AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Barometer 2018Aufstieg und fehlende Anbindung: Wie sich Start-ups in Graz fühlen

Die steirische Start-up-Szene wächst. Neue Zahlen zeigen auch, dass Graz als Standort attraktiver wird. Schwächen gibt es in Sachen Finanzierung und Infrastruktur.

Präsentierten das Start-up Barometer: Werner Sammer (Up to Eleven), Alfred Gutschelhofer (KF Uni), Matthias Ruhri (Up to Eleven), Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Christoph Kovacic (Junge Wirtschaft), Karl Maria Gerngroß (IdeenTriebwerk)
Präsentierten das Start-up Barometer: Werner Sammer (Up to Eleven), Alfred Gutschelhofer (KF Uni), Matthias Ruhri (Up to Eleven), Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Christoph Kovacic (Junge Wirtschaft), Karl Maria Gerngroß (IdeenTriebwerk) © Foto Fischer
 

Sie sind in aller Munde, die steirischen Start-ups. Also jene jungen Unternehmen, die sich von anderen Neugründungen durch ein erhöhtes Maß an (oftmals technologischer) Innovation, Internationalität oder Wachstumssehnsucht unterscheiden. Valide Zahlen und Fakten zu den findigen Gründern sind dennoch weiter Mangelware.

Doch auch hier ändert sich gerade einiges. Nach der jüngsten Präsentation des österreichweiten „Austrian Start-up Monitors“ bringt nun die aktuelle Auflage des „Grazer Start-up-Barometers“ manch Licht ins statistische Dunkel. Hinter der Erhebung stehen das Unternehmen Up to Eleven, der studentische Verein IdeenTriebwerk Graz, das Zentrum für Entrepreneurship an der Karl-Franzens-Universität und die Online-Plattform Gründerland Steiermark.

Einige zentrale Erkenntnisse aus den Antworten der 137 befragten Gründer und Gründungsinteressierten:

1. GROSSWETTERLAGE. Seit 2014 wird das Stimmungsbild in der Branche abgefragt, der Standort Graz kommt von Jahr zu Jahr besser weg und wird heuer auf der siebenteiligen Skala im Schnitt mit 5,10 bewertet (7 = Bestwert). Kritikpunkt Nummer eins bleibt die Infrastruktur, vor allem die „schwache internationale Anbindung“ (Zitat aus der Erhebung).

2. FINANZIERUNG. Die Finanzierung fällt Start-ups heute leichter als noch vor fünf Jahren, ist aber (Wert 3,86) immer noch mit Hürden verbunden. Graz ist „kein Investoren-Hotspot“, Eigenfinanzierung (77 Prozent) nach wie vor die wichtigste Finanzierung in der Frühphase. Gleichzeitig steigen die je Start-up investierten Summen. In den ersten drei Jahren nach Gründung sind bereits 14 Prozent der Finanzierungen höher als 500.000 Euro und gar 50 Prozent höher als 50.000 Euro. Vor fünf Jahren beispielsweise lagen gerade einmal vier Prozent der Investitionen über der Halbe-Million-Grenze. 

Dennoch sehnen sich die Grazer Start-ups in erster Linie nach einem verbesserten Zugang zu Business Angels (67 Prozent), Venture Capital (62 Prozent) und einer Förderung (46 Prozent). Erwartbar: Klassische Bankkredite (20 Prozent) spielen in der Planung der frühen Phase eine untergeordnete Rolle. 

3. ANTRIEB. „Selbstverwirklichung“ (54 Prozent) steht weit an der Spitze der Hauptmotive für die Gründung. „Hohes Einkommen“ (ein Prozent) ist für steirische Start-up-Gründer am Beginn ihrer Laufbahn indes irrelevant.

4. HINTERGRUND. Die Welt der Start-ups ist auch in Graz eine akademische. 51 Prozent der an der Erstellung des heurigen Barometers mitwirkenden Gründer und Gründungsinteressierten haben einen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund. Übrigens: Nur 22 Prozent der Befragten sind weiblich. Womit der Anteil aber noch immer über dem österreichweiten Frauenanteil bei Start-up-Gründungsteams liegt, den der Austrian Start-up Monitor bei 12 Prozent sieht.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren