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Pyramidenspiel-ProzessZeuge über Schenkungs-Show: „Dort war das Geld zu Hause“

Zeuge schildert, wie er in den Schenkkreis-Sog geriet. Chefermittler kontert dem Vorwurf, dass er Zeugen unter Druck gesetzt habe.

© Mikhail Tolstoy
 

Zum zweiten Mal wurde gestern am Grazer Straflandesgericht im laufenden Pyramidenspielprozess der seinerzeitige Chefermittler Alfred Valeskini befragt. „Wir führten 1400 Vernehmungen durch“, skizzierte er die Dimensionen, die der „Schenkkreis“ von 2006 und 2009 im Raum Voitsberg angenommen hat.

Von Verteidigerseite wurde Valeskini zuletzt ja verdächtigt, dass er Zeugen unter Druck gesetzt haben soll. Diesen Vorwurf weist der mittlerweile pensionierte Polizist abermals vehement zurück: „Nein, ich habe nie jemanden unter Druck gesetzt.“ Richter Andreas Rom hakt nach: „Haben Sie einem Spieler ausrichten lassen, dass, wenn er zu Ihnen kommt, Sie etwas in die Wege leiten können, damit er straffrei ausgeht?“ – „Nein, ganz sicher nicht“, so der Chefermittler. Ohnedies: „Ich hätte ja gar nichts ausrichten lassen müssen, der Mann wurde ja sowieso von uns zur Aussage geladen.“


Auch der Vorwurf, dass Valeskini deshalb so verbissen ermittelt habe, weil er bei einer Postenvergabe gegenüber einem anderen Polizisten (dieser sitzt jetzt als beschuldigter Pyramidenspieler am Gericht) das Nachsehen hatte, entkräftet der Weststeirer: „Ich habe mich damals für diesen Posten ja gar nicht bewerben können, weil mir noch eine Qualifikation dafür fehlte.“

Geblendet gewesen

Ein anderer Zeuge schildert seine Motive, warum er in die Pyramide einstieg. Geblendet sei er gewesen, als er in Deutschland bei einer Schenkungs-Show dabei war: „Dort haben wir gesehen, wo das Geld zu Hause ist. Dann sind wir eingestiegen, ich mit 10.000 Euro.“

Und: „Die Leute dort haben gesagt, dass er der große Chef ist“, führt der Zeuge über den Hauptangeklagten aus. „Erkennen Sie ihn denn heute im Saal?“, fragt ihn Richter Rom. Der Zeuge blickt auf, ehe er nach langem Grübeln verneint. „Können Sie auch nicht“, erklärt der Richter, „Sie schauen nämlich gerade auf die Anwälte. Sie müssen sich zu den Angeklagten umdrehen.“ Fehlanzeige, obwohl der mutmaßliche „Chef“ dort sitzt: „Nein, ich erkenne ihn auch da nicht. Ich habe damals eher nur auf das Geld geschaut.“

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