Bauarbeiten

Wickenburggasse: Freie Bahn für Radverkehr

Startschuss für Testlauf: Bis zum Schulschluss wird die Fahrstreifen-Aufteilung in der Wickenburggasse zugunsten der Radfahrer geändert.

Die Bauarbeiten haben begonnen
Die Bauarbeiten haben begonnen © Winter-Pölsler
 

Die heute begonnenen Bauarbeiten in der Wickenburggasse sind Vorboten eines möglicherweise bahnbrechenden Projekts: Bis zum Ferienbeginn wird ab Ende Mai vorerst versuchsweise ein Kfz-Streifen von der Keplerbrücke Richtung Osten bis zur Kreuzung mit der Laimburggasse durch eine Betonleitwand abgetrennt und dem Geh- und Radverkehr zur Verfügung gestellt. 

Rund 9.000 Radfahrer frequentieren täglich in Ost-West-Richtung den Bereich zwischen Keplerbrücke und der Jahngasse – was sich mit der Zahl der dort fahrenden Autos ziemlich die Waage hält. Um die Verkehrssicherheit zu steigern und mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung des Straßenraums zu erreichen, erproben die städtische Abteilung für Verkehrsplanung und das Straßenamt nun eine neue Aufteilung der Fahrstreifen in der Wickenburggasse.

Dadurch steigt auf diesem rund 400 Meter langen Abschnitt nicht nur die Sicherheit für diese beiden sanften Verkehrsarten, sondern auch für den motorisierten Verkehr – werden doch die bisher zu schmalen verbleibenden Fahrstreifen für die Kfz breiter.

Außerdem: Bushaltestelle wird entschärft

Entschärft wird laut Radverkehrsbeauftragtem Helmut Spinka und Verkehrssteuerungs-Referatsleiter Bernd Cagran auch die seit vielen Jahren mit Recht kritisierte Situation an der Bushaltestelle Keplerbrücke, wo derzeit die Radler auf einem extrem schmalen Bereich direkt vor den Füßen der Fahrgäste queren: „Der Bus, der zurzeit noch mit dem Heck in die Fahrspur hineinragt, bekommt eine eigene Haltestellenbucht, die bisherigen Konflikte zwischen den Verkehrsarten sollen so deutlich entschärft werden!“ Wo es möglich ist, werden Geh- und Radweg – der gegenwärtig an der schmalsten Stelle drei Meter breit ist – durch Einbauten getrennt.

Weitere geplante Änderungen

Die wenig befahrene Laimburggasse wird zudem bis zur Wartingergasse zur Einbahn Richtung Norden ausgenommen Radverkehr, die Querungen der Wickenburggasse werden sicherer, die Warteflächen für FußgängerInnen und RadfahrerInnen an den ampelgeregelten Kreuzungen generell vergrößert. In der Parkstraße wird die Geradeausspur Richtung Jahngasse nicht mehr extra geführt, sondern sie zweigt per sogenannter „Einfahrtstrompete“ von der Parkstraße kommend rechts in die Jahngasse ein. Damit wird ein längerer Abschnitt einer der wichtigsten Radverkehrsachsen, jener zwischen Hauptbahnhof und Universität, attraktiviert.

Neues Modell in Simulation bewährt

In einer Computersimulation der Technischen Universität Graz habe die geplante neue Verkehrsführung bereits funktioniert, wissen Spinka und Cagran: „In der Morgenspitze zwischen 7.15 und 8.15 Uhr, in der es das stärkste Verkehrsaufkommen gibt, wurden im Vergleich zum Ist-Zustand Fahrzeitveränderungen von zusätzlich zehn Sekunden für den neu geregelten Abschnitt bis zum Geidorfplatz errechnet. Die Leistungsfähigkeit der Wickenburggasse sowie der angrenzenden Kreuzungen bleibt erhalten!“ Eine angepasste Steuerung der Verkehrsampeln soll zusätzlich helfen, den gesamten Verkehr möglichst flüssig zu halten. Bewährt sich das Modell im Versuch, ist eine endgültige Lösung mit einem Umbau ab dem Sommer geplant.

Kommentare (9)

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Efried
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weitere Taten?

Gibt es ein Konzeot zur Reduktion der Schwachstellen im Radwegenetz?
Die Durchquerung des Griesplatzes von der Griesgasse aus wäre ein sehr einfach herzustellendes aber wichtiges Teilstück.
1. Rad-Übergang Brückenlopfsgasse zum Griesplatz
2. Gegen die Einbahn zum Radweg Reichengasse (der einzige Radweg der über einen Bordstein geht)
3 weiter gegen die Einbahn bis zur Ampel Höhe Zweiglgasse
4 Rad-Ampel mit den Fussgängern über den Griesplatz
5 Radfahrsteifen bis zur Bethelehemgasse
Ab dann gibt es einen Anschluss zur

Der illegale Radweg bei der Karlauerkirche müsste legalisiert werden, bei der Parallelverbindung beim Mühlgang müsste die Mauer saniert werden, der gemischte rad- udn Gehweg ist auch dank der Masten zu schmal.

Die Verbindung von Don Bosco zu Citypark gehört ab dem Übergang über die L67 und auch in der Fabriksgasse markiert und beschildert.

Das Geld ging wohl alles in den Südgürtel, dass im Bezirk Gries alles verrottet.

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styrianprawda
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@Efried

Schade, nach den konstruktiven Vorschlägen der absolut unnötige und "sinnentleerte" Versuch eines Seitenhiebs auf den 3. Südgürtel.

Entspricht der Ihrem Niveau?

