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Im Grazer SchloßbergstollenPolizei stoppt Kunstprojekt mit blühenden Hanfpflanzen

Im Grazer Schloßbergstollen blühten im Rahmen der Aktion "Transparadox" Hanfpflanzen. Die Polizei hat die Aktion beendet, Stadt will Fördergelder teilweise zurück.

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Transparadox
Die Künstler k.ada und Werner Schimpl mit den Hanfpflanzen ihres Projektes "Transparadox" © Nina Müller
 

Die Provokation durch die Kunst war kalkuliert – und sie ist gelungen. Im Rahmen einer Ausstellung gediehen im Grazer Schloßbergstollen THC-hältige Hanfpflanzen. Jetzt hat aber die Polizei die Aktion gestoppt und die Pflanzen beschlagnahmt. Damit nicht genug, überlegt Kulturstadtrat Günter Riegler (ÖVP), die Förderungen für das Kunstprojekt teilweise zurückzufordern.

Kommentare (21)
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calcit
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Sie haben genau das erreicht was sie wollten...

...es gäbe genug Künstler die derzeit mehr auf Gelder angewiesen wären um ihre Miete oder Sozialversierchung zahlen zu können als in so einen "Installation" zu stecken...

olejetztaber
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Super Aktion!

Einfach Beweismaterial in Luft aufgehen lassen (am besten im Stollen selbst verbrennen und die Leute einladen vorbeizuschauen bei der Aktion und sich an den Dämpfen zu erfreuen - Echt steirischer Weihrauch!) dann legt sich auch die Aufregung sehr schnell wieder...! Wie man in Österreich wegen ein paar Pflanzen so ein Tam-Tam machen kann, entzieht sich meiner Logik...haben wir wirklich keine anderen Sorgen?

paulrandig
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Es gäbe...

...eigentlich genug Sorten von Industriehanf, die EU-weit zugelassen sind. Wenn man nur den Schatten zeigen will, sollte das doch ausreichen.
Es sei denn - denkt der Schelm -, dass genau diese Intervention durch die Polizei die Absicht war. Immerhin haben wir, die sonst gar nichts davon wüssten, soeben einen Zeitungsartikel darüber gelesen.

transparadox
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aber es geht genau um die Sorten die Verboten sind

von der Seite der Kunst oder Künstler kann ich nur sagen, dass es nicht wahr sein wird, wenn wir CBD und nicht THC-Sorten verwenden werden.

Plantago
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mit Kanonen auf Spatzen schießen

und mit dem Mähdrescher sieben Hanfpflanzen ernten...

Ragnar Lodbrok
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bis zu 8.000 Alkoholtote; 14.000 Nikotintote - Jahr für Jahr

Tote durch Cannabis: Weltweit ein einziger dokumentierter Fall.
Selbst das erzkonservative Amerika hat uns längst überholt. Dort worden in zig Bundesstaaten Cannabis komplett freigegeben.
Keine Beschaffungskriminalität und nicht mehr Süchtige wie vorher.
DIE Einstiegsdrogen schlechthin sind Alkohol und Nikotin - der einzige Unterschied - hier kassiert der Staat. Bei Cannabis könnte sich jeder sein Kraut gegen zig Beschwerden selbst anbauen. Was für ein Desaster für die Pharmaindustrie.... und die macht auch gehörig Druck auf unsere Politiker.

transparadox
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genau...und hier das Konzept...

In diesem Werk, der ersten Zusammenarbeit zwischen Kobusiewicz und Schimpl, öffnen die Künstler*innen die Diskussion über die Legalisierung von Cannabis erneut, in einer Konfrontation mit gesellschaftlich anerkanntem, allgemein zugänglichem Alkoholangebot. Cannabis ist eine spirituelle Freizeit- und Medikamentendroge, die bei der Behandlung von Krebs, Epilepsie, Multipler Sklerose und anderen, meist chronischen Erkrankungen eingesetzt wird. Alkohol ist eine süchtig machende
Freizeitdroge, die unsoziales Verhalten fördert und potenziell tödliche Nebenwirkungen hat.
Angesichts der großen Ignoranz und Angst der Menschen vor Cannabis und seiner Assoziation mit der Illegalität, konfrontiert die Installation von K.ADA und Schimpl, in der Cannabis angebaut wird, den Betrachter mit der meist verdeckt existierenden Realität. Es provoziert eine Diskussion über UNTERSCHIEDLICHE SICHTWEISEN, ANDERSARTIGES DENKEN, über Fakten, wobei der Alkohol katastrophal abschneidet, wenn er mit Cannabis verglichen wird. Und vor allem geht es um die Frage, wie wir der Andersartigkeit in uns selbst begegnen können, wenn wir die Werkzeuge, die
uns dies ermöglichen, fürchten und verteufeln.der Welt untersagt.

Plantago
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Prost!

Darauf trinken wir einen.

babeblue
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Ich kann nich mehr ....

