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Murkraftwerk

Blockade kostet bis zu 2000 Euro pro Stunde

Die Proteste gegen die Bauvorbereitungen für das Murkraftwerk in Graz reißen nicht ab. Drei Aktivisten wurden festgenommen. In der Vorwoche schritt die Polizei neun Mal ein.

Baustellenbereich an der Mur © APA
 

Am Montag, eine Woche nach den ersten Baum-Rodungen, hat die Polizei neuerlich drei Aktivisten festgenommen. Zwei Männer und eine Frau hatten sich auf Bagger gesetzt und Maschinen blockiert. Da keine Versammlung angekündigt war, wurden sie festgenommen, sagte Behördenleiter Herbert Fuik zur APA.

Die Murkraftwerks-Gegner hatten sich Montagvormittag widerrechtlich im Baustellenbereich aufgehalten und sollen sich geweigert haben, die abgesperrten Bereiche zu verlassen. Da sie ihre Identität zunächst nicht bekannt geben wollten, waren sie festgenommen worden. Als sie ihre Namen doch nannten, setzte es Anzeigen, dafür durften sie auf freien Fuß.

Laut Fuik müssen die Aktivisten mit Schadensersatzforderungen rechnen, denn ein Baustopp kann bis zu 2.000 Euro pro Stunde kosten. Am Vormittag seien zwei bis drei Stunden lang die Arbeiten wegen der Proteste stillgestanden.

Murkraftwerk: "Der Widerstand wird wachsen"

Protestdemo

Rund 100 Menschen versammelten sich heute zu einer neuerlichen Demo auf Höhe Puchsteg gegen das Murkraftwerk in Graz.

Gerald Winter-Pölsler

Seit 6. Februar - einen Tag nach der Graz-Wahl - haben die Baumrodungen begonnen. Das Foto zeigt den Blick vom Puchsteg Richtung Süden...

Gerald Winter-Pölsler

...der Blick vom Puchsteg Richtung Norden. Am linken Ufer steht das Protestcamp, darum stehen dort die Bäume noch.

Gerald Winter-Pölsler
Gerald Winter-Pölsler
Gerald Winter-Pölsler
Gerald Winter-Pölsler
Gerald Winter-Pölsler
Gerald Winter-Pölsler
Gerald Winter-Pölsler
Gerald Winter-Pölsler
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Bereits vergangene Woche hatte es Festnahmen wegen diverser Protestmaßnahmen gegeben. Aktivisten hatten ein Camp am Ufer errichtet, sich auf Seilen über der Mur angebunden oder auch auf Bäumen angekettet. Das Camp hatte vergangenen Freitag geräumt werden müssen, wobei die Naturschützer von Gewalt gegen sie gesprochen hatten.

Energie Steiermark-Konzernsprecher Urs Harnik-Lauris bekräftigt, dass die Schmerzgrenze erreicht sei: "Wir sind durchaus bereit, über einiges hinweg zu sehen, was am Anfang passiert ist, aber jetzt müssen wir rechtlich gegen die Störaktionen vorgehen."

Auf die Vorwürfe, bei der Baustelle werde von den Baggern Öl in die Mur gekippt, konterte Harnik-Lauris: "Das ist kein Öl, sondern biologisch abbaubares Schmiermittel, das immer bei Arbeiten am Wasser eingesetzt wird." Dieses Schmiermittel sei notwendig, um die Gelenke der Baufahrzeuge instand zu halten. 

Kommentare (99+)

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wolfgang_
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Wo ist die Verhältnismäßigkeit?

2000 € pro Stunde für das Recht zu demonstrieren und damit die eigene Meinung in der Öffentlichkeit kund zu tun ist viel Geld.
Dieses Recht wurde auch beim Akademikerball für 1,5 Mio € für Polizeikosten in Anspruch genommen. Des Weiteren kostete im Jahr 2010 in Oberösterreich der Polizeischutz bei Fußballspielen 500.000€ (12.500 € pro Einsatz).

6000 € für das Recht gegen ein umstrittenes Projekt zu demonstrieren? Ist das viel Geld um für den Schutz der Natur tätig zu werden?

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picciona
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ja eh, die forderungen sind eher um gegner finanziell mundtot zu machen

insbesonders, da die kosten für den speicherkanal sowieso wir zahlen. ob wir jetzt 84 mio zahlen oder 84 mio und 6.000 ist egal.
und bei den 84 mio wird es eh nicht bleiben. baukostenüberschreitungen sind sehr beliebt.
ich tippe , es werden 120 mio.
auf den posten "störung durch aktivisten...... 6000€" werde ich hinwegsehen.

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praimann
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Hallo Wolfgang!

Schöner Beitrag! Was bis jetzt als Protest gegen dieses Kraftwerk geschehen ist, sollte der Rechtsstaat aushalten können.

Klar distanzieren muss man sich von den 2 Einzelpersonen, die - warum auch immer - Drohungen ausgesprochen haben und ein Fäkalienpaket im Nagl Geschäft deponiert haben. Eine extreme Dummheit die nur Wasser auf den Mühlen derer ist, die die Kraftwerksgegner ist Eck stellen wollen.

