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Geplanter GebäudeabrissGrazer Altstadtanwalt schlägt Alarm

Geplanter Abriss eines Gebäudes beim Dietrichsteinplatz: Altstadtanwalt fordert besseren Schutz historischer Häuser.

Die Abbruchbewilligung ist rechtsgültig: Das Haus in der Schörgelgasse 6 (beim Dietrichsteinplatz) darf abgerissen werden
Die Abbruchbewilligung ist rechtsgültig: Das Haus in der Schörgelgasse 6 (beim Dietrichsteinplatz) darf abgerissen werden © Simon Möstl
 

Als Altstadtanwalt wirft Armin Stolz seit rund einem Jahr ein kritisches Auge auf das, was in Graz gebaut wird. In einem Bereich sieht er Gefahr im Verzug. „Die Abbruchproblematik hat sich verschärft. Das ist ein massives Problem“, warnt der Jurist. Sogar in der Altstadtschutzzone seien Gebäude vor der Abrissbirne schlecht geschützt, moniert der Grazer.

Kommentare (15)
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HAGuty
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Historische Gebäude

Wie befürchtet, geht der Wahnsinn weiter, in dem man erhaltenswürdige Gebäude einfach dem Erdboden gleichmacht. Stattdessen wird dann wieder ein moderner, nicht in das Stadtbild passender Bau aufgezogen. Angefangen hat das Ganze vor Jahren mit dem Viktorian Steak-Haus. Dieses Gebäude ist ein Schandfleck ersten Ranges!!!!

Morioka
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Es müssten da Alle an einem Strang ziehen ...

Gewisse Vorgaben müssten gelockert werden, um eine Renovierung ud. Kernsanierung nicht zu einer unnötig teuren Angelegenheit werden zu lassen, die es für Besitzer unattraktiv werden lässt. Baufirmen und Entwickler zahlen Unsummen für ein Objekt, da ist es lohnender es Verfallen zu lassen, statt Massnahmen zur Erhaltung zu setzen ud. evtl. zu Vermieten.

Ausschreibung aller zum Abriss geplanter historischer od. als schützenswert eingestufter Gebäude. Aufstellung aller relevanter Kosten die eine Sanierung verursachen würde. Ein gewisser Zeitrahmen in dem die nötigen finanziellen Mittel zur Erhaltung aufgetrieben werden müssen, per Crowd-Funding Plattform, etwa, oder Spenden von der Strasse.

Damit werden wohl auch nicht alle Objekte gerettet werden können, aber jedes bisschen hilft, auch dem Alten noch einen würdigen Platz im Stadtbild einzuräumen. Wird eben an den Örtlichkeiten ein riesen Verhau, Glasturm, Schachtel, die herausstechen, weniger realisiert. Die Investoren und Spekulanten finden sich schon etwas Anderes, mit tätiger Mithilfe der Baubehörden und Stadtoberen.

GraueZellen
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Vernichtung

Soll doch mal die kleine Zeitung einen kompetenten Redakteur zur Hilmteichstraße 22 entsenden. Dort liefert die Stadt und ein Bauträger ein hervorragendes Beispiel wie man in Graz historisch wertvolle Villenarchitektur vernichtet. Dafür wird die Ära Nagl in bester Erinnerung bleiben.

calcit
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Und wer entscheidet dass dies

eine „wertvolle Villenarchitektur“? Nach welchen Kriterien? Wer hat die festgelegt? Fakt ist, dass sich die einzelnen Altstadtschützer und -schützerinnen, Architekten und Architektinnen dabei oft nicht mal einig sind und auch so manch eigenen Interessen haben...

DieGrazerFamilie
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Feuerwehrneubau, Grünfläche?

Die frei werdene Ecke Schörgelgasse/Kopernikusgasse sollte man am besten für den Neubau und Erweiterung der Feuerwehrwache Dietrichsteinplatz verwenden.
Die alten Häuser an der Stelle sind weder optisch einladend, noch wäre der hohe finanzielle Aufwand für einen Umbau zur Nachnutzung der winzigen Räume gerechtfertigt. Alternativ wäre anstelle der Bruchbuden sogar eine kleine Grünfläche mit Bäumen, Blumen, Büschen und Sitzbänken ein echter Gewinn für den Dietrichsteinplatz!

LaoQui
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Bruchbuden?

So eine war auch das Grazer Schauspielhaus vor 1964, der Abriss stand unmittelbar bevor, wir Grazer haben es mit Spenden gerettet! Bei Schörgelgasse 6 handelt es sich um eine vom Eigentümer zu verantwortende Vernachlässigung (die schon das Baugesetz verbietet)! Aber Abbruch und höherer Neubau (von der Stadtplanung "freundlich" eingeräumt) bringen halt mehr Geld. Die Idee mit der Grünfläche ist gut, man könnte sie aber genauso gut in der Kronesgasse dahinter unterbringen, der Dietrichsteinplatz ist dafür wohl zu laut.

calcit
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Vernachlässigung? Baugesetzlich verboten?

Wenn sie da auf den Par. 39 Steiermärkisches Baugesetz reflektieren so ist das so nicht richtig. Solange das Gebäude benutzt wird muss es in einem entsprechenden Zustand erhalten werden. Wenn niemand mehr darin wohnt, das Gebäude abgesperrt und gegen Zutritt gesichert ist bzw. auch für Anrainer keine Gefahr ausgeht kann ich als Eigentümer damit machen was ich will und wenn es zusammenbricht. Das ist das eigene wirtschaftliche Problem des Eigentümers. Ich empfehle da mal den Par. 354 ABGB.

calcit
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Was das Schauspielhaus betrifft...

Wer hat das dann bezahlt? Ein Privater? Es können sich die Stadt oder der Staat oder auch Banken und Versicherungen leisten historische Gebäude zu sanieren und auch nicht gewinnbringend zu nutzen - im Endeffekt zahlen eh wir Steuerzahler das alles. Natürlich geht es einem Investor um die Rendite, aus Liebhaberei stecken nur wenige ihr Geld in die Sanierung von Bruchbuden die nur Kat. D Wohnungen haben, Leitungen die nicht mehr den Vorschriften entsprechen die feucht und verschimmelt sind. Und bestimmte Gebäude rechnen sich erst ab einer gewissen Anzahl an Wohnungen oder eben wenn bestimmte Geschäftsflächen vorhanden sind.

Plantago
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An diesem Haus fehlt das Schild:

"In diesem Hause hätte Peter Roseggers Mutter beinahe übernachtet" (copyright Jörg-Martin Willnauer).

LaoQui
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Es gibt ein Schild an diesem Haus!

Falls Sie wirklich dort waren, haben Sie den schönen Ausleger mit dem Schlosserzeichen gesehen. Das nennt man auch Geschichte! Graz ist Weltkulturerbe, aber mit solchen Sprüchen zeigen wir nur, dass wir das nicht verstehen. Am Dietrichsteinplatz steht u. a. die älteste Bäckerei von Graz, die südliche Fassadenreihe ist eine seltenes Beispiel von alter, harmonischer Vorstadt-Architektur. Man muss sich auf die Grazer "Grätzln" bewusst einlassen, dann versteht man, warum hier vorausschauend Schutzzonen eingerichtet haben. Vernachlässigungen fallen in die Verantwortung der Besitzer. Wenn die in der Innenstadt auch so nachlässig gewesen wären, dann wäre Graz nicht mehr lebenswert.

