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Hakelzieh'nIn der Sonntagsfrage zieht die ÖVP davon

Umfrage sieht ÖVP mit deutlichem Vorsprung auf Platz eins / Grüne sehen sich im Aufwind / ÖVP baut den Klub um.

Grüner Klub mit Abg. Krautwaschl, Köck, Schönleitner © Grüne/Podesser
 

Es ist nur eine Momentaufnahme – aber eine, die für einige Aufregung gut ist. Denn die Zahlen, die das deutsche Marktforschungsinstitut Brand Support im Auftrag der steirischen Grünen erhoben hat, sehen die ÖVP derzeit unangefochten an der Spitze – und zwar mit einem komfortablen Vorsprung von rund zehn Prozentpunkten auf FPÖ und SPÖ.


Demnach käme die Truppe von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer derzeit bei Wahlen auf rund 34 Prozent, das wäre gegenüber der Landtagswahl 2015 ein beachtlicher Zuwachs von 5,5 Prozentpunkten. Schützenhöfer hätte also den Amtsbonus als Regierungschef überdeutlich ausgeschöpft. Es würde sich ein Trend fortsetzen, der zuletzt etwa in Tirol und Kärnten Zuwächse für die jeweilige LH-Partei brachte.


Stimmenverluste gegenüber dem Resultat von 2015 müssten hingegen sowohl die SPÖ mit Michael Schickhofer als auch die FPÖ mit Mario Kunasek hinnehmen: Die SPÖ sinkt von knapp 30 auf 24 Prozent, die FPÖ von knapp 27 auf 25 Prozent. Die SPÖ würde sogar von Platz eins auf Platz drei durchgereicht, was freilich zu relativieren ist: Aufgrund der geringen Zahl von Befragten (800) hat diese Umfrage eine Schwankungsbreite von plus/minus 3,5 Prozent. Die SPÖ selbst sieht sich übrigens laut eigenen Daten bei rund 27 Prozent und damit vor der FPÖ. Man verweist auf Schickhofers Arbeit als Katastrophenreferent, die gerade in diesen Tagen allseits geschätzt werde.


Doch zurück zur Brand-Support-Prognose: Die Grünen werden mit sieben Prozent solide auf Platz vier gesehen, sie würden gegenüber 2015 leicht zulegen. Aus Parteisicht noch wichtiger: Man hätte die Neos (5 %) und die KPÖ (3 %) auf Distanz gehalten. Grünen-Klubchef Lambert Schönleitner wertet das als Ermutigung: Die Ausgangslage sei gut, die Talsohle nach dem Nationalratsdebakel sei überwunden. Zugleich warnt er: „Umfragen sind keine Wahlergebnisse – es ist noch harte Arbeit nötig, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.“ Das strategische Interesse der Oppositionspartei ist klar: Sie will den Eindruck eines Kopf-an-Kopf-Rennens an der Spitze zerstreuen, damit mögliche Grün-Wähler nicht zu den großen Parteien abgezogen werden. Deshalb sagt Schönleitner: „Es gibt kein Rennen um Platz eins, diese Frage ist bereits entschieden.“

Die ÖVP baut den Klub um

In der Landtagssitzung am kommenden Dienstag scheidet der bisherige ÖVP-Klubchef Karl Lackner (64) aus, an seiner Stelle wird Armin Forstner (47) angelobt. Die Fraktionsführung geht wie berichtet an Barbara Riener. Zusätzlich wird im Klub kräftig umgerührt, Ausschuss- und Sprecherfunktionen werden getauscht. So wandert die Landwirtschaft von Lackner zu Hubert Lang, Umwelt und Naturschutz von Lang zu Franz Fartek, die Pflege von Riener zu Peter Tschernko. Für Gerede sorgte die Übergabe der EU-Agenden von Lukas Schnitzer an Alexandra Pichler-Jessenko: Schnitzer, der als Klubchef im Gespräch war, sei von Schützenhöfer kaltgestellt worden, hieß es. In Wahrheit bekam Schnitzer aber im Tausch den wichtigen Kontrollausschuss und das Brisanz-Thema Mindestsicherung, was eher eine Aufwertung ist. Hintergrund ist auch schon das Gerangel um die wählbaren Plätze für 2020. So rivalisieren etwa Wirtschaftsbund und Industrie um ein Wirtschaftsmandat.

Kampfmandat bei der EU-Wahl

Noch einmal zurück zu den Grünen: Der amtierende grüne EU-Abgeordnete Thomas Waitz dürfte bei der EU-Wahl auf Platz 4 der Bundesliste und damit auf das Kampfmandat kommen. „Sollte es dort nicht klappen, dann mache ich eben den Landtag unsicher“, kündigt er an. Im Klartext: Waitz könnte dann bei der Landtagswahl 2020 ebenfalls auf dem wackligen Platz 4 hinter den drei amtierenden grünen Mandataren antreten.

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Danke für Ihr Verständnis.

glashaus
4
1
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Aufwachen SPÖ

und endlich Schickhofer austauschen. Der Kuschelkurs interessiert niemanden, es gehört ein Mann an die Spitze der die vielen Fehler der ÖVP auch aufzeigt.

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tannenbaum
6
3
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Die

SPÖ hat sich den Absturz selbst zuzuschreiben! Wenn sie als stimmenstärkste Partei freiwillig dem zweitplatzierten den Landeshauptmann überlässt, werden sich viele fragen, warum sie dann überhaupt SPÖ wählen sollen! Ganz abgesehen davon, das sich Schickhofer überhaupt nicht in Szene setzen kann!

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