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eleasar
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Was mir auffällt:

Man spricht viel von Aktivisten, Demonstranten, Gegnern, Arbeitsscheuen, Verhinderern etc. Damit zeichnet man ein gewisses Bild.
Niemand spricht über die protestierenden Univ.-Prof. Doktoren, die vielen klugen Köpfe und deren stichhaltige Argumente gegen das Kraftwerk. Auch nicht die Kleine Zeitung.
Man kann durch gezielte Weglassung auch viel sagen.

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praimann
2
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Undifferenziert Feindbilder zu schaffen ...

ist immer ein sehr einfacher und billiger Weg, und auch ein gefährlicher, weil es zu Spaltungen führt. Um bei diesem Projekt zu bleiben - kann uns die Kleine Zeitung bitte einen sachlichen Artikel als Ausgangspunkt für eine offene Diskussion gönnen?
Betrachten wir den Gesamtenergieverbrauch und den Verbrauch an elektrischer Energie entwickelter Nationen - z. B. GB, DE, A, der letzten 10 Jahre , versuchen wir darzulegen wie sich das in den n. 10 - 20 wahrscheinlich entwickeln wird und beurteilen wir das Kraftwerk mit seinen Kennwerten wie es dort reinpasst - oder eben nicht.
Das wär sicher im öffentlichen Interesse und würde auch zur Deeskalation beitragen.

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kiwi00
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Was haben uns

die Energiekonzerne in den letzten Jahren an Geld bei Kraftwerksbauten "verloren"? Mellach II € 800-900 Mill. (€550 Errichtungskosten u €50 Mill/Jahr Verlust durch Notbetrieb bis ca. 2020) Reißeck II Pumpspeicherwerk Errichtungskosten €400 Mill wertberichtig um ca. €300 Mill. Wasserkraftwerke Kalsdorf u Gössendorf Errichtungskosten ca. €140 Mill wertberichtig um € 40 Mill! Kraftwerk Puntigam Errichtungskosten €109 Mill + €20 Mill Kanal vorprogrammierter Vetlust ca. €50 Mill!! Danke Politik u E-Wirtschaft für weit über €1 Mrd Verlust! Und die Greifer regen sich darüber auf, dass es Menschen gibt die sich gegen diese Machenschaften zur Wehr setzen! Unglaublich

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Styrian007
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Regress

Den entstandenen Schäden bei "Rettet die Mur" regressieren! Die KPÖ wird dafür sicher gerne Spenden bereitstellen und die Grünen zahlen ohnehin schon für diesen "Verein".

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kiwi00
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Darf ich

dir dann auch die Rechnung von über € 1 Mrd. zukommen lassen, welche uns in den letzten Jahren Kraftwerksneubauten gekostet haben? Bitte!

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Simca1307
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Prescenyklause

Liebe Kraftwerksgegner, schaut euch einmal das Kraftwerk Prescenyklause an der Salza an. Die Prescenyklause wurde für die Flößerei 1841 errichtet, 1954 wurde die Flößererei eingestellt. Danach folgte ein "Dornröschenschlaf" , die Wehranlage und der Stausee verkamen zu einer "schiachen Gstetten". Mitte der 80er Jahre errichteten die Stadtwerke Mariazell mit allen Umweltauflagen (Fischaufstiegshilfen) ein Kraftwerk und erzeugen bis zu 1600 kW Strom. Vom Kraftwerk selbst ist nur ein grösseres Garagentor zu sehen.

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praimann
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Die Mur zwischen Leoben und Rackersburg ist nicht die Salza!

Da vergleichen Sie völlig unterschiedliche Szenarien.

Dort gibt es keine Kraftwerkskette, die den Fluss ökologisch ruiniert und wie Sie selber schreiben bestand der Querverbau seit 1841. Das dann zu nutzen, erscheint vernünftig.

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Blaumacher
11
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Ich sage es schon immer....

Mit rot grün oder Leuten mit ähnlichen Ideologieen ist kein Wirtschaftsstaat zu machen... siehe Murkraftwerk oder 3. Piste in Schwechat.....
Deshalb hoffe ich auch auf schwarz-blau in Graz.....

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checker43
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Schwechat

hat mit den Grünen überhaupt nichts zu tun. Beschwerdeführer waren Privatpersonen, Bürgerinitiativen sowie die Stadt Wien (Piste ja, aber Lärmminimierung gefordert). Das Gericht hat auf Basis der geltenden Rechtslage entschieden. Wie beim Murkraftwerk müssten die Befürworter dieses Urteil jetzt akzeptieren, wenn sie nicht als Chaoten außerhalb des Rechts dastehen wollen. (Ironie)

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praimann
1
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Genau!

Schauens über die Pack, ohne Milliardenstaatshilfen des Bundes wäre Kärnten pleite gewesen. War das nicht Schwarz/Blau ?

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praimann
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Dann schauen Sie sich den Schuldenanstieg von Graz an ...

