Grazer KP-Chefin Kahr"Bürgermeisterin? Ja, ich würde Verantwortung übernehmen"

KPÖ-Chefin Elke Kahr weist zurück, dass die KPÖ eine reine "Njet"-Partei sei. Sie will weiter für leistbares Wohnen, Grünraum, den Altstadtschutz und billige Öffis kämpfen.

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Am Platz zwischen Bad zur Sonne und der Andräschule haben wir Elke Kahr zum Interview getroffen.
Am Platz zwischen Bad zur Sonne und der Andräschule haben wir Elke Kahr zum Interview getroffen. © Juergen Fuchs
 

Frau Stadträtin, Sie haben - wie schon 2019 - erneut den Platz vor dem Bad zur Sonne für unser Interview gewählt. Warum?
ELKE KAHR: Weil ich in Gries aufgewachsen bin, hier in die Andräschule gegangen bin und die Nachbarschaften immer gemocht habe. Die Menschen waren hier immer hilfsbereit.

Kommentare (24)
Jamestiberius
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Recht hat sie

Grünraum und weniger Versiegelung/Bebauung an allen Ecken und Enden - wer 2021 mit offenen Augen durch Graz geht und schon lange genug hier gelebt hat, wird diesen Forderungen kaum widersprechen…

neuernickname
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@Jamestiberius Ist keine Grazer Besonderheit.

Bin selber einen Kilometer von der Stadtgrenze daheim. Was bei uns zubetoniert wird ist eine himmelschreiende Schande.

Jeder Acker der noch irgendwo frei ist, wird niedergewalzt und asphaltiert.

Da wünsche ich der KPÖ wirklich ein starkes Ergebnis in Graz. Weil so können wir im Großraum Graz/Graz Umgebung echt nicht weitermachen.

Beim nächsten Starkregen wirds einen Tsunami geben, weil das Wasser nimmer abfließen kann.

Jamestiberius
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Freilich!

Freilich, kein Grazer Unikum - aber diese Stadt und ihre Zukunft sind hier Thema (und an der Wahlurne).

neuernickname
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@James Ja sorry, dass ich mich als Provinzler da eingemischt habe

Ich werde der Zukunft dieser Stadt sicher nicht im Wege stehen und in Zukunft nie wieder irgendwas in Graz kaufen. Geht online super und es gibt ja auch noch die SCS.

Wir haben draußen auch sonst alles, was wir brauchen.

Ich bin da nachtragend. Viel Glück in deinem Graz.

neuernickname
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@Jamestiberius Ach so - Graz Umgebung ist net davon betroffen, wenn die Grazer in den Speckgürtel ziehen?

Oder bauts eine Mauer um Graz?

O.K. Ich lass es - die Grazer Großstädter wollen nicht von Provinzlern gestört werden.

Von mir aus - aber dann verdreckts mit euren Kraxn net meine Heimatgemeinde.

Jamestiberius
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Kein Großstädter 😉

Da rennen Sie offene Türen ein!

Auf GU muss genau so geachtet werden.

P.S. Bin autolos.

neuernickname
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@James fahr einen gebrauchten Hybrid - aber in die Stadt fast immer öffentlich.

Eine Fachärztin von mir ist in Graz - die werd ich net wechseln.

Aber für mich hat die Politik in Graz unmittelbare Auswirkungen auf das Umland. Dazu ist Graz und Graz-Umgebung zu parallel gewachsen, dass man als GUler einfach zuschaut, was die Grazer da so zusammenwählen. Man kanns ja net ändern, aber die Auswirkungen betreffen die GUler halt auch unmittelbar.

Wär ich in Murau daheim, dann würd ich jetzt vielleicht eh im Wald sein und Schwammerl suchen oder in meiner Berghütte Touristen verköstigen.

Aber als GUler - der faktisch seine ganze Ausbildung in Graz gemacht hat und auch lange Jahre in Graz gearbeitet hat - fühl ich mich hier schon "zuständig".

X22
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G und GU gehörten schon längst unter einen Hut

Tja es kocht halt jeder gern sein eigenes Süppchen

Lodengrün
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Ich habe

die Dame am Rande kennengelernt und kann nur sagen das sie wirklich mit Herz und Kopf für Graz tätig ist..