redlands
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Wenn man in Graz

die RICHTIGEN Freunde hat, ist die sog. „Altstadtschutzzone“ jenen maximal einen lauten Lacher der Verhöhnung beim „Promiwirt“ für die steuerzahlende Restbevölkerung wert...; im Übrigen sind derlei Zeitungsartikel mittlerweile einer „Pseudoempörung“ verdächtig. Man bedient „a bisserl“ die zu Recht wirklich Empörten und schützt Betroffenheit vor...zwischenzeitlich laufen alle Verfahren und Abrisse weiter bis zur „vollendeten Tatsache“...ja dann „könn ma leider nix mehr tun..“ - darüber wird natürlich kaum bis nicht weiter berichtet...; ich würde mir auch Namen wünschen im Sinn der Information - das Grundbuch ist ein öffentliches Buch!! Es besteht somit kein nachvollziehbarer Grund der Nichtkommunikation-ausser man will nicht...darf nicht? WUNSCH: man erkläre den Schutz der Altstadt zum „Leuchtturmprojekt„ seitens der Kleinen Zeitung MIT entspr. laufender Kommunikation...und Kampf um rasche Gesetzesänderung im tatsächlichen Sinne der Stadt (Bissl was is ja schon geschehen im Villenviertel..nur wird dort trotzdem abgerissen:-))) ) DAS WÄR WAS!...aber das geht halt leider nicht....und so verschwinden die letzten „Vorstadtjuwele“ weiterhin weil niemand die Besitzer(=Spekulanten) bei Zeiten zum Erhalt zwingt (zwingen kann); aber bald muss ich mich nicht mehr ärgern, weil es ist zeitnahe „vollbracht„ und die nicht zumutbaren „Ruinen„ sind planiert. Es zählt hier leider nur die Kohle für ein paar Seilschaften - es ist für diese Stadt einfach nur noch PEINLICH.

jg4186
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Nur eine Seite

Das ist die eine Seite, nur eine Seite.
Diese Gebäude sind alt und schäbig, ein Schandfleck für die Stadt. Und diese Gebäude am Dietrichsteinplatz sind nicht wirklich von besonderer historischer Bedeutung. Da kann man nur froh sein, wenn was gemacht wird. Forderungen des Denkmalschutzes sind ja fast schon eine Art Enteignung.

LaoQui
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Kpmpetentere Leute sehen das anders,

deshalb gibt es Schutzzonen. Und alt und schäbig sind die Bauten oft, weil sie die Besitzer absichtlich vernachlässigen, damit sie abgerissen werden können. Falls Sie dort noch vor der Spitzhacke vorbeikommen: schauen Sie sich den schmiedeeisernen Ausleger der ehemaligen Schmiede an, und dann die Reihe der Häuser Richtung Münzgrabenstraße. Ich bin sicher, dann sehen Sie die Sache anders. Das ist das alte Graz!
Richtige Schandflecke werden oft Neubauten!

calcit
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Ja, es ist sehr einfach sich als Altstadtschützer aufzuspielen...

...wenn man nicht Eigentümer dieser Bruchbuden ist. Es ist schon sehr präpotent auf Erhaltung zu pochen, nach der Reihe Schutzzonen zu erweitern und dann von den Eigentümern zu verlangen sie sollen gefälligst diese Häuser dann renovieren, wenn möglich in Top Zustand versetzen und so billig als möglich zu vermieten oder irgendwelchen Kulturinitiativen gratis zur Verfügung zu stellen.

calcit
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Beispiele gefällig?

Da wird plötzlich die Schutzzone erweitert z.B. Ruckerlberg, Hausbesitzer die seit Jahrzehnten ihr Haus dort besitzen dürfen jetzt plötzlich ohne Genehmigung bestimmte Änderungen nicht mehr durchführen. In der Innenstadt wird z.B. bereits der Abbau von Zustiegshilfen zu den Kaminen verlangt weil diese nicht in die Dachlandschaft „passen“. Die Rauchfangkehrer sind dann größt möglicher Absturzgefahr ausgesetzt. Es wird z.B. beim Austausch von normalen Fenstern der Einbau von Kastenfenstern verlangt - die sind zwar schön, kosten aber mehr als das Doppelte, wenn nicht mehr... Und dann regt man sich auf wenn die Mieten wieder teurer werden? Irgendwie muss da mal ein vernünftiges Maß her, vor allem nachvollziehbaren Kriterien. Wer entscheidet eigentlich auf welcher Basis was erhaltenswert ist? Und vor allem, wenn es der Allgemeinheit wert ist dies oder das Gebäude zu erhalten dann es such entsprechend gefördert werden!