über längere Perioden die Verschuldung hochzutreiben ist kein Konzept. Die Grenze gibt Ihnen die Schuldentragfähigkeit vor. Da haben Sie eine schöne Analogie - die letzten freien Flussstrecken zu verbauen ist genauso kein vernünftiges Konzept, da stößt man auch an eine Grenze - in diesem Fall zu einem hohen ökologischen Preis.

Was machen wir, wenn diese Grenzen erreicht sind, und das werden sie zeitnah sein.

Was ist Ihr konstruktiver Vorschlag dazu?

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jahcity
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Zu den Kosten

Mellach II €800-900 Mill! Reißeck II €300 Mill an Wertberichtigung ! Kalsdorf Gössendorf €40 Mill an Wertberichtigung u KW Puntigam mind. €50 Mill!! Verlust!!! über € 1Mrd. weg einfach weg vom Steuerzahler bezahlt u Ohh nicht wirklich weg... Eine Hand voll Menschen haben es bekommen....

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ffld
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unbezahlbar

und die Umweltzerstörung ist unbezahlbar....

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conte
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Sprayer am Radweg

wie immer man zum kraftwerk steht, die verkehrsspiegel entlang des radweges voll zu sprayen, ist ein schlechtes zeichen des protests. mit solchen idioten will man nicht um eine sache kämpfen.

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eleasar
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Sprayer sind leider ein generelles Grazproblem

Im Griesviertel gibt es kaum ein unbespraytes Gebäude mehr. Es wird immer mehr. Was kann man tun?

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Marcuskleine
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Auf die Gefahr hin

... einen Shitstorm auszulösen: Ich bin für das Kraftwerk, weil die Wasserkraft eine tolle Sache ist und weil die Mur ja auch jetzt schon alle 20 km aufgestaut wird.
Einerseits wirft man den Betreibern vor, dass das Kraftwerk nicht rentabel sei. Andererseits wirft man den Betreibern vor, nur auf das Geld aus zu sein. Also was jetzt?

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praimann
3
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Da haben Sie eine gefährliche Logik!

Weil eh schon alle 20 km aufgestaut, verbaue ich die letzten freien Stecken auch noch, ist eh egal.

Fair und umsichtig ist umgekehrt: Weil eh schon ein so großer Beitrag der Mur für die Energieversorgung zwischen Leoben und Spielfeld geleistet wird, belasse ich die letzten freien Strecken und dem Fluss ein Minimum an Erholung zu gewähren.

Das würde auch dem Teil der Bevölkerung entgegenkommen, die sich gegen eine Kraftwerkskette stellt. Gesamt gibt es über 30 Kraftwerke an der Mur - der Kompromiss ist ja ohnehin schon klar "Pro-Wasserkraft".

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Aleksandar
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Na. kleiner Marcus,

ein bisschen Strom sparen - und schon braucht man viele Kraftwerke nicht mehr. Ich bin gegen das Kraftwerk! Wir können nicht grenzenlos Energie fordern; irgendwann wird das Spiel zu Ende sein.

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RMK
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Die Rentabilität ..

.. hängt vom Strompreis ab - und der wird steigen.
Der größte Schwindel ist die sog."Ökoenergie", die nur mit Riesensubventionen haltbar ist ..............

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praimann
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Steigen alleine ist nicht genug!

Der Großhandelspreis (alternative Beschaffung) müsste zeitnah über die Stromgestehungskosten des Kraftwerkes steigen und dort für Jahrzehnte bleiben.

Der Strompreis ist in den letzten Jahrzehnten! für kurze Zeit in eine solche Region vorgedrungen, das war allerdings eine Blase mit exponentiellen Anstieg.

Könne Sie vielleicht bitte schreiben wo Sie den Strompreis nachhaltig sehen und warum?

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Eyeofthebeholder
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@Marcuskleine: Warum genau ist Wasserkraft "eine tolle Sache"?

Und weil das Kraftwerk nicht rentabel ist, müssen Steuergelder zugeschossen werden. DAS macht es für die Betreiber rentabel - und für den Steuerzahler und Stromkunden zu einer Katastrophe.

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calcit
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Vor allem wenn man hier das Argument...

...der Wirtschaftlichkeit so strapaziert. Warum müssen dann PV, Windkraft und Biomasse mit horrenden Geldmittel gestützt werden, fixe Einspeistarife garantiert werden und, und, und...

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praimann
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Das kann man schon erklären.

Horrend waren und sind die dafür aufgebrachten Mitteln nicht, besonders nicht im relativen Vergleich mit DE.

Windkraft und Solarkraft tragen erst relativ kurz signifikant zur Energieversorgung bei. Da steht am Anfang immer das Henne/Ei Problem - ohne größeren Mark ist das Invest teuer, weil der Hersteller Einmalkosten nicht auf eine hohe Stückzahl umlegen kann. Mit Förderung schafft man Nachfrage.

Der 2. Aspekt ist die Differenzierung. Gerade bei einem sensiblen Thema wie Energieversorgung ist eine breite Aufstellung begrüßenswert.

Rein wirtschaftlich betrachtet liegen Sie vollkommen richtig. Bei einem Großhandelspreis von rund 3 Cent/kWh ist kein Neuinvest in ein Kraftwerk rentabel.

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