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Graz trauert

12.000 Menschen nahmen an Trauermarsch teil

Gedenken für die Opfer des Amokfahrers in Graz: In ihren Reden appellierten Nagl, Schützenhöfer, Faymann und Fischer an den Zusammenhalt. Rund 12.000 Menschen nahmen teil. Der Livebericht zum Nachlesen.

© Jürgen Fuchs
 

18.56 Uhr: "Keine Zwischenfälle" laut Polizei

An der Trauerkundgebung haben nach letzten Schätzungen der Polizei rund 12.000 Menschen teilgenommen. Beim Trauermarsch waren es noch rund 7.000 gewesen, viele waren dann noch zur Schlussgedenkfeier am Hauptplatz, in der Herrengasse und am Eisernen Tor dazu gekommen. "Es sind nach Eintreffen des Trauerzuges am Hauptplatz noch sehr viele Menschen in der Herrengasse eingetroffen", sagte Polizei-Sprecher Fritz Grundnig am Sonntagabend zur APA. Es habe keine Zwischenfälle gegeben, die Rettungskräfte mussten lediglich einige Menschen wegen Kreislaufschwäche behandeln.

Für die Sicherheit des Trauerzuges und der Gedenkfeier sorgten 314 Polizistinnen und Polizisten sowie Kriminalbeamte, Beamte des Landesamtes für Verfassungsschutz und weitere Spezialkräfte. Zudem wurde der Trauerzug von einem Polizeihubschrauber begleitet.

Gedenken am Hauptplatz: "Graz ist näher zusammengerückt"

12.000 Menschen nahmen am Sonntag in Graz an der Trauerkundgebung im Gedenken an die Opfer der Amokfahrt vor einer Woche teil. Der Trauerzug erreichte gegen 18 Uhr den Hauptplatz.Jürgen Fuchs
Auch Angehörige der Einsatzorganisationen waren vertreten.Jürgen Fuchs
Auf dem Hauptplatz herrschte Betroffenheit. Manche trösteten sich gegenseitig und nahmen sich in den Arm.Jürgen Fuchs
Die Vertreter der Religionsgemeinschaften traten als Erste ans Rednerpult.Jürgen Fuchs
Bischof Wilhelm Krautwaschl, Superintendent Hermann Miklas, Ali Kurtgöz, der Vorsitzende der Islamischen Glaubensgemeinschaft in der Steiermark, und Schlomo Hofmeister, Gemeinderabbiner aus Wien waren vertreten.Jürgen Fuchs
Die junge Grazer Cellistin Hyazintha Andrej bestritt das musikalische Programm am Hauptplatz.Jürgen Fuchs
Bürgermeister Siegfried Nagl sprach vom "schrecklichsten Tag" in seinem Leben - er war ja selbst gerade in der Zweiglgasse unterwegs, als dort ein junger Grazer getötet und seine Frau schwer verletzt wurden und leistete Erste Hilfe. Nagl rief aber auch zu mehr Zusammenhalt auf. Er sei "stolz darauf, Bürgermeister einer Stadt zu sein, in der die Menschen so zueinander stehen!"Jürgen Fuchs
LH Hermann Schützenhöfer in seiner Rede: "Das Ereignis, an das wir heute denken, hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie sehr wir einander brauchen: miteinander und nicht nebeneinander leben. Wir können das."Jürgen Fuchs
Bundeskanzler Werner Faymann: "Graz hat zusammengehalten, das konnte man in ganz Österreich spüren." Die Steiermark, ganz Österreich, seien näher zusammengerückt.Jürgen Fuchs
Bundespräsident Heinz Fischer meinte in seiner Rede, in solchen Situationen überzeuge letztendlich, dass Nächstenliebe viel stärker sei als der Hass. Später trug er sich ins Kondolenzbuch ein.Jürgen Fuchs
Mehr Fotos von der Trauerkundgebung am Grazer Hauptplatz...Jürgen Fuchs
Jürgen Fuchs
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18.45 Uhr: Die Zeremonie ist beendet

Trauerzeremonie aus und 1 Sekunde später schien die Sonne auf den Hauptplatz! Arbeiten wir alle daran, dass es 'Licht' bleibt in unserer Stadt!!!

Posted by Gonzo Renger on Sonntag, 28. Juni 2015
 

18.42 Uhr: Stadt Graz dankt fürs Kommen

Der Grazer Magistratsdirektor Martin Haidvogl - er hat den Trauerzug organisiert - dankt den Teilnehmern für ihr Kommen. 

