Herr Pfarrer, Sie haben sich nach unserem Anruf sofort auf die Suche nach den Obdachlosen begeben, die in der Gleisdorfer Gasse auf Matratzen in einem Geschäftseingang campieren. Woher kommen diese Leute?
WOLFGANG PUCHER: Da handelt es sich offenbar um eine Roma-Familie, aber nicht, wie ich zuerst angenommen habe, aus Rumänien, sondern aus der Slowakei. Die zwei Frauen und vier Männer kommen her, um hier zu betteln und schlafen in diesem Portal. Ich habe sie auf die Winternotschlafstelle der Caritas hingewiesen und sie lehnen nicht ab, in so eine Einrichtung zu gehen, aber sie wollen ein gemeinsames Quartier als Familie – die ist für die Roma das Höchste. Diese Notschlafstelle bietet ihnen aber keine gemeinsame Unterbringung an.
Öffentliches Campieren
"Hat sich die Lage für Obdachlose in Graz verschärft, Herr Pfarrer?"
Der Rumäne vom Hauptplatz und die Obdachlosen bei Baumgartner in der Gleisdorfer Gasse beschäftigen Graz. Hat sich die Lage verschärft, wollten wir von Vinzi-Pfarrer Pucher wissen.
© Juergen Fuchs