Lodengrün
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Frau Kahr sagt

„ Ich bin stolz, weil Kommunisten die aktivsten im Widerstand gegen die Nazis waren“. Wenn Herr Nagel so einen Angriff gegen die KPÖ reitet dann soll er in diesem Zusammenhang auch hinzufügen welche Stellung seine Partei in dieser Zeit eingenommen hat. Wen hat man erst jüngst von der Wand genommen?

neuernickname
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@Lodengrün Und schon kommt der Nazi-Vergleich mit der ÖVP

Das ist so hanebüchen, den Herrn Nagl mit den Nazis zu verbinden - im Jahr 2021.

Der Antifaschist Stalin war ein Massenmörder. Einer der ärgsten in der Geschichte der Menschheit.

Was Sie da so stolz macht auf die Kommunisten, Lodengrün, weiß ich nicht.

Lodengrün
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Nun @neuernick

war ohne Zweifel ein Kapitel für sich. Liegt aber nicht so lange zurück wie Dollfuss. Und, Herr Nagl hat die Vergangenheit bemüht.

neuernickname
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@Lodengrün

Wissens was, ich wünsch Ihnen und ihren Genossen den Kommunismus in Österreich.

Nach 2 Tagen werdens auswandern wollen.

Frohe Ostern Lodengrün. Ihre Agit-Prop ist offenbar 1917 stecken geblieben.

Lodengrün
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Bin ich

jetzt ein Kommunist deswegen? Jetzt wird es von Ihrer Seite grotesk. Schönes Wochenende. Sie sind bei aller Diskussion ein lieber Zeitgenosse. Warum? Weil man mit Ihnen gepflegt kommunizieren kann.

neuernickname
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Lodengrün Ach wissens, mich ärgert das Schwingen der Nazikeule einfach.

Es ist einfach unfair, immer und überall (und wenn dann ausschließlich bei der ÖVP) Nazis zu vermuten.

Kreisky hatte ehemalige NSDAP Mitglieder als Minister. Aber ich geh jetzt net her und sag - die SPÖ its ja auch ...., nicht einmal wenn die Staatskünstler verzählen, dass wir - dank Doskozil - drei FPÖs in Österreich haben.

Ich halt von diesem - wohl eher linken - Vollholler einfach gar nichts.
Wobei ja im Moment die Blauen die selbsternannten Antifaschisten und supertoleranten Verfassungsschützer sind in Österreich. Vorbei die Zeit eines Herbert Kickls, der noch das Recht der Politik folgen lassen wollte - jetzt haben wir einen ganz anderen , einen gewissen Herbert Kickl der Bitterstoffe als alleinig verfassungskonformen Weg sieht, sein eigenes Immunsystem auf Vordermann zu bringen. Dürft ziemlich am Sand sein, das Immunsystem vom Herbert.

Alle Macht den Ungeimpften - die Geimpften sind die neuen "Gefähder".
FPÖ - Wir sind die Doppeltguten.

Ist auch ungefähr so sinnvoll, wie der Vergleich - Nagl - Nazis.

menatwork
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Naja, wenn Nagl Frau Kahr den gesamten Weltkommunismus vorhält,

wird man wohl zumindest die Geschichte seiner Partei erwähnen können.

Das werden Sie nicht verstehen, aber historische Tatsache ist, dass die KPÖ zu keiner Zeit Leid über das Land und seine Bewohner gebracht hat oder gar eine Diktatur errichtet hat, die Vorgängerpartei der ÖVP und der lange Zeit von dieser hochverehrte Dollfuß jedoch sehr wohl (und damit im übrigen auch den Weg für den Nazifaschismus geebnet hat).

Im Widerstand gab es auch Christlich-Soziale, der tatsächliche bewaffnete Kampf gegen die Diktatur wurde aber überwiegend von Mitgliedern der von Dollfuß verbotenen KPÖ sowie linken Sozialisten geführt. Auch die Steiermark und Graz hat hier einige Heldinnen und Helden hervorgebracht, deren Angedenken sollte man nicht durch Geschichtsklitterung beschädigen.

neuernickname
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@menatwork

Googelns mal nach Oktoberstreiks 1950.

Und - schauns einmal wer da an der Seite der Kommunisten marschiert ist Die VdU.
Wissens wer das ist?

Aus Wikipedia:

"Am 4. Oktober erreichten die Streiks in Wien ihren Höhepunkt. Rollkommandos der Streikenden versuchten, das öffentliche Leben lahmzulegen und besetzten Straßen und Plätze. Wagen der Wiener Straßenbahn wurden durch Zuschütten der Gleise und Ausbetonieren der Weichen daran gehindert auszufahren. Auch zahlreiche andere Streikbrecher wurden an einem Weiterarbeiten gehindert."

Die eigene Parteigeschichte sollte man schon kennen.

menatwork
1
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@neuernickname: Kaltherzig wie die Vorgänger

Sie können gerne wikipedia zitieren, aber dann bitte zumindest nicht sinnzerstörend. Der Okoberstreik 1950 war ein Streik aufgrund von Hunger, der durch die Brotpreiserhöhung ausgelöst wurde.

"Im September 1950 fanden Verhandlungen zu einem Vierten Lohn-Preis-Abkommen statt, wobei die Inhalte der Sitzungen geheim gehalten wurden. Am 22. September wurden via Rundfunk erste Eckpunkte verkündet: Per 1. Oktober sollte etwa Mehl um 64 Prozent teurer werden, Zucker um 34 % und Brot um 26 %. Am 26. September stimmte der ÖGB dem Abkommen zu."

Ob da der VDU oder sonstwer auch auf die Straße ging, ist mir relativ egal, ich habe Verständnis für die Hungernden.

Historisches Tatsache bleibt: Es waren neben den Nazis nur die Christlich-Sozialen, die eine Diktatur in Österreich errichtet und Gegner ermordet haben.

Lodengrün
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Wir

mögen den Kickl nicht. Das eint uns. Wie man den mögen kann bleibt ein Rätsel. 😁

neuernickname
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@Lodengrün Vielleicht ist er privat ein klasser Bursch?

Ich weiß es nicht, und ich wills auch nicht wissen.

neuernickname
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Ich hab bei den Kommunisten nie verstanden, warum sie überzeugt sind, dass Parteimitglieder

bessere Ökonomen sind als Unternehmer, die Betriebe privatwirtschaftlich führen.

Gut - in einem kommunistischen System kann es keine Korruption im Wortsinn geben, weil ja dort die Korruption faktisch verstaatlicht ist. Aber ökonomisches Denken ist ein Widersinn, wenn man glaubt durch Gemeineigentum ein Paradies zu erschaffen.
Denn Partei und Staat sind im Kommunismus ein und dasselbe - und nur wer der Partei genehm ist, darf im kommunistischen Staat mitreden.
Das ist ja eigentlich eh nichts anderes Korruption - nur halt eine staatlich verordnete.

Sonst wünsche ich der Frau Kahr viel Glück - Graz (ich bin zwar aus Graz-Umgebung - aber Graz ist irgendwie auch meine Heimatstadt) hat ein Problem mit bezahlbarem Wohnraum - da ist es gut, wenn die KPÖ sich darum kümmert. Die anderen Parteien machen das viel zu wenig.

Aber eine Bürgermeisterin Kahr? Ich glaub das würde ideologisch schon ein Problem werden.

Lepus52
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Wohnungen oder gar ein Eigenheim

ist für ein Ehepaar auch dann nicht mehr erschwinglich, wenn beide arbeiten und durchschnittlich gut verdienen. Wohnraum muss wieder bezahlbar werden. Baugrundstück, der ungenutzt nur der sog. Wertanlage dient und leerstehender Wohnraum gehören mit einer Infrastruckturabgabe belastet.

grundner10
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Jetzt plötzlich Verantwortung?

Nach der letzten Wahl wollt Fr. Kahr nicht einmal in eine Regierung ...

menatwork
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Graz ist eine Magistratsstadt, hat daher keine Regierung,

sondern einen proportional zu besetzenden Stadtsenat, in dem Frau Kahr das Wohnungsressort
über Jahre zu neuer Aktivität - nämlich Neubau von Gemeindewohnungen - geführt hat.

In eine Koalition mit Nagl wollte sie nicht und wird sie auch diesmal nicht. Wozu denn auch, Nagl steht für Luftprojekte, Verschwendung und rückwärtsgewandte Politik, weshalb er dann auch in der FPÖ einen gleichgesinnten Partner rasch gefunden hat.

Diesmal sieht es so aus, als ob sich das nicht mehr ausginge, das ist aber Nagls Problem und wenn er keinen Partner findet, wird er eben nicht mehr Bürgermeister sein, was der Stadt gut täte.