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Unsterblich

Warum Kurt Cobain in Grazer Gasse weiterlebt

Der Kartendienst von Google verortet den legendären "Nirvana"-Frontmann bis heute mit Graz. Dabei war die Cobain-Gasse nur eine befristete Aktion gegen Kernstock vor bald zwei Jahren. Von Bernd Hecke und Thomas Rossacher

Cobain statt Kernstock
Cobain statt Kernstock © Screenshot
 

Vertippt, verlesen oder gar verfahren? Weder noch. Der Kartendienst des Internetgiganten Google lotst Ortsunkundige in eine nach Kurt Cobain benannte Grazer Gasse. Der 1994 tot aufgefundene Frontmann der Band "Nirvana" hatte ja Ende der 1980er in der Nähe ein Lokalkonzert gegeben. Für die Stadtverwaltung war das freilich kein Grund, nach dem berühmten US-Musiker die Gasse zu benennen.

Der Auslöser war eine Kunstaktion im April 2014, die auf eine Umbenennung der (eigentlichen) Kernstock-Gasse abgezielt hat. Das Leben und Wirken von Ottokar Kernstock, Pfarrer und deutschnationaler Dichter ("Hakenkreuzlied"), sorgt bis heute für Debatten. Entsprechend groß war das (mediale) Echo auf das still und leise montierte Cobain-Straßenschild samt Hinweistafel.

Cobain statt Kernstock
Cobain statt Kernstock Foto © Facebook
Das ist nun aber schon bald zwei Jahre her. Warum der Internetkonzern die Cobain-Adresse weiterhin anführt? Lag es womöglich an vielen Suchanfragen? Nein. "Jemand hat rechtzeitig die Kurt-Cobain-Gasse in den Map Maker von Google eingetragen", erklärt Jörg Wukonig, ein Suchmaschinen-Experte und Online-Marketing-Berater aus Graz. Mit dem "Map Maker" will Google den Benutzern ermöglichen, das Kartenservice stetig zu verbessern.

Screenshot Cobain-Gasse im Map Maker
Cobain-Gasse im Map MakerFoto © Screenshot
Wobei: Auch auf der Plattform "Open Street Map" ist die Cobain-Gasse als alternativer Name für die Kernstockgasse aktiviert worden. Die Nirvana-Fans (und Kernstock-Kritiker) wussten also genau, was sie taten.

Screenshot Noch ein Eintrag der Cobain-Gasse
Noch ein Eintrag der Cobain-GasseFoto © Screenshot

Solche Möglichkeiten wussten freilich noch andere zu nutzen. Sie verlegten die Adresse des NSA-Skandal-Aufdeckers Edward Snowden im Vorjahr kurzerhand ins Weiße Haus.

Auch im Neusiedlersee tauchten zwei bekannte Namen auf: Ex-Ministerin Maria Fekter und Außenminister Sebastian Kurz, nach denen Inseln benannt worden sind. Nach diesen und weiteren Streichen hat Google sein Kartenprogramm in manchen Regionen vorübergehend gesperrt, darunter auch in Österreich.

Kommentare (1)

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s1yywqbflba6yxeun909fwl3ktdvrmk2
1
0
Lesenswert?

so ein quatsch

..

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