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Ärger über FällungenIst die Kettensäge der Feind des Grazer Waldes, Herr Stadtförster?

Ob die Stadtwälder tatsächlich schrumpfen und was ihnen am meisten zu schaffen macht - der Grazer Stadtförster Peter Bedenk im Interview.

Der Grazer Stadtförster Peter Bedenk (links im Bild)
Der Grazer Stadtförster Peter Bedenk (links im Bild) © Thomas Wieser
 

Herr Bedenk, der jüngste Kahlschlag in der Ragnitz, Forstarbeiten auf der Neuen Welthöhe und die Fällung von zehn alten Eichen am Waldrand beim Pfeifferhofweg haben kürzlich Wellen geschlagen. Müssen die Grazer sich Sorgen um ihre Wälder machen?
PETER BEDENK: Ich habe Verständnis dafür, dass das viele in einer ersten Reaktion als massiven Eingriff empfinden. Aber man muss da schon die Dimensionen zurechtrücken. Graz hat dreißig Millionen Quadratmeter Wald. In der Ragnitz wurde auf 3600 Quadratmetern geschlägert, in Andritz waren es zehn Bäume.

Kommentare (8)
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alwin
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Durchschnittsalter von 192 Jahren?

Ging letzte Woche von Göstling über Plabutsch - Buchkogel nach St. Martin und fand da kaum einen Baum mit diesem Alter. Und dann als Durchschnittsalter!

calcit
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Und das stellen sie wie fest?

Wenn sie wirklich das Alter eines Baumes festsatellen wollen müssen sie einen Holzkern ziehen und die Jahresringe abzählen. z.B. vom Umfang auf das Alter zu schließen ist forsttechnischer Humbug.

untermBaum
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So ist es

192 Jahre Durchschnitt glaubt doch kein Mensch der sich in den Wäldern von Graz bewegt.
92 Jahre maximal, wobei mir das noch zu hoch vorkommt. Man siehe das Foto im Artikel mit der Holzerntemaschine, SO schaut der Wald bei uns in der Regel aus....wie alt sind diese Bäume wohl?

Es gibt rund um Graz kaum wirklich alte Baumbestände. Nutzwald durch und durch. Und das da die Artenvielfalt größer ist als in einem naturbelassenen Wald glaubt der Herr Förster doch selber nicht oder?
Vielleicht mal eine Excursion in den Rothwald machen....SO sollte Wald aussehen. Und was ausser Geldgier hindert die Stadt daran 10% oder mehr der Wälder sich selbst zu überlassen?

Ifrogmi
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Wie hat der Wald bloss...

... Millionen von Jahren ohne forstfachleute überleben können? 😂
Im Ernst: Fichten wachsen natürlich vorkommend über 1000m, hier kämpft man gegen die durch die Gier der letzten Generationen entstandenen schäden.
Die angestammten bäume haben eine Lebenserwartung von 650 - 850 Jahre. Mit 200 sind die bestenfalls junge Erwachsene.
Wenn ich nichts angreife, dann entsteht von alleine ein an die Gegebenheiten angepasster Wald. Den kann man durchforsten und, so maximaler Gewinn angestrebt, die stämme ausformen.
Bei uns hat die "waldpflege" der letzten Jahre dazu geführt, dass es keine spechtbäume mehr gibt, die baumpilze fast verschwunden sind, ebenso alles an Lebewesen, die auf totholz angewiesen sind. Sozusagen die letzten 30 Jahre artenreicher, natürlicher Wald, jetzt ähnlich einem parkrasen.
Oft ist weniger (Eingriff) mehr (für die artenvielfalt).

calcit
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Wow...

...toll dass sie so gut Bescheid wissen und das haben sie sich wo zusammengelesen? Da sind ja all die Forstfachleute von den land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen von der BOKU richtige Dummies... Respekt!

untermBaum
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Genau so

ist es leider

untermBaum
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Und der Förster sagt es selbst

"Bei der Wald BEWIRTSCHAFTUNG geht es darum......"
Aber Naturschutz bzw der Erhalt natürlicher Ökosysteme und "Bewirtschaftung" können nicht einher gehen. DEr Herr Förster muss sein Gehalt und noch viel mehr erwirtschaften .
Da ist kein Platz für Naturromantik bzw. kommt es nicht in Frage Bäume richtig Alt werden zu lassen. Sehr euch die bewirtschafteten Wälder doch an. DAS ist keine Natur. Vergleicht das mit dem einzigen Mitteleuropäischen Urwald im Steirischen/Niederösterreichischen Grenzgebiet, dem "Rothwald". Da gab es Bilder in der Kleinen. SO sieht Wald eigentlich aus.....
Traurig

untermBaum
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Verstehe ich nicht Alles

Gerade die Eiche ist ein Tiefwurzler der mit Trockenheit sehr gut zurecht kommt.
Und gerade Baumriesen sind ökologisch extrem wertvoll! Wirtschaftlich nicht, da das Wachstum stagniert und so ein Baum viel Platz braucht. Doch die riesige Baumkrone und der zerklüftete Stamm sind die Heimat vieler Insekten, Fledermäuse, Vögel unsw. Eine Eiche könnte 2-3m Stammdurchmesser erreichen. 1000 Jahre alt werden. Warum gibt es diese Bäume nur nirgendwo?
Weil der Mensch sie immer schlägert bevor sie solche Dimensionen erreichen.
Der Mensch und auch die Förster maßen sich an die Natur besser zu "managen" als die Natur selbst. Doch das stimmt höchstens im Sinne des wirtschaftlichen Ertrages. NIEMALS ist der Mensch besser für die Natur als wie wenn man die Natur einfach sich selbst überlässt. Gibt dazu eine tolle Doku. über den Bayrischen Wald.
Zusammengefasst, es gibt bei uns keine wirklich natürlichen Wälder mehr , Die Verjüngung des Waldes erfolgt automatisch durch Schneebruch und Sturm. Da braucht es keine Massnahemn. Wenn man das gebrochene Holz einfach liegen lassen würde gäbe es in kürzester Zeit ein Paradies für Insekten und der Wald würde von selbst nachwachsen. Bei uns geht es aber um Jobs, Geld, Verwertung der Ressource Wald. Der Wald als sich selbst überlassener natürlicher LEbensraum ist dadurch leider nicht zu Verwirklichen. Der Mensch und sein Streben nach Geld stellt sich über ales. Frohe Ostern