Wein-News aus der SteiermarkDrei Premieren und eine Petition

In Graz finden demnächst zwei interessante, innovative Wein-Events zum ersten Mal statt, der Kitzecker Winzer Michi Lorenz hat sich eine neue Linie verpasst und Günther Schönberger startete eine Petition zur Rettung seiner alten Weingärten im Burgenland.

Philipp Grein, Lucia Laggner © KK
 

Unter „G’schickter Wein“ haben Philipp Grein und Lucia Laggner einen Online-Weinhandel aufgezogen, nun sind die Wahlwiener mit ihrem Weinsalon erstmals in ihrer Heimatstadt zu Gast: am 26. April im Grazer Sestra Store. Die beiden sehen sich auch als BotschafterInnen der österreichischen Weinvielfalt - sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, gerade auch die Raritäten unter den heimischen Weinen in den Vordergrund zu rücken.

„Unseren Onlineshop www.gschickterwein.at betreiben wir seit vier Jahren. Mit dem Weinsalon wollen wir nun eine Möglichkeit schaffen, weinbegeisterte Menschen an einen Ort zu bringen und gemeinsam zu verkosten“, erklärt Laggner. Laggner und Grein wissen viel zu erzählen, denn zu allen „G’schickten Weingütern“ besteht ein persönlicher Kontakt und reger Austausch. Beide sind vor vier Jahren als QuereinsteigerInnen zum Weinhandel und auf G’schickter Wein gekommen. Laggner ist in Graz als DJane und Marketerin bekannt, Grein als Illustrator und Künstler. Mit G’schickter Wein pflegen sie einen unkomplizierten und frischen Zugang zum Thema Wein. „Im Wein sollen die Gäste statt hochgestochenem Sommelier-Jargon, authentische Weine und die Geschichten dahinter kennen lernen“, so Grein. Karten gibt es hier.

Wine Battle im Freiblick-Café

Im Grazer Freiblick steigt am 28. April (11-18 Uhr) die Premiere des „Wine Battles“: Zwei Winzer aus unterschiedlichen Anbaugebieten lassen jeweils drei Sorten an Wein verkosten. Jeder Gast im Freiblick, der (kostenlos!) teilnehmen will, bekommt zwei Teilnahmekarten und kann pro Winzer für jenen Wein stimmen, der ihm am besten schmeckt. Pro Winzer gewinnt der Wein, der am Ende der Veranstaltung die meisten Stimmen für sich gewinnen konnte. Der Siegerwein ist dann mindestens einen Monat lang auf der Karte des Lokals zu finden.

Michi Lorenz mit dem rockigen "Revoluzza" Foto © Apresvino

"Revoluzza" und "Frauenversteher" in der Flasche

Winzer Michi Lorenz hat sich neu positioniert - sowohl was das Design und den Stil der Flaschen, als auch den Namen (aus Weingut Lorenz wurde Michi Lorenz) und die Grundphilosophie angeht. Dem Faktor Zeit misst der Winzer aus Kitzeck im Sausal ab sofort noch mehr Bedeutung bei.  Er bringt Weine auf den Markt, die mit viel Geduld, Handwerk und Liebe gemacht wurden.  Besonders ragt da seine neue Premiumlinie hervor, die sogenannten „Persönlichkeitsweine“, von denen es 2018 bereits vier Kategorien geben wird: den „Frauenversteher“, „Querdenker“, „Revoluzza“ und „Seelenverwandter“.

Petition soll alte Reben retten

Und Kollege Günther Schönberger hat nach seinem offenen Brief an die Pfarre Mörbisch nun unter mein.aufstehn.at eine Onlinepetition gegen die Rodung seiner Weingärten gestartet. Die Pfarre verlangt wie berichtet von Schönberger, die fast 40 Jahre alten Rebstöcke zu vernichten. Rechtlich sei diese Forderung zwar durch den Pachtvertrag gedeckt. Für das langjährige EAV-Bandmitglied (1978–96) kommt sie dennoch „einer Vernichtung von Leben und einer Vernichtung von Kultur“ gleich. Die biodynamisch bewirtschafteten Welschriesling-, Neuburger- und Blaufränkisch-Reben hätten Weine mit guten Verkostungsergebnissen geliefert. In der ersten Stufe der Petition will Schönbeger 800 Unterschriften erreichen, diesem Ziel ist er Sonntagfrüh mit mehr als 730 schon recht nahe gekommen.

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