Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Küssender Pfarrer, schwangere PriesterinRiesen-Plakat auf Grazer Heilandskirche mit "Liebe" als Botschaft

Bei der Heilandskirche am Kaiser-Josef-Platz müssen um 150.000 Euro die Fenster renoviert werden. Das Baugerüst ziert jetzt ein überdimensionaler Wandbehang - und dieser soll und darf durchaus für Diskussionen sorgen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Liebe - und ein bisschen Gesprächsstoff: Ein evangelischer Pfarramtskandidat aus Graz küsst in einem Foto seine Frau, ein anderes zeigt eine schwangere Pfarrerin aus Weiz © Jürgen Fuchs
 

Der überdimensionale Wandbehang wird ins Auge stechen, die Aktion für – durchaus erwünschte – Diskussionen sorgen. Auf einem Baugerüst bei der evangelischen Heilandskirche am Grazer Kaiser-Josef-Platz hängt seit Kurzem ein Stoffplakat. Dieses ist rund 20 Meter lang und sechs Meter hoch.

Darauf ist zwar auch der Chor der Heilandskirche zu sehen. Aber eben auch der evangelische Pfarramtskandidat von Graz-Nord, Andreas Binder, der seine Gattin Melanie küsst. Und die schwangere Pfarrerin Diemut Stangl aus Weiz. Untertitelt sind alle Fotos mit dem Wort "Liebe". 

Das vollständige Plakat (rund 20 mal 6 Meter groß) Foto © Evangelische Heilandskirche

"Die Grundbotschaft ist auch Liebe. Die Fotos sind zum Teil sehr provokant. Aber wir wünschen uns auch, dass sie für Gesprächsstoff sorgen", gibt Angelika Halbedl-Herrich, Kuratorin der Heilandskirche, offen zu.

Die Idee dieser plakativen Kampagne entwickelte sie gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Thomas Wychodil, Pfarrer Matthias Weigold und Pfarrgeschäftsführerin Maria Tragbauer. Drei der Fotos stammen von Helmut Lunghammer.

Das Leitungsteam der Heilandskirche, verantwortlich für die Fotoaktion: Stv. Kurator Thomas Wychodil, Kuratorin Angelika Halbedl-Herrich, Geschäftsführerin Maria Tragbauer und Pfarrer Matthias Weigold Foto © KK

„Pfarrersein heißt ja, mitten im Leben zu stehen. Und dafür stehen wird als Protestanten“, erläutert Halbedl-Herrich. Anders als katholischen ist es evangelischen Pfarrern erlaubt, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Zudem können auch Frauen als Pfarrer tätig sein.

150.000 Euro Renovierungskosten

Das Riesenplakat verhüllt also ein Baugerüst – und die dahinter laufenden Arbeiten: So werden fünf Kirchenfenster renoviert, die aus dem 19. Jahrhundert stammen und im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurden. Die Holzrahmen bröseln, einigen Scheiben fielen heraus, Regen drang in die Kirche ein. Der Kitt ist teils porös. Halbedl-Herrich: „Es war Gefahr im Verzug.“ Bis September soll die Renovierung abgeschlossen sein, die Gesamtkosten werden rund 150.000 Euro betragen. Also hofft man auch auf Spenden. Im Zuge einer provokanten Kampagne.

*Hinweis: Dieser Artikel erschien bereits am 11. Juni in der Kleinen Zeitung und Kleinen Zeitung online und wurde nun mit dem Bild des  hängenden Transparents aktualisiert.

Kommentare (14)
Kommentieren
Christin98
0
1
Lesenswert?

Schamlosigkeit: Sex sells

Die Kleine Zeitung berichtet über das Motiv der Provokation. “Bei der Heilandskirche am Kaiser-Josef-Platz müssen um 150.000 Euro die Fenster renoviert werden.“ Mittels aufreizender Plakate sollen Spenden lukriert werden. Mit den Worten meiner lieben evangelische Pfarrerskollegin Rotraud Perner bezeichne ich dies als den Verlust der Scham in der Medienbranche. Nur sind es hier nicht böse weil gewinnorientierte Medien sondern es ist eine angeblich christliche Kirche. Die Kirche sammelt nicht für Bedürftige sondern für sich selbst. In der plakatierten Liebe liebt sich die Kirche selbst. Der obszöne Blick trifft auf die schonungslose Wahrheit: Sex und Liebe im Dienst von Geld und Macht. Die Wahrheit wird euch frei machen.

3770000
1
3
Lesenswert?

Provokant?

Was ist denn daran provokant, wenn ein evangelischer Pfarerr seine Frau küsst oder eine evangelische Pfarrerin schwanger ist? Evangelische Christen haben halt einen realistischen Zugang zum Leben und lieben und deshalb auch nichts gegen Lesben und Schwule. Umgekehrt, was sollen den Katholiken aufhängen: Pfarrersköchinnen? Ministranten?

tomtitan
1
2
Lesenswert?

Super - das taugt mir.

Da können sich die rückständigen Katholiken eine große Scheibe abschneiden.

ugglan
2
8
Lesenswert?

Finde

es lebensfroh und lebensnah - eben evangelisch !

diss
22
8
Lesenswert?

Die machen auch jeden

Scheiß mit.

duesenwerni
3
20
Lesenswert?

Ihr Kommentar besticht durch niveauvolle Ausdrucksweise

und überzeugende Argumente, Chapeau! (Ironie off)

miranda02
6
27
Lesenswert?

Toll!!!!

😍

Adeva
7
35
Lesenswert?

Sehr gelungenes Plakat!

Die Botschaft: Liebe begleitet uns von unserem Beginn an bis zu unserem Ende

Schaumal1
7
26
Lesenswert?

Schöne Plakate

💜

SagServus
4
13
Lesenswert?

Die Fotos sind zum Teil sehr provokant.

Für wen?

Erzkatholiken die sich fürs Zölibat einsetzen und sich dafür einsetzen das nur männliche Pfarrer eine Messe lesen dürfen?

Heike N.
18
5
Lesenswert?

Man hofft auf Spenden

Worauf sonst.

So liberal die Kirche für sich ist, so habgierig ist sie auch, da sind die Katholen ja richtige Waisenknaben dagegen. Ich freu mich immer über die Geburtstagswünsche mit beigefügtem Erlagschein für Geburtstagsspende

Possan
1
3
Lesenswert?

Es steht dir frei,

Die „Geburtstagswünsche“ in Verbindung mit einem erlagschein aufzukündigen. Aber es ist nicht in Ordnung, andere Glaubensgemeinschaften (Katholen - waisenknaben) wertend negativ darzustellen. Und mit der diktion „habgierig“ würde ich auch etwas vorsichtiger umgehen.
In diesem Sinne, mit lieben Grüßen!

Alise13
1
11
Lesenswert?

?

Bitte was ist daran habgierig, wenn die Kirche um Spenden bittet, wenn eine Riesensumme für die Sanierung von Kirchenfenstern ausgegeben werden muss? Ich glaube nicht, dass die evangelische Kirche in Zeiten wie diesen in Geld schwimmt. Durch die Pandemie waren weniger Gottesdienste möglich, später in radikal dezimierter Form, weniger Kollekten, weniger Spenden, immer weniger Kirchenbeiträge - also da von "Habgier" zu sprechen ist völlig unpassend.

kukuro05
1
1
Lesenswert?

richtig, aber:

anstatt Milliarden für eine U-Bahn die niemand braucht raus zu schmeißen als Wahlgag sozusagen könnte die Stadt mal was Sinnvolles unterstützen!