18.35 Uhr: Fischer trägt sich ins Kondolenzbuch ein

Die Reden sind abgeschlossen, Fischer trägt sich als Zeichen der Solidarität ins Kondolenzbuch der Stadt Graz ein. Tausende haben sich auch hier via Internet eingetragen.

18.30 Uhr: Bundespräsident Heinz Fischer

Fischer, selbst gebürtiger Grazer, schließt sich seinen Vorrednern an. "Es ist unbegreiflich. Trotzdem muss man über das Unbegreifliche sprechen." In solchen Situationen überzeuge aber letztendlich, dass Nächstenliebe viel stärker sei als der Hass. "Wenn etwas passiert, dann halten wir zusammen. Dann halten wir zu den Menschen, die Angehörige für immer verloren haben."

18.26 Uhr: Bundeskanzler Werner Faymann

Graz habe sofort das Richtige getan - helfen, zusammenhalten, solidarisch sein: "Graz hat zusammengehalten, das konnte man in ganz Österreich spüren." Die Steiermark, ganz Österreich,  seien näher zusammengerückt. Dafür sei Dank auszusprechen - allen Exekutivkräften, allen freiwilligen Helfern, Ärzten, Krankenschwestern, Einsatzkräften ... Und allen, die heute ein Zeichen gegen Gewalt setzen. "Lassen wir nicht zu, dass eine solch unfassbare Tat dazu genutzt wird, Hass zu sehen, bei dem wieder Unschuldige die Opfer sind."

18.21 Uhr: LH Hermann Schützenhöfer

"Es sind erschütternde Taten wie diese, die uns jedoch daran erinnern, was wichtig ist im Leben – und dass wir nicht nur über Soll und Haben reden sollten, sondern auch über Sein und Sinn des Lebens." Auch er appelliert daran, mehr für den Zusammenhalt zu tun: "Das Ereignis, an das wir heute denken, hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie sehr wir einander brauchen: miteinander und nicht nebeneinander leben. Wir können das. Jede und Jeder von uns. Niemand und nichts wird es zustande bringen, uns das Menschliche in uns auszutreiben - alles das, was uns als Menschen ausmacht!"

18.14 Uhr: Nagl spricht als Zeuge und Bürgermeister

"In den letzten Tagen habe ich sehr viel geredet, obwohl mir nicht danach war", sagt Siegfried Nagl: "Es fehlen einem die Worte." Sein Appell: "Wir müssen aufmerksamer werden." Er sei stolz, Bürgermeister einer Stadt zu sein, in der die Menschen so zueinander stehen.

18.10 Uhr: Hyazintha Andrej spielt

Die junge Grazer Cellistin gestaltet das Programm auf dem Hauptplatz musikalisch.

18.06 Uhr: Die Vertreter der Kirchen sprechen zu den Gästen

Bischof Wilhelm Krautwaschl, Superintendent Hermann Miklas, Ali Kurtgöz, der Vorsitzende der Islamischen Glaubensgemeinschaft in der Steiermark, und Schlomo Hofmeister, Gemeinderabbiner aus Wien.
"Das Leiden muss getragen werden, damit es vorübergeht, die Trauer muss durchwandert werden, damit wir daran wachsen." (Krautwaschl)
"Möge aus Rache Barmherzigkeit werden!" (Kurtgöz)
"Das Leben hier auf Erden soll wieder lebbar werden für uns alle und besonders für jene, die sich das jetzt gar nicht vorstellen können." (Miklas)
Ihre Reden zum Nachlesen.

18.00 Uhr: Auch der ORF überträgt nun live

Als erste spricht Claudia Unger, Leiterin des Afro-Asiatischen Instituts Graz. Sie ist auch Veranstalterin des Multikultiballs, den sie am Samstag letzter Woche sofort absagte. Der Blumenschmuck für den Ball wurde als berührende Geste noch am selben Tag in die Herrengasse gebracht. "Eine Tragödie darf nie das letzte Wort bekommen." Die Reden werden in Gebärdensprache übersetzt. 
Der bekannte hib.art.chor untermalt die Veranstaltung am Hauptplatz.

Insgesamt sind deutlich weniger Menschen gekommen als erwartet. Aktuell spricht die Polizei von rund 10.000 Teilnehmern. Die Stimmung ist bedrückt, Menschen weinen und umarmen sich. Kerzen werden aus Sicherheitsgründen keine angezündet.  

17.45 Uhr: Spitze des Zugs erreicht Herrengasse

Langsam erreicht der Trauermarsch den Hauptplatz. Dort werden ab 18 Uhr die Spitzen von Bund, Land und Stadt nach einer Erklärung der Religionsgemeinschaften zu den Menschen sprechen.

