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Statistik liegt vorUni Graz: Minus zehn Prozent bei Studenten

Rund 500 Studenten weniger als im Vorjahr gibt es an der Uni Graz. Zu den Ursachen gibt es unterschiedliche Thesen. Kein Rückgang bei FHs.

Minus zehn Prozent bei Studienanfängern an der Uni Graz (Archivbild) © Jürgen Fuchs
 

Vor einigen Wochen wurde sogar noch Schlimmeres befürchtet – ein Minus von 20 Prozent stand an der Uni Graz bei den Studienanfängern im Raum, wie wir berichteten. Jetzt ist es aber amtlich: Die bei Weitem größte Hochschule des Landes verzeichnet einen Verlust von gut zehn Prozent an Maturanten. In Zahlen: Anstatt 4900 junger Studienanfänger im Vorjahr zählte man heuer nur noch 4400 – also ein Minus von 500. Nur ein Vergleich: Das ist weit mehr, als die Medizin-Uni insgesamt an zukünftigen Ärzten aufnimmt (360).

Betroffen von den Rückgängen sind vor allem geisteswissenschaftliche Studien: Dolmetsch verlor 30 (!) Prozent, Geschichte 27 Prozent, Germanistik 22 Prozent und Erziehungs-/Bildungswissenschaften minus 21 Prozent. Aber selbst Jus und Betriebswissenschaften büßten mehr als zehn Prozent ein.

Rolle als "Auffangbecken"

Was sind die Ursachen? Ein paar Thesen werden derzeit im Rektorat gewälzt, man will nun die Lage genauer analysieren und hat dazu ein eigenes Projekt gestartet: Zum einen hat man wohl die Rolle als „Auffangbecken“ für die schlechte Arbeitsmarktsituation nach der Finanzkrise verloren. Es gibt wieder mehr Jobs. Das lässt sich auch ganz gut verfolgen: Vor der Finanzkrise gab es 3700 Anfänger, dann stieg die Zahl auf 4550 im Jahr 2009 und seither kontinuierlich weiter.

Kampf um Maturanten

Jetzt rücken geburtenschwächere Jahrgänge nach, der „Kampf“ um die Maturanten wird intensiver. Auch das Studienangebot an den Fachhochschulen wurde in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Derzeit hält man bei der FH Joanneum bei rund 1800 Studienplätzen, 1000 davon im technischen Bereich, der Rest im sozialen/medizinischen Bereich. Die FH spürt übrigens keinen Rückgang an Interessierten, das Modell eines verschulten, aber gut betreuten Studiums ist höchst attraktiv – 6000 junge Leute bewerben sich jährlich.

An den Unis soll sich jetzt übrigens auch die Lehre stark verbessern; unter anderem dafür hat man um 14 Prozent mehr an Finanzmitteln bekommen.

Verluste auf der Technik

Bei den technischen Studienrichtungen gibt es auch Verluste, aber weit geringere. So meldet die Technische Universität Graz eine Einbuße von lediglich zwei Prozent; mit 1620 Studienanfängern sei man sozusagen „im Plan“, heißt es. Am attraktivsten sind dort derzeit „Biomedical Engineering“, gefolgt von Maschinenbau, Informatik, Architektur sowie Information und Computer Engineering.

Stabil gehalten hat sich auch die Montanuni Leoben – sie kommt mit einem Minus von drei Prozent recht gut davon.

Doch an der Montanuniversität gibt es einen eigenartigen Ausreißer. Seit das Material „Plastik“ in der gesellschaftlichen Dauerkritik steht, spürt das auch das Fach Kunststofftechnik mit einem herben Minus von zehn Prozent. Das ist übrigens nicht auf Leoben beschränkt: In Linz und an der FH Wels sind die Anfängerziffern in diesen Kunststoff-Studien sogar noch stärker gesunken.

Kommentare (1)

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10solach
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Lesenswert?

Naja was soll man dazu sagen,

Punkt 1. auf der Agenda sollte stehen dass sich die Unis mal als Dienstleister verstehen. Kunde: Student....
Die FHs geben die Richtung vor, die Unis sollten dringend nachziehen und dem Kunden MEHR bieten als FHs...

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