Ingrid ist seit fast 20 Jahren die Empfangsdame vom Tröpferlbad im Augarten, Raini ebenso lang Sozialarbeiter in der "Schönen Au". Lange nichts gegen Renate, die seit 35 Jahren in der Gemeindewohnsiedlung Untere Bahnstraße wohnt. Oder Richard, der seit 40 Jahren täglich ab halb fünf Uhr früh am Jakominiplatz steht und "Kleine! Krone!" verkauft. Oder die 93-jährige Wilhelmine, die schon viel kommen und gehen gesehen hat im Bezirk. Sie alle erzählen über ihr "Jakotop", wie der neue Dokumentarfilm über den sechsten Grazer Gemeindebezirk von Regisseur Markus Mörth heißt.

Jakomini ist nicht nur der einwohnerstärkste, sondern auch der erste Grazer Bezirk, der einen eigenen Film bekommen hat – 18 Jahre, nachdem Alfred Schwarzenbergers Herz-Jesu-Viertel-Doku "Sechs Tage und die Mopedfrau" zum Riesenerfolg wurde. Herausgekommen ist eine vielschichtige Doku, in der auch alteingesessene Jakomini-Bewohner viel Neues über ihren Bezirk lernen und in bislang verborgene Ecken eintauchen können.

"Eine kleine Welt für sich"

Es geht um die Geschichte des Bezirks, der eine kleine Welt für sich ist – um seine Stärken und Schwächen, um seine städtebaulichen Besonderheiten und vor um allem die Menschen, die ihn ausmachen. Und auch ums "Nachhausekommen und Leute so nehmen, wie sie sind, das ist für mich das Jakotop", beschreibt es Musikkabarettistin Elli Bauer, die in der "Schokosiedlung" in der Schönau aufgewachsen ist und nun quasi als Mensch gewordener roter Faden durch den Film führt.

Der 105 Minuten lange Film feiert heute um 18 Uhr im Rahmen der Diagonale Premiere im KIZ Royalkino (selbstverständlich ebenfalls im Bezirk Jakomini) und ist auch in der Woche darauf ebendort zu sehen.

Filmposter
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