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Heinrich SicklGraz: Neuer FPÖ-Gemeinderat sorgte im Wahlkampf für Wirbel

Ja, er hatte Neonazikontakte - "aber wir reden da von einem 17-jährigen Burschen", meinte Heinrich Sickl zur Kleinen Zeitung. Nun zieht der 44-Jährige in den Grazer Gemeinderat ein.

Heinrich Sickl zieht für die Grazer FPÖ in den Gemeinderat ein
Heinrich Sickl zieht für die Grazer FPÖ in den Gemeinderat ein © Jürgen Fuchs, FPÖ
 

„Ich freue mich, mit Heinrich Sickl einen kompetenten Mann im Freiheitlichen Gemeinderatsklub begrüßen zu dürfen": Mit diesen Worten gab am Mittwoch der Klubchef der Grazer FPÖ, Armin Sippel, bekannt, dass Heinrich Sickl in den Grazer Gemeinderat einziehen wird.

Diese Personalrochade habe mit dem Erfolg der FPÖ bei der Nationalratswahl zu tun: Sickl nimmt den Platz des bisherigen Mandatars Günter Wagner ein - der wiederum in den Landtag wechselt, weil Andrea Schartel am Mittwoch als Neo-Nationalrätin angelobt wurde.

Sickl sorgte ja im Grazer Wahlkampf für Aufregung: Als sein Name 2016 auf der Liste der Grazer FPÖ auftauchte, zeigte sich allen voran Tina Wirnsberger von den Grazer Grünen empört. Dies sei der Beweis, so Wirnsberger, dass sich die FPÖ ins äußerste rechte Eck stelle und „Leute auf der Liste hat, die keinerlei Berührungsängste mit dem Extremismus haben“.

Der heute 44-Jährige war ein erfolgreicher Triathlet
Der heute 44-Jährige war ein erfolgreicher Triathlet Foto © Gert Köstinger

Darauf angesprochen, gestand Sickl selbst im Gespräch mit der Kleinen Zeitung seine früheren Neonazikontakte ein. „Aber wir reden da von einem 17-jährigen Burschen, der auf der Suche war“, sagte der heute 44-Jährige. „Damals habe ich mir auch solche Sachen angeschaut, um dann rasch festzustellen, dass ich mit dem Wahnsinn nichts zu tun haben will.“ Mit dem Holocaust-Leugner Gerd Honsik habe er nie Kontakt gehabt, andere wie den rechtsextremen Franz Radl seit Jahren nicht gesehen.

Erstmals publik wurde die Geschichte, als seine Mutter Elisabeth Sickl 2000 für wenige Monate Sozialministerin war. Heute ist Heinrich Sickl unter anderem Obmann der FPÖ-Vorfeldorganisation „Freiheitlicher Akademikerverband“ (FAV) - dieser FAV wiederum ist Miteigentümer der umstrittenen Zeitschrift Aula.

Der heutige Vizebürgermeister und FPÖ-Chef Mario Eustacchio betonte im Wahlkampf, dass er von dieser Vergangenheit seines Kandidaten nichts wisse. „Ich kenne ihn seit 20 Jahren, das ist ein anständiger Bursche. Und was ich von Jugendsünden halte, ist bekannt: Es geht darum, was die Leute daraus lernen.“

Sickl, Diplomingenieur der Architektur und Sportcoach, wurde jedenfalls am Mittwoch von Klubchef Sippel als "kompetenter Kollege" begrüßt.

 

 

Kommentare (6)

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ramba zamba
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wenn

man davon ausgeht das man mit 14 charakterfest ist und weis was man tut, mit 18 Volljährig ist, sind 17 jährige Neonazis nicht zu verharmlosen und ich finde es weiterhin fraglich u unglaubwürdig wenn er sich jetzt davon distanziert. Wenn einer mit 17 wen vergewaltigt-gilt das dann auch als Jugendsünde und denken da die Blauen gleich? Menschenverachtend ist beides - Neonazis und Vergewaltiger!

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Geerdeter Steirer
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Wenn mit aller Gewalt

an die Macht gekommene Parteien am Ruder stehen wird mit dem dementsprechenden Proporz alles nur mögliche aus den Schubladen geholt und eingesetzt, zuerst wurde verneint und kritisiert und jetzt wird die selbe Handhabe getätigt, beschämend und höchst fragwürdig, wie viele solcher fragwürdiger Personen die FPÖler wohl noch in peto haben ?!

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scionescio
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Es sagt so ziemlich alles über eine Partei ...

... wenn es ihn ihren Reihen keine besser Geeigneten als diese fragwürdigen und belasteten Figuren gibt!
Die Summe der bedauerlichen Einzelfälle macht leider schon einen Großteil des Ganzen aus!

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Mein Graz
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Heinrich Sickl

Da stellen sich mir einige Fragen:
- vermietet Hr. Sickl noch an die "Identitären"?
- ist er nach wie vor Mitglied bei p.c.B! Arminia Graz?
- singt Hr. Sickl noch immer Das Kartell-Lied der Arminia, in dem der Tod fürs "deutsche Vaterland" verherrlicht wird?
- ist Hr. Sickl noch Obmann des FAV Steiermark, die "Aula" herausgibt?
- organisiert er nach wie vor VAF-Seminare?
- gibt es nach wie vor Veranstaltungen der Rechtsextremen im familieneigenen Schloss Albeck in Sirnitz?

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Lodengrün
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Danke @Mein Graz

Wie es scheint geht die "Übernahme" durch diese Truppe ohne viel Aufhebens über die Bühne.

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Lodengrün
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Herr Eustacchios Einstellung ist bekannt

- er fährt zu den Identitären.

Dazu steht bei Wikipedia:

Vom österreichischen Verfassungsschutz wird die Identitäre Bewegung wie folgt eingestuft: „Die als „Bewegung“ auftretende Szene stellt die „Identität des eigenen Volkes“ in den Mittelpunkt ihrer Propaganda. Unter dem Deckmantel, das jeweilige Land respektive „ganz Europa“ vor einer „Islamisierung“ und vor Massenzuwanderung schützen zu müssen, wird auf einer pseudo-intellektuellen Grundlage versucht, das eigene rassistisch/nationalistisch geprägte Weltbild zu verschleiern. Die Distanzierung vom Neonazismus in öffentlichen Statements ist als taktisches Manöver zu werten, da sich in den Reihen der Bewegungseliten amtsbekannte Neonazis befinden und Kontakte in andere rechtsextremistische Szenebereiche bestehen.“

Die Ideologie der vor allem in den USA präsenten rassistischen und antisemitischen Alt-Right ist von der Identitären Bewegung beeinflusst. Umgekehrt unterstützt der amerikanische Rechtsextremismus die Identitäre Bewegung organisatorisch und finanziell, insbesondere die Aktion Defend Europe. Ideologische Parallelen existieren beispielsweise mit Blick auf die Verwendung eines „moderat klingenden“ euphemistischen Sprachgebrauchs, der „nationalchauvinistisches“ Gedankengut verschleiern und akzeptabler erscheinen lassen soll.

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