AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Frag nebenan

Virtuelles Netz für echte Nachbarschaft

Wider die Anonymität in der Stadt: Die Online-Plattform "FragNebenan" will Nachbarn untereinander vernetzen - und das ganz real. Von Gerald Winter-Pölsler

Das Team hinter fragnebenan.com
Das Quartett hinter der FragNebenan-Plattform: Valentin Schmiedleitner, Mathias Müller, Stefan Theißbacher und Andreas Förster (von links) © Helena Wimmer
 

Hallo, kann einer von euch Wasserhähne austauschen?" Oder: "Hallo ihr Lieben! Ich hätte noch drei Paletten abzugeben. Habe unsere Balkonmöbel gebaut und das ist uns übrig geblieben." Diese und andere Anfragen und Angebote befinden sich bereits auf der Nachbarschaftsplattform FragNebenan, die nun auch in Graz aktiv ist.

Das Ziel hinter dem Online-Projekt: echte Nachbarschaftshilfe, nicht virtuell, sondern real.

"Ich habe in Wien in einem Haus mit 25 Parteien gewohnt - aber selbst nach zwei Jahren kannten wir Nachbarn uns maximal von einem "Hallo" im Stiegenhaus", erzählt Stefan Theißenbacher, einer der vier Gründer von fragnebenan.com.

So soll der Alltag leichter werden

Dabei kann die Gemeinschaft den Alltag um ein gutes Stück leichter machen. Blumen gießen im Urlaub? Akku-Schrauber oder Bohrmaschine? Sonntag, aber kein Zucker im Haus? Frag nebenan den Nachbarn.

In Wien gibt es die Plattform seit 2014 und bereits mehr als 30.000 Leute haben sich eingetragen. In Graz sind es nach wenigen Tagen bereits 1700. "Wir haben zu Beginn eine Umfrage gemacht", erzählt Theißenbacher. Das Ergebnis: Eine klare Mehrheit will Kontakt zu den Nachbarn, aber es scheitert oft an der passenden Gelegenheit. Also soll es über den Umweg Internet klappen.

Wie die Plattform funktioniert

Unter fragnebenan.com kann sich jeder ein Profil anlegen. Um sicherzustellen, dass es die Leute auch ernst meinen, wurde eine Hürde eingebaut: Als User muss man seine Wohnadresse angeben - und erst wenn man per Post einen Code zugeschickt bekommt (und die Adresse damit verifiziert ist), wird das Profil freigeschaltet.

Dann kann jeder Fragen stellen oder Bitten äußern und Leute aus dem näheren Umkreis bekommen das angezeigt. "Als Nutzer kann man entscheiden, ob eine Anfrage nur als Privatnachricht an bestimmte Leute, an das eigene Haus oder die gesamte Nachbarschaft geschickt wird", so Theißenbacher. Schließlich braucht es zum Blumengießen während des Urlaubs ein gewisses Vertrauen.

Unter dem Gründungsteam ist auch ein Grazer: Andreas Förster ist für das Design der Seite zuständig.

 

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren