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Personal wird ausgesiedeltBüros machen Mitarbeiter im Grazer Strafamt krank

Das Raumklima in den neuen Büros macht Mitarbeiter krank: Die Stadt Graz prüft nun die Gesundheitsgefahr im Gürtelturm und siedelt das Personal wieder aus. Heikel: Im Mietvertrag hat die Stadt einen sechsjährigen Kündigungsverzicht unterschrieben.

Der Turm gehört nun einem Immo-Fonds © Leodolter
 

Darüber wird im Magistrat Graz nur unter vorgehaltener Hand getuschelt, doch man nimmt die Beschwerden des 30-köpfigen Teams im Grazer Strafamt inzwischen sehr ernst. Die Stadt hatte die Mitarbeiter, die bisher an zwei Adressen – am Tummelplatz und im Bauamtsgebäude – arbeiteten, an einem Standort zusammengezogen und auf zwei Etagen im Gürtelturm einquartiert. In einer Mietvariante, die nun zum Sorgenkind wird. Denn seit dem Einzug im Sommer gibt es gehäuft Klagen aus dem Team, das unter dem Raumklima in seiner neuen Bleibe massiv leidet. Der Eigentümer war Anfang des Jahres noch der Ex-Politiker Harald Fischl (FPÖ, BZÖ), der den Turm aber inzwischen an einen Immo-Fonds verkauft hat.

Kopfschmerzen, Augenbrennen, Atemnot und Lungenprobleme gehören zum Büroalltag. Wegen der Zugluft gibt es auch urologische Probleme. Krankenstände häufen sich. Hochrangige Beamte, die sich vor Ort ein Bild machten, gestehen: „Da sind Dämpfe in der Luft, ich hielte das nicht aus.“ Der „Chemie-Gestank“ kommt vom Sonnenschutz, der innen an den Fenstern montiert ist. An der Nordseite ist es kalt, an der Südseite bei Sonnenschein knallheiß – auch im Herbst. Die Luftfeuchtigkeit liegt oft bei gerade einmal 20 Prozent.

Halbes Team ausgesiedelt, der Großteil folgt

Die Konsequenz: Das halbe Team ist vorerst zurück am Tummelplatz. Im Rathaus ist zu hören, der Großteil der zweiten Hälfte der Mitarbeiter wird demnächst in die Bethlehemgasse umziehen. Derzeit haben sie als Diensterleichterung Sieben- statt Acht-Stunden-Tage.

Magistratsdirektor Martin Haidvogl bestätigt, dass man mit dem Vermieter in Verhandlungen stehe, um das Raumklima zu entschärfen: „Wir haben Gutachten beauftragt, um die Luft bezüglich Schadstoffen zu prüfen. Sollte es eine umfassendere Sanierung brauchen, müssen die Mitarbeiter länger draußen bleiben.“ Der Vermieter sei bemüht, das Problem zu lösen.

Magistratsdirektor Martin Haidvogl
Magistratsdirektor Martin Haidvogl Foto © KLZ/Jürgen Fuchs

Ist das Raumklima nicht in den Griff zu kriegen, kommen wir aus dem Vertrag natürlich heraus!

Magistratsdirektor Martin Haidvogl

In der Stadtverwaltung schüttelt mancher den Kopf über die Anmietung, „hat man von Raumklimanöten im Gürtelturm doch schon vorher gewusst ...“ Die Stadt hat dennoch einen Mietvertrag für 900 m2 mit Kündigungsverzicht bis 2024 unterzeichnet. Haidvogl erklärt: „Ein Kündigungsverzicht bringt günstigere Mieten und hier hat uns der Vermieter ein Großraumbüro extra in Einzelbüros umgebaut.“ Der Kündigungsverzicht sei kein Problem: „Ist das Raumklima nicht in den Griff zu kriegen, kommen wir aus dem Vertrag natürlich heraus.“

Eigentümer ist - wie erwähnt - nicht mehr Ex-BZÖ-Politiker Harald Fischl, der den Mietvertrag noch eingefädelt hat, sondern der Union Invest Fonds, wo gestern für eine Stellungnahme niemand erreichbar war. Bei der Hausverwaltung Strauss Property Management ist man „nicht befugt, das zu kommentieren“.

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