an

Weil die Pfarre Mörbisch verlangt, dass er seine Rebstöcke roden soll, hat sich der Grazer Winzer Günther Schönberger in einem offenen Brief auch an die Diözese Eisenstadt gewandt. Darin schreibt er von einer "Kulturschande".

Günther Schönberger in einem seiner burgenländischen Weingärten © Schönberger
 

"Vielleicht hätte ich Sie im Beichtstuhl besuchen sollen“, schreibt Winzer Günther Schönberger an den Pfarrer von Mörbisch, Johannes Salzl. Und weiter: „Dort hat der Pfarrer für Sünder ja immer ein offenes Ohr, heißt es.“ Anlass für den Brief an den Geistlichen ist aber kein Sündenfall: Der Grazer hat seit 2002 zwei Weingärten der Pfarre, zusammen etwa einen Hektar groß – gepachtet, deren Verträge mit September 2017 ausgelaufen sind und die nicht verlängert wurden.

Soweit nichts besonderes: Doch die Pfarre verlangt von Schönberger, die fast 40 Jahre alten Rebstöcke zu roden. Rechtlich sei diese Forderung zwar durch den Pachtvertrag gedeckt. Für das langjährige EAV-Bandmitglied (1978–96) kommt sie dennoch „einer Vernichtung von Leben und einer Vernichtung von Kultur“ gleich. Die biodynamisch bewirtschafteten Welschriesling-, Neuburger- und Blaufränkisch-Reben hätten Weine mit guten Verkostungsergebnissen geliefert. „Die Weinstöcke haben noch nicht einmal die Hälfte ihrer Lebensdauer hinter sich“, so Schönberger, der neben der „Kulturschande“ auch beklagt, dass der Pfarrer ein persönliches Gespräch verweigert habe und sich so per offenem Brief auch an die Diözese Eisenstadt wandte.

Es ist eine Vernichtung von Leben und eine Vernichtung von Kultur. Die Weinstöcke haben mit ihren fast 40 Jahren noch nicht einmal die Hälfte ihrer Lebensdauer hinter sich.

Schönberger im offenen Brief

Dort verweist man jedoch darauf, dass die rechtliche Kompetenz für Pachtangelegenheiten bei den Pfarren liege, die hier kirchenrechtliche Entscheidungshoheit haben. Auch wenn man sich eine Klärung auf Pfarrebene gewünscht hätte, fügt man allerdings einen anderen Grund für das schwierige Gesprächsklima hinzu: Schönberger habe „laut Aktenlage mehrfach und über Jahre hinweg durch Nicht- bzw. Spätreaktion auf wiederholte Zahlungsaufforderungen zusätzlichen administrativen Aufwand hervorgerufen.“

Dieser räumt zwar durch Ernteausfälle bedingte Geldprobleme ein, habe seine Rückstände aber längst beglichen und nun angeboten, die Pacht zukünftig ein Jahr im Voraus zu bezahlen. „Ich habe in den letzten Jahren 40.000 Euro an die Kirche bezahlt – diese hat eine moralische Verpflichtung, mir eine Erklärung für die Rodung zu geben“, sagt Schönberger: „Der offene Brief ist meine letzte Hoffnung.“

Kommentare (14)

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Reipsi
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Ich mag keine Quagler

die nicht einsehen das eine Miete oder Pacht auch zu bezahlen ist , haben wir zuviel vom eigenen Uhudler getrunken , das man so etwas nicht begreift .

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voit60
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"Star-Winzer"

bezieht sich die Überschrift auf seinen famosen Wein, oder seine Ex-Vergangenheit als Musiker. Starwinzer haben wir in der Südsteiermark doch mehr als genug.

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hermannsteinacher
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"Geben ist seliger als Nehmen."

Dieses Zitat (der Verfasser der Apostelgeschichte lässt es den Paulus in dessen Abschiedsrede an die Ältesten von Ephesus als angebliches Zitat Jesu einfließen) ist in den Evangelien nicht enthalten. Es wird wohl ein mündlich überlieferter Ausspruch sein.