..., subventionierter Anbau von Cannabis! DAS nenne ich Kunst! Genial! :)

lacrima
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Haben sie den Bericht gelesen?

Ich finde die Frage super. Warum die Droge Alkohol in Ordnung ist. Aber diese Lobby ist mächtig. Man braucht nur die Berichte lesen, wie der Wein hochgelobt wird. Für kein Grundnahrungsmittel wird soviel, vermutlich gratis Werbung gemacht!!

calcit
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Natürlich kann man sich die Frage stellen...

...aber nicht mit Fördergelder aus Steuern!

Maitri
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Warum nicht?

Es wurde ja auch das Kunstprojekt gefördert und nicht der Hanf.

calcit
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Es wurde im Förderansuchen der "Hanf" auch nicht erwähnt...

...und doch das Geld dafür ausgegeben (Installation, etc...) - im übrigen wird auch von Seite der Stadt angeführt dass "von diesem Projekt keine Rede im Ansuchen war". Also hier von "Doppelmoral" reden aber selbst Leute hinters Licht führen - das ist also Kunst?

transparadox
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Nein, weil nicht erforderlich ist!

Es sollte offensichtlich sein, dass uns bewusst war, mit dieser Installation eine kontroversielle Diskussion auszulösen. Wie bereits erwähnt erschließt sich dies auch im Konzept. Die ausdrückliche Benennung der verwendeten Materialien war zum Zeitpunkt der Konzepterstellung noch nicht geklärt, insofern verhält es sich hier, wie mit allen anderen Konzepten, die einer
fachlichen Beurteilung unterliegen und nicht vorab einer Zensur
unterworfen werden sollen. Dieses Prozedere ist im Sinne der oft strapazierten Freiheit der Kunst geschuldet. Bei sieben Pflanzen, die legal erworben wurden und ausdrücklich nicht zum Konsum selbiger aufrufen, sondern die Debatte über ein, aus unserer Sicht, disskusionsbedürftiges Gesetz anregen soll und in der Ausstellung als Schatten dargestellt
zum Nachdenken anregen sollte, als Hanfplantage zu bezeichnen,
halten wir für eine polemische Übertreibung.

paulrandig
9
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Wie ist das?

Verboten ist doch nur der Anbau zum Zweck der Rauschmittelgewinnung. Wenn bewiesen wird, dass das nicht der Fall ist, zum Beispiel indem die Blüten - wie künstlerisch auch immer - irgendwie vernichtet werden, sollte es eigentlich legal sein.
Oder habe ich da etwas falch verstanden?

transparadox
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Genau....

In diesem Projekt wurde das von den Fördergebern eingesetzte Geld nicht in das Corpus Delicti, also die Cannabispflanzen gesteckt, sondern in den Bau eines semitransparenten Raums, der als Projektionsfläche für Unbekanntes und die Angst davor dient. Die geernteten Blüten werden ihrerseits in ein bereits in Bau befindliches Kunstwerk gegossen und nicht (!!!) zu Gewinnung von Suchtgift.
Nach § 6a Abs. 1 SMG (Suchtmittelgesetz) ist der Cannabisanbau zu Gewinnung von Suchtgift geregelt bzw. verboten. Die Strafbestimmungen nach § 27 SMG regelt in Abs. 1 Z 2 ebenfalls nur den Anbau von Cannabis „zum Zweck der Suchtgiftgewinnung“.

jg4186
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Grenzen der Kunst

Es gibt auch für die Kunst Grenzen.
Eine Provokation nennt der Künstler seine Hanfpflanzen.
Die Polizei sieht es offensichtlich anders, der Kultursstadtrat ebenfalls.
Auch für Künstler gibt es Grenzen. Ich denke da auch an die vielen Beispiele, wo Würde und Wert von Menschen missachtet wurden, aber auch Respekt vor religiösen Werten und Einstellungen.
Provokation in der Kunst soll zum Nachdenken anregen, aber nicht andere verletzen und beleidigen.

transparadox
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Kunst sollte keine Grenzen haben.

Wenn es darum geht, andere zu beleidigen, was sagen wir dann zu den 2 Millionen Menschen, die für die Legalisierung sind und wegen eines Joints wie Kriminelle behandelt werden?

Maitri
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Haha

Du hast anscheinend überhaupt keine Ahnung davon was Kunst ist, bewirkt und darf.
Und Ja Provokation ist durchaus erwünscht.
Es hilft nämlich, dass so mancher zumindest etwas über seinen Tellerrand schauen kann und reflektiert wie lächerlich gewisse Gesellschaftsnormen oder Verbote überhaupt sind.

paulrandig
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jg4186

Würde und Wert von Menschen missachtet? Religiöse Werte und Einstellungen missachtet? Andere verletzen? Beleidigen?
Was davon trifft auf die Pflanzen nun eigentlich zu?

Plantago
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Stimmt. Es wurden religiöse Werte missachtet.

Hanfpflanzen sind die Lieblingspflanzen des Gottes Shiva.