Vorerst gerettetStadt Graz sichert sich desolates Girardihaus auf Zeit

Der Kampf für den Erhalt des denkmalgeschützten Girardihauses scheint gewonnen: Stadt und privater Eigentümer haben sich auf einen befristeten Baurechtevertrag geeinigt.

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© KLZ/HOFFMANN SABINE
 

Die Situation schien bereits aussichtslos, im letzten Moment gibt es jetzt aber doch die große Wende: Das Girardihaus in der Grazer Leonhardstraße ist gerettet. Die Stadt Graz hat sich unter Federführung von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) mit dem Eigentümer Otto Roiss geeinigt.

Kommentare (16)
Possan
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Da bin ich aber froh,

dass diese Ruine um viel Geld gerettet wird...🤨, nicht nachvollziehbar.
Und unsere Kulturbewusste Stadtregierung kauft auch noch vom Herrn Wurm einen halben lkw um kolportierte 230.000 Euro! Momentan sollte aber nicht die Zeit für solche haarsträubenden Projekte sein. Wir haben in Graz ein Frauenhaus, das schlupfhaus für gestrandete Jugendliche, Tierheime, Kleine Kunstvereine,, etc die händeringend ums überleben kämpfen. Wer setzt denn da solche Prioritäten? Unverständlich!!

HPHP
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kann mir bitte jemand erklären

warum das Gebäude unter Denkmalschutz steht?
"nur" weil ein Künstler in diesem Haus geboren wurde bzw. gewohnt hat?
Na hoffentlich habens dann auch schon für das Wohnhaus wo Falco geboren bzw. gelebt hat einen Antrag gemacht dass es denkmalgeschützt wird.

Rein von der Bauweise, Architektur ist es aus meiner Sicht nichts besonderes.
Wenn ich mich täusche wurde das vor 30 Jahren vom horizontalem Gewerbe genutzt, ist es vielleicht deshalb Denkmalgeschützt? :-)

LaoQui
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Ältestes profanes Gebäude im Osten von Graz

Das Denkmalamt zum Girardihaus (Auszug) ... ein wertvolles und besonders anschauliches Dokument der barocken Vorstadtbebauung, welches sich inmitten der Gründerzeitbauten durch einen speziellen Seltenheitswert auszeichnet. ... Zusätzlich ist eine herausragende kulturgeschichtliche bzw. kulturelle Bedeutung als Geburtshaus von Alexander Girardi gegeben. Auf die Gedenkstätte in Zusammenhang mit dem bedeutenden Schauspieler wird an der Fassade durch zwei Gedenktafeln hingewiesen."
Ich ergänze: nach kürzlich gefundenen Dokumenten ist das Haus im Jahre 1570 mit Bewilligung von Erzherzog Karl II. erbaut worden.
Die Kosten des Baurechts sollten durch Vermietung gemindert werden können.
Dass der Eigentümer so gut aussteigt, ist dem unbrauchbaren österr. Denkmalschutzgesetz geschuldet. Und dass wir alle keinen Einblick in die Vorgänge bekommen, verlangt die Amtsverschwiegenheit, die es so nur mehr in Österreich gibt. Also auf, Leute, verlangt die Änderung dieser Zustände! Und seid doch ein bisschen stolz auf Euer Grazer und ihre Großen.

calcit
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@LaoQui

Na und, das ist auch nur eine Meinung eines Referenten des BDAs. Dis ASVK sieht das z.B. nicht so. Wenn wir alles unter Schutz stellen oder Schutz gestellt hätten wäre keinerlei bauliche Entwicklung möglich, vor allem ist die Bausubstanz eine Katastrophe, das Gebäude ist defakto kaum nutzbar was die Installationen angeht, die Raumhöhen und Größen lassen keinerlei gewerblich Nutzung zu - auch nicht auf Basis von Ausnahmegenehmigungen. Und was die Amtsverschiegenheit betrifft, na no nett, das hat schon einen Sinn, es geht sie als Privatperson weder ein Kaufpreis noch bestimmte Verträge überhaupt was an oder wolles ihren Finazakt oder ihre Verkehrsstrafen auch gleich öffentlich im Internet haben... Und um auf einen Grazer stolz zu sein brauch ich kein Haus - das Haus hat ja nicht die Leistung gebracht.

LaoQui
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Öffentliches Interesse.

Ich weiß ja nicht, in welchem Auftrag Sie das Gebäude inspiziert haben, daher wollen wir diese rechtliche Frage vorerst beiseite lassen. Aber vom Grundbuch dürften Sie schon auch gehört haben? Da sind alle Vorgänge bei Gebäuden für Jedermann einsehbar, auch Kaufverträge. Ich kenne den von 2003: Jemand kauft günstig ein denkmalgeschütztes Haus und unterschreibt, das ihm bekannt ist, Veränderungen nur mit Zustimmung des Denkmalamts vornehmen zu dürfen. Fach-, nicht Universal-Experten haben Jahre vorher beurteilt, ob ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird, und das musste im öffentlichen Interesse liegen. Dann hat aber die Öffentlichkeit auch das Recht, zu erfahren, wie z. B. Abbruch-Bescheide der Baubehörde begründet sind, das aber verhindert derzeit noch die Amtsverschwiegenheit (die es nur mehr bei uns gibt). Mein Steuerakt oder meine Verkehrsstrafen liegen wohl kaum im öffentlichen Interesse.