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hermannsteinacher
3
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Und das zu Beginn des offenen Briefes vom Winzer angeführte Zitat aus dem Römerbrief

hat dessen Autor aus Psalm 92,6, Daniel 2,20 und Hiob 11,7-9 zusammengestellt.

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wiesengasse10
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Das tut jeder, der etwas zu vermieten hat....

...und dann ständig der Miete nachrennen muss ! Endlich ist der Miet/Pachtvertrag aus. Würd ich genauso tun. Und jetzt stellt sich der liebe Herr als Opfer hin, schon das spricht Bände.

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clawjelly
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Genaugenommen...

...stellt er die Reben als die Opfer hin.

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Buero
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Sonderbehandlung?

Sehr kokett, von Herrn Schönberger, von "Vernichtung von Leben" zu sprechen. Ja, das Konstrukt nennt man Rechtsstaat. Und die Miete pünktlich zu zahlen, schafft Vertrauen. Was will Herr Schönberger? Einen EAV-Bonus.

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zyni
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Verstehe die Aufregung nicht,

es gibt einen Vertrag, der einzuhalten ist.
Ich würde Pächter auch kündigen, die keine verlässlichen Zähler sind.

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paulrandig
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zyni - Nur darum geht es hier nicht.

Hier geht es darum, dass mit den Weinstöcken Werte von zigtausenden Euro ruiniert werden sollen.
Natürlich steht das dem Eigentümer frei, aber dass es vernünftig ist, ist wohl fraglich.
Stellen Sie sich vor, Sie führen eine Tierpflegestation auf gepachteten Grund, und weil der Vertrag ausläuft, werden jetzt alle Tiere geschlachtet.
Was hier nötig wäre, ist eine gewisse Gesprächskultur. Dass sich einfach Menschen zusammensetzen und reden.
Dass das hier nicht passiert und der Grundeigentümer einseitig die Vernichtung doch nicht ganz so geringer Werte ausruft ohne das Gespräch zuzulassen, legt den Verdacht nahe, dass es inoffiziell Pläne mit diesem Grund und Boden gibt, die wesentlich profitabler sind und es nicht zulassen, bekannt gemacht zu werden.

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gerbur
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@paulrandig

Der Vergleich hinkt gewaltig, die Tiere kann man an einen anderen Ort leicht verbringen! Wenn der Eigentümer mit seinem Grundstück andere Pläne im Rahmen der Gesetze hat, dann ist das zu respektieren oder wollen Sie ihm aufzwingen das "Weingeschäft" weiter zu betreiben?

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paulrandig
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gerbur

Die Tiere schon. Deshalb ist es auch ein Vergleich. Ich wollte damit sagen, dass jemand mit Emotion, finanziellem Aufwand und Risiko (Ernteausfälle) Werte geschaffen hat, die nicht nur finanzieller, sondern auch emotionaler Natur sind.
Und genau deshalb wäre es sinnvoll, zumindest miteinander zu reden. Wenn der Eigentümer ganz legale Intentionen hat, sehe ich nicht ein, warum er die verbergen muss.

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hespie
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Ja ja so sind halt die Zeiten...

möglichst die eigene Unfähigkeit zum Problem anderer machen. Dazu noch Spekulationen in Umlauf bringen die den Ruf des anderen schädigen. So kann man im Leben auch weiterkommen...

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paulrandig
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hespie

Das schau ich mir an, wenn Sie eine Landwirtschaft mit einem einzigen Hauptprodukt jahrelang ohne Ernteausfälle schmeißen. Und die Spekulationen habe ICH hier geäußert, das steht zumindest so nicht im Artikel, dass man sie dem Günther Schönberger in die Schuhe schiebt.
Ich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass jemand, der der Kommunikation gezielt aus dem Weg geht, meistens etwas zu verbergen hat, vor allem, wenn es um Bodennutzung (potentielles Bauland?) geht.

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Shiba1
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genau

das wird es sein! Kann mir gut vorstellen, dass man nicht alle Pläne bekannt machen will, weil sonst womöglich der Rauch aufsteigt.

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