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Strassenbahnausbau
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Das Problem ist, dass die 170 Mio., die im Südgürtel vergraben werden, überall sonst fehlen. Was ist mit der Südwestlinie? Die hätte 2018 fahren sollen. Wann kommt die Bim nach Reininghaus? Frühestens 2019, aber auch das ist nicht fix. Die Sanierung der Linie 1 wurde bereits dreimal nach hinten verschoben.

Der Südgürtel zeigt einfach, was in Graz wichtig ist: Nicht der ÖV, nicht der Radverkehr, sondern vierspurige Hauptverkehrsstraßen, die angeblich irgendetwas entlasten sollen. Und für die angesprochene neue Unterführung westlich des Griesplatzes gilt dasselbe.

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styrianprawda
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@Strassenbahnausbau

Schade, bei Ihnen besteht das Brett vor dem Kopf nicht aus Holz, sondern aus einer Tram.

Denn die OD-Analyse des Verkehrs, der dzt. (noch) durch die Puntigamgerstraße, die Liebenauer Hauptstraße und die Petrifelderstraße rollt, ist Ihnen entweder gänzlich unbekannt oder Sie ignorieren sie.

Würde Ihr Nick "ÖPNV-Ausbau" lauten, hätten Sie meine Zustimmung. Nur alles ausschließlich auf die Tram zu konzentrieren, kann man genauso als Geldverschwendung bezeichnen.

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Strassenbahnausbau
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Die Tram hat gegenüber dem Bus enorme Kapazitätsvorteile. Leider akzeptieren das die Verantwortlichen in Graz nicht, erschaffen unattraktive Buskonzepte, die Busse sind überfüllt und die Fahrgäste unzufrieden. Natürlich befürworte ich den ÖV-Ausbau generell, aber ich lehne die Meinung ab, dass Busse ein Ersatz für eine Straßenbahn sein können. Das ist nämlich einfach falsch. In Budapest gibt es seit kurzem Straßenbahnen mit 55 Metern länge für fast 350 Fahrgäste. Das schafft kein Bus der Welt. Bus und Tram sollen einander ergänzen, nicht das eine das andere ersetzen. Übrigens amortisieren sich die höheren Baukosten für Straßenbahnstrecken ziemlich schnell. Deshalb ist die Straßenbahn auch so beliebt, sogar in Washington DC wird wieder eine gebaut :-)

Zum Südgürtel: Ich behaupte nicht, dass das Projekt generell nicht sinnvoll ist, aber die Priorisierung gefällt mir nicht. 2017 wird es fertig sein, auf hochrangige ÖV-Ausbauprojekte (Straßenbahn, S-Bahn) warten wir hingegen noch Jahre.

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styrianprawda
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@Strassenbahnausbau

Wie oft über die tägliche Betriebsdauer gesehen, wäre eine 55m-Tram ausgelastet?

Da erinnere ich mich noch sehr gut an die Schätzungen der Passagierzahlen für den verlängerten 6er. Da hat Goethe wieder mal recht gehabt, als er im Faust schrieb "Grau, mein Freund, ist jede Theorie". Denn in der Praxis sieht es ganz, ganz anders aus.

Und ich stelle ich es mir so richtig toll vor, wie die Herrengasse zum Tram-Abstellplatz umfunktioniert wird.

Ohne eine Abkehr vom dzt. Linienkonzept (dass alles zw. Jakominiplatz und Hauptplatz fahren muss) ist das ein absoluter Unfug.

Und jetzt behaupten Sie nicht, dass die Entflechtung am Geld, das in den Südgürtel gesteckt wird, scheitert.
Auch wenn der nicht gebaut worden wäre, hätte es das Geld nicht für andere Projekte gegeben.

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Strassenbahnausbau
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Budapest hat auch 2 Mio. Einwohner. Das war nur ein Beispiel. 40-Meter-Trams (wie in Linz) wären in Graz die meiste Zeit des Tages ausgelastet, so wie viele Linien derzeit tagsüber oft überfüllt sind. Der lange 6er wurde einfach um 30 Jahre zu spät gebaut. Wenn die Menschen in einem Siedlungsgebiet bereits alle an das Auto gewöhnt sind, wird sich das so schnell nicht ändern. Daher meine Forderung nach einer schnellen Tram-Anbindung für Reininghaus.

100% Zustimmung bei Ihrem Vorschlag, die Herrengasse zu entlasten und zu umfahren. Auch dafür gibt es seit Jahrzehnten Pläne und weiterhin keinen konkreten Umsetzungshorizont.

Noch einmal zum Südgürtel: Ohne ein Sonderbudget des Landtages wäre der nicht finanzierbar gewesen. Und ich frage einfach: Warum gibt es kein Sonderbudget des steirischen Landtages für die Grazer Straßenbahn, den NVK Gösting oder ähnliche wichtige Projekte. Das "darf" Graz alles alleine finanzieren :-(

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eleasar
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Mir fällt auf...

...das styrianprawda in jeder seiner Antworten einen persönlich diffamierenden Angriff auf ihm unliebsame Poster startet. Damit sagt er viel über sich selbst aus.

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invisible
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Prinzipiell eine feine Sache, allerdings könnte man bei der Gelegenheit die Bushaltestelle doch gleich ein Stück zurück vor's Umspannwerk verlegen. Dort wäre noch mehr Platz vorhanden und die Umsteigewege zur Straßenbahn würden sich auch verkürzen. Außerdem könnte man dann dort ein Bussignal an die Ampel hängen, über das der Bus gesichert vor den PKW aus der Haltestelle ausfahren kann (immerhin gehören 58 und 63 zu den meistfrequentierten Buslinien der Stadt und können jede Bevorrangung brauchen).

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