Stille. #grazträgttrauer

Posted by Antenne Steiermark on Sonntag, 28. Juni 2015

17.40 Uhr: Eisernes Tor

Der Zug erreicht die Herrengasse. Bei der Stadtpfarrkirche, wo nach wie vor unbekannte junge Frau und der vierjährige Valentin getötet wurden, begleitet Cellist Friedrich Kleinhapl den Zug musikalisch.

 

Foto © Michael Tschida

17.33 Uhr: Stille beim Trauermarsch

Beim Trauermarsch ist es ganz still. Teilnehmer berichten: Auf der Augartenbrücke hört man die Blätter im Wind rauschen, das Plätschern der Mur und den Polizeihubschrauber. Viele Leute stehen an den Fenstern und nehmen so Anteil.

17.25 Uhr: Kleine.TV überträgt live

Viele Augenzeugen berichten von den Geschehnissen. Jetzt zum Beispiel KLZ-Steiermark-Ressortleiter Bernd Hecke, der mit seiner kleinen Tochter am Hauptplatz war. "Szenen wie aus einem Actionfilm." - "Und irgendwann schaltet der Klippschalter eines Journalisten wieder um."

17.11 Uhr: Politiker und offizielle Vertreter führen den Marsch an

Bundespräsident Heinz Fischer und seine Frau Margot, Bundeskanzler Werner Faymann, Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, die Minister Doris Bures und Gerald Klug, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Vize Michael Schickhofer, Bürgermeister Siegfried Nagl, alle sind da. Langsam und zäh zieht sich der Zug durch die Zweiglgasse: Hier starb der 29-jährige Adis D. als erstes Opfer des Amokfahrers,  seine Frau Adisa wurde schwerst verletzt.
Hier begleitet der bosnisch-österreichische Künstler Sandy Lopicic den Gedenkzug mit seinen Klängen.

Foto © Jürgen Fuchs

Sandy Lopicic (rechts) gestaltete das Musikprogramm in der Zweiglgasse Foto © Susanne Rakowitz

17.06 Uhr: Der Zug setzt sich in Bewegung

Ein Polizeihubschrauber kreist über dem Griesplatz. Offizielles Statement seitens der Polizei: "Mehrere tausend Menschen sind derzeit am Griesplatz". Eine genaue Zahl gibt es noch nicht. Man geht davon aus, dass viele Menschen erst in die Herrengasse kommen oder direkt am Hauptplatz warten. 

Graz trauert: Der Trauerzug vom Griesplatz zum Hauptplatz

Schon ab 16 Uhr strömten am Sonntag aus allen Richtungen Menschen zum Griesplatz, um beim Gedenkmarsch ihre Anteilnahme für die Opfer des Amokfahrers auszudrücken. Dabei sind besonders viele Teilnehmer mit Migrationshintergrund.Michael Tschida
Die gesamte Strecke war abgesperrt - wer teilnehmen wollte, musste beim Treffpunkt am Griesplatz dabei sein.Stadt Graz/Tautscher

"Graz / Kobane / In Trauer" stand auf den T-Shirts dieser Gruppe.

Michael Tschida
An der Ecke zur Zweiglgasse versammelte sich das offizielle Graz, u. a. Minister Gerald Klug, LAbg. Barbara Riener, Magistratsdirektor Martin Haidvogl, SPÖ-Klubchef Hannes Schwarz, WK-Vizepräsident Benedikt Bittmann, Holding-Graz-Vorstand Barbara Muhr, Honorarkonsul Rudi Roth...Jürgen Fuchs
Haidvogel - er hat den Zug für die Stadt Graz organisiert - mit Minister KlugJürgen Fuchs
Die Botschaft auf diesem Transparent: "Begegnen wir der Dunkelheit nicht mit Angst, sondern mit Licht".Michael Tschida
Tausende versammelten sich am Griesplatz.Michael Tschida
Nachdem alle Politiker eingetroffen waren, setzte sich der Zug in Bewegung.Jürgen Fuchs
Mehr Fotos vom Trauerzug.Michael Kloiber
Michael Kloiber
Susanne Rakowitz
Michael Kloiber
Michael Kloiber
(c) J�rgen Fuchs (J�rgen Fuchs)
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16:50 Uhr - Viele Grazer "mit Migrationshintergrund" vertreten

Foto ©

Jung und alt, Grazer, die hier geboren sind und solche, die erst später in Graz eine neue Heimat gefunden haben, nehmen am Trauerzug teil. T-Shirt-Botschaft einer Gruppe:
Graz
Kobane
in Trauer

16:45 Uhr - Für manche ist es einfach zu viel

Großeinsatz auch für die Rettungskräfte. Hitze und Trauer waren für einige zuviel. Schon vor dem Start des Trauerzugs gab es den einen oder anderen Kreislaufkollaps.