MoritzderKater
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Der Deal ist genial,.......

Der Bürgermeister hat auf Kosten der Stadt (unser Steuergeld) seinen Kopf aus der Schlinge gezogen und steht als Kultur-Gönner da und wird beklatscht.
Und was in 60 Jahren ist, wenn das Vorkaufsrecht schlagend wird, das kümmert ihn so gut wie überhaupt nicht, denn da ......... eh schon wissen.

Wieder ein Anlauf zu einem Denkmal, das er sich selbst setzen will.

calcit
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Der Neid is a Hund...

...aber wenn´s wer anderer gewesen wäre, eine ihn genehme Person mit der richtigen Parteifarbe dann würdens wohl jubeln...

rontin
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Endlich ...

... Balsam für die Grazer Seele ....

egubg
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Es gab einst

Ersatzvornahmen bei schützenswerten Immobilien, die auf Kosten des Eigentümers getätigt wurden, darüber wurde vom Federführenden oder seiner beamteten Umgebung wahrscheinlich nie nachgedacht, - so ein Handel wie o.a. ist eher mit sehenden Auges "über den Tisch ziehen lassen" zu bezeichnen.

redlands
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Geldvernichtung!!!

Als Steuerzahler müsste man die Stadt wegen UNTREUE belangen können! Wegen ein paar Kasperln, welchen sonst langweilig ist, muss die Allgemeinheit eine Baracke erhalten und ein Vermögen an den Investor zahlen! Man fasst es nicht! Das kann und darf nicht wahr sein!

peso
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Da nenne ich einen sehr guten deal

2,1 Mio + locker 500.000 Sanierungskosten für ein Gebäude, dass vielleicht 100 Grazer interessiert und als Museum für Alexander Girardi dienen soll? Also ehrlich, wen interessiert jetzt Girardi und wen interessierte er vor dieser Aktion und was sollte man dort überhaupt ausstellen .....Liedertexte die er gesungen hat, Sprachtexte die er gesprochen hat und weiter?

Hausverstand
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Rettung - aber um welchen Preis?

Die Rettung des Girardihauses ist eine gute Nachricht, sie hätte aber schon viel früher erfolgen sollen, bevor die Sanierungskosten explodiert sind. Nagl hat zu lange tatenlos zugesehen - jetzt hat er wegen des öffentlichen Drucks doch noch eingelenkt. Aber offensichtlich nach dem Motto 'Koste es was es wolle': 60.000 Euro Jahreszins (=5000 / Monat!), die Stadt zahlt die Sanierung - und nach 35 Jahren kann der Besitzer sein vollsaniertes Haus wieder kostenlos zurückhaben. Klingt nach einem Supergeschäft für den Besitzer, der das Haus jahrelang verfallen ließ und mit der erworbenen Immobilie skrupellos spekulierte. Jetzt belohnt ihn die Stadt für seine Spekulation - auf Kosten der Steuerzahler.

BigC
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Der Eiertanz endet

Seit knapp 20 Jahren wurde das Girardihaus vernachlässigt. Umso schöner zu sehen, dass die Stadt Denkmalschutz ernst nimmt und zu einem Treffpunkt umgestaltet. Ist eine wirklich positive Nachricht, die sind derzeit eh sehr rar.

stprei
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Deal

Das sind 2,1 Millionen + Sanierungskosten + noch die Ankaufskosten in 60 Jahren, die man viel besser in sozialen Wohnbau oder dringend notwendige andere Projekte in Graz investieren hätte können. Jetzt erhält und saniert die Stadt ein Haus, ohne dass sich dadurch wesentliche Impulse für die Stadtentwicklung ergeben oder ein gesellschaftlicher Mehrwert entsteht.

Aber Medien und die Leonharder Bürgerinitiative sind vorerst befriedet, das ist wichtig.

Ich finde, es ist eine Entscheidung im Sinne weniger auf Kosten der Allgemeinheit, bloß weil man Angst vor einer Medienkampagne hat. Schade.

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Das ist eine gute Nachricht.

Es ist sehr erfreulich, dass es ab 2021 ein Robert Stolz Museum wieder gibt und dass das Girardi Haus gerettet wurde. Herzlicher Dank auch an die Aktivbürger!!!!

redlands
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dann sollen

diese „Aktivbürger“ ihre Aktiva hierfür zur Verfügung stellen...nur liegt der Verdacht nahe, dass diese über keine Aktiva verfügen...!...aber viell. springt dann ja sogar noch ein bezahlter Job der Stadt als Hauskasperln im „Girardihaus“ raus...bin mir fast sicher!