16:30 Uhr - 300 Polizisten im Einsatz

Die Politik trifft sich in diesen Minuten in der Burg und fährt dann geschlossen in die Zweiglgasse. Dort startet der Marsch, den die offiziellen Vertreter von Stadt und Land anführen.

Die Menschen werden vom Griesplatz nur nach und nach in die Zweiglgasse gelassen - aus Sicherheitsgründen. Mehr als 300 Polizisten - aus der ganzen Steiermark und teils aus dem Burgenland - sind im Einsatz.

16:10 Uhr - Mehrere tausend Menschen am Griesplatz

Um 16.50 Uhr soll sich der Trauerzug zum Gedenken der Menschen, die bei der Amokfahrt verletzt und getötet wurden, in Bewegung setzen. Ein paar tausend Menschen haben sich bereits am Griesplatz eingefunden. Kurz vorher werden auch der Bundespräsident, die Nationalratspräsidentin, der Kanzler, die gesamte Stadtregierung und Teile der Landesregierung eintreffen.

15:20 Uhr - Frische Blumen vor der Stadtpfarrkirche

Blumen und Kerzen vor der Stadtpfarrkirche
Blumen und Kerzen vor der Stadtpfarrkirche Foto © Julia Schafferhofer

Der Strom an Menschen, die vor der Stadtpfarrkirche Kerzen aufstellten und der Toten gedachten riss in den vergangenen Tagen nicht ab. Am Sonntag legten besonders viele frische Blumen und Kerzen vor der Stadtpfarrkirche ab, jener Stelle, an der am Samstag vor einer Woche ein vierjähriger Bub getötet. "Es liegt etwas in der Luft", berichten Stadtspaziergänger von der Stimmung, die im Vorfeld des Trauerzugs in der Stadt herrscht.

14:45 Uhr - Achtung: Autos entlang der Sperrzone werden abgeschleppt

Leider haben offenbar einige Autobesitzer die wegen des Trauerzugs verhängten vorübergehenden Park- und Halteverbote ignoriert. Die "falsch" geparkten Pkw werden gerade abgeschleppt. Wer kann, sollte sein Auto rasch aus dem Bereich der Sperrzone bringen, falls das noch möglich ist.

14:15 Uhr - Letzte Vorbereitungen für den Trauerzug

 

Trauermarsch: Stadt bereitet sich auf Trauerzug vor

Ziel des Trauerzugs: der Rathausplatz. Alle Standln wurden weggeräumt.
Blumen werden angeliefert, die Gedenkfeier am Hauptplatz soll in würdigem Rahmen stattfinden.Schafferhofer
Kerzen werden eingesammelt und zur Stadtpfarrkirche gebracht.Schafferhofer
Vor der Stadtpfarrkirche, wo bei der Amokfahrt ein vierjähriges Kind getötet wurde, wird am Abend Musik den Gedenkzug begleiten. Das Klavier wurde zu Mittag aufgestellt und gestimmt.Rieger
Die Medien bereiten sich vor.Schafferhofer
Derzeit sind noch wenige Menschen am Hauptplatz anzutreffen, für den Abend werden tausende erwartet.Schafferhofer
Videowalls werden in der Annenstraße aufgebaut.
15.30 Uhr: Die Route des Gedenkmarschs kann noch befahren werden, ist aber gespenstisch leer.Kloiber
Vorbereitungen in der Herrengasse. Viele Kaffeehäuser und Eissalons haben heute bis 20 Uhr geschlossen.

Kloiber
Alle Informationen über Umleitungen und Ersatzverkehr findet man auf der Website der Holding Graz.Kloiber
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13:48 Uhr - Trauer statt Werbung

Auch die Graz City Lights, die leuchtenden Litfasssäulen, die üblicherweise bunte Werbung drehend unter die Leute bringen, haben am Joanneumring auf Schwarz
geschaltet: "Graz trauert" steht da zu lesen, in kleiner weißer Schrift auf schwarzem Grund

13:10 Uhr - Auf Schienenersatzverkehr einstellen

Wer heute Nachmittag in Graz unterwegs ist, sollte sich auf Umwege und Verspätungen einstellen. Ab etwa 14 Uhr startet entlang der Marschroute der Schienenersatzverkehr. Alle Details dazu auf der Homepage der Holding-Graz.
In der Zone 101 gilt auf sämtlichen Linien heute Freifahrt.

12:30 Uhr - Betroffenheit & Kaffeehausstimmung

Klavierstimmen vor der Stadtpfarrkirche
Klavierstimmen vor der Stadtpfarrkirche Foto © Andrea Rieger

In den Gastgärten der Stadt wird Kaffee getrunken, Kinder wuseln herum, der neueste Tratsch wird ausgetauscht. Ein Sonntag wie jeder andere in manchen Gassen, aber wohl in den wenigsten Köpfen. In den Seitengassen der Herrengasse stehen bereits Absperrgitter, die später für den Gedenkzug aufgebaut werden. In der Herrengasse eine fast surreale Szene: Vor der Stadtpfarrkirche stellen noch immer betroffene Grazer Kerzen zum Gedenken an die Opfer ab. Auf einem kleinen Podest unmittelbar daneben wird gerade ein Klavier gestimmt. In der Zweiglgasse, in der Herrengasse und am Hauptplatz wird der Gedenkmarsch auch musikalisch begleitet werden.

Am Eisernen Tor waren  die Aufbauarbeiten für die Bühne und die Videowalls im Gange. Hausbewohner um die Route des Trauermarsches waren schon zuvor mit Zetteln an den Toreingängen informiert worden, dass ab 12.00 aus Sicherheitsgründen kein Fahrzeugverkehr mehr möglich sei.

11 Uhr - Gedenkgottesdienst und Agape

Nach dem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche - bei warmen Wetter und wolkigem Himmel - hätte es eigentlich das traditionelle Sommerfest geben sollen, doch angesichts der Ereignisse lud man im Brunnenhof zu einer einfachen Agape. Damit wollte die Kirche "Raum und Möglichkeit bieten, aller Betroffenheit Ausdruck zu verleihen".

20.000 Menschen bei Trauerzug erwartet

Am Nachmittag werden bei einem Trauermarsch entlang der Route des Amokfahrers, die aus Sicherheitsgründen abgekürzt wird, bis zu 20.000 Menschen erwartet.

Zu dem Marsch bzw. zum abschließenden Gedenken am Hauptplatz haben sich die politischen Spitzen der Stadt, des Landes und der Republik sowie Vertreter der Glaubensgemeinschaften angekündigt.

Über 300 Polizisten, die Ordnungswache, die Feuerwehr und Rettungskräfte stehen ebenfalls in großer Zahl bereit. Bei der Amokfahrt eines 26-jährigen Familienvaters wurden vor acht Tagen drei Menschen getötet und 36 zum Teil schwerst verletzt.

Lichtermeer

In der Innenstadt waren am Sonntag bereits die Kerzen von diversen Stellen am Hauptplatz und in der Herrengasse weggeräumt und zur Stadtpfarrkirche gebracht worden. Dies wurde auch auf entsprechenden Aushängen der Stadt mitgeteilt und um Verständnis ersucht - verbunden mit der Bitte, keine Kerzen mehr aufzustellen. Ein Lichtermeer gab es nur noch an den jenen Stellen, wo die drei Opfer gestorben waren - in der Zweiglgasse und in der Herrengasse vor der Kirche und einer Bank Austria-Filiale.

Trauermarsch startet am Griesplatz

Sammelpunkt für den Trauermarsch ist der Griesplatz, wo zwischen 16.30 und 17.00 Uhr losmarschiert werden soll. Die Route führt dann über die Grazbachgasse, die Wielandgasse bis zum Joanneumring, dann weiter zum Eisernen Tor, in die Herrengasse und zum Hauptplatz. Um 18.00 Uhr wird es am Hauptplatz Trauerreden von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Bundespräsident Heinz Fischer geben.

Ferner nehmen an der Gedenkveranstaltung Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Ministerin Sophie Karmasin (ÖVP) und Klubobmann Reinhold Lopatka (ÖVP), selbst ein Steirer, teil, weiters LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) und die ganze Landes- und Stadtregierung. Dazu kommen die Nationalratspräsidenten Doris Bures (SPÖ) und Karlheinz Kopf (ÖVP). Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl, der evangelische Superintendent Hermann Miklas, Ali Kurtgöz von der Islamischen Glaubensgemeinschaft und Schlomo Hofmeister als Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde werden einen gemeinsam erarbeiteten